Marktupdate - DAX dreht auf / China versichert die Wirtschaft zu unterstützen

Von Andreas Paciorek, Marktanalyst CMC Markets, Stand: 12:50 Uhr Trotz der robusten Konjunkturdaten die gestern für die USA veröffentlicht wurden, gingen die US-Börsen mit einem Minus aus dem Handel*. Nach wie vor drückt unter anderem die Krim-Krise auf die Stimmung. In der Asien-Session griffen Investoren hingegen kräftig zu. Unterstützt wurde die Nachfrage dort von einer positiven Entwicklung der japanischen Inflation und der Versicherung des chinesischen Präsidenten Li Kequiang, die chinesische Konjunktur, die zuletzt Sorgen bereitet hat, stützen zu wollen. Nachdem der DAX direkt zu Handelsbeginn die 9.500-Punkte-Marke überwinden konnte, hielt sich der deutsche Leitindex bis zum Mittag über dieser Marke. Auch der MDAX und TecDAX legen am letzten Handelstag dieser Woche vor der Öffnung der US-Märkte zu*. In China, der zweitgrößten Volkwirtschaft der Welt, in der sich zuletzt ein Abflauen des Momentums andeutete, versicherte der Ministerpräsident Li Kequiang, der heimischen Konjunktur unter die Arme zu greifen. An den Märkten weckt diese Äußerung Hoffnungen auf ein stärkeres Wachstum der dortigen Wirtschaft. Investoren befürchten bei einer nachlassenden Wirtschaftsdynamik eine Insolvenzwelle unter chinesischen Unternehmen. Der chinesische Finanzmarkt befindet sich in einem Transformationsprozess hin zu weniger staatlichem Einfluss. Dies bedeutet allerdings auch, dass der Staat nun nicht mehr automatisch zur Hilfe springt und Unternehmen auch einmal insolvent gehen lässt. Der chinesische Präsident Xi Jingping ist derweil zu Besuch in Deutschland. Dabei scheint Xi auch ein Geschenk mitzubringen: So soll noch während des Besuchs eine Absichtserklärung unterzeichnet werden eine Renminbi-Clearingbank in Frankfurt einzurichten, was den Finanzplatz zu einer wichtigen Drehscheibe im Handel mit der chinesischen Währung machen soll. In der Nacht wurden Erfolge der japanischen Regierung im Kampf gegen die nun 15 Jahre andauernde Deflation vermeldet, während in Europa die Sorgen vor einer negativen Verbraucherpreisentwicklung zunehmen. So wurde heute für Spanien, der viertgrößten Volkswirtschaft im Euroraum, ein Rückgang der Jahresteuerungsrate im März um 0,2 Prozent vermeldet. Am Montag sollen die Inflationszahlen für den gesamten Euroraum veröffentlicht werden. Analysten prognostizieren für die Währungsunion im März lediglich eine Teuerung von 0,6 Prozent auf Jahressicht. Damit verbleibt die Rate weiterhin weit von den rund 2 Prozent entfernt, die die EZB als Zielwert nennt. Inflationszahlen für Deutschland werden für heute Nachmittag erwartet. Das Geschäftsklima in der Euro-Zone liefert wiederum positive Signale. Laut der EU-Kommission sei der entsprechende Index im März um 1,2 Zähler auf 102,4 Punkte angestiegen** und übertraf damit auch die Prognose der Volkswirte, die nur einen Barometerstand von 101,3 Punkten erwartet haben. Am Nachmittag folgen Daten zu den US-Privateinkommen und –ausgaben sowie zur US-Konsumentenstimmung. Analysten erwarten beim Uni Michigan Index für März einen leichten Rückgang auf 80,5 Punkte, von 81,6 im Vormonat. Vorbörslich handelt der Dow Jones und S&P 500 gegenwärtig jeweils über dem jeweiligen Vortagesschlusskurs. * Gegenüber dem Vortagesschlusskurs ** Gegenüber der Vorperiode *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden