China-Panik erfasst die Börsen – Hang Seng als attraktive Alternative
Warum die Korrekturen durchaus auch eine Chance für den Anleger bieten Andreas Paciorek, 10. Juli 2015 Auch wenn sich die Lage in den vergangenen 24 Stunden etwas beruhigt hat, der Ausverkauf und die durchaus schon spürbare Panik an den chinesischen Festlandbörsen in den vergangenen Tagen und Wochen haben die Griechenland-Krise vorerst in den Hintergrund gedrängt. Ansteckungszeichen anderer Aktienmärkte und der Rohstoffmärkte lassen sich bereits beobachten. Und tatsächlich geht mit einem anhaltenden Vertrauensverlust und einem Abverkauf an Chinas Börsen ein Risiko aus, welches die globale Konjunktur in Mitleidenschaft ziehen könnte. Gleichzeitig bieten sich aber auch Chancen in der aktuellen Situation mit den stark gefallenen Kursen. So beispielsweise im Hang Seng. Etwas Geduld könnte allerdings noch nötig sein. Weitere Volatilität ist vorprogrammiert Innerhalb eines Monats brach der CSI 300-Index um über 30 Prozent ein. Das trägt Züge eines Platzens einer Blase. Auch die verzweifelten Maßnahmen der chinesischen Regierung, das Investorenvertrauen wieder aufzubauen und die Kursverluste zu bremsen, lassen eher Sorgenfalten aufkommen, als dass sie beruhigend wirken. Weitere Volatilität ist vorprogrammiert. Ohnehin sind die chinesischen Festland-Aktien nur bedingt handelbar für ausländische Investoren, am ehesten noch über die H-Shares über Hong Kong. Im Zuge der Abgaben in Festland-China kommen auch andere stärker etablierte Aktienbörsen in Bedrängnis. So beispielsweise der Hang Seng. Das könnte für mutige Anleger auch eine Chance darstellen. Noch ist nichts verloren Kleiner Exkurs zu China: Unfreiwillig hat die chinesische Regierung durch das Aussetzen des Handels fast der Hälfte der handelbaren Festland-Aktien die Kursverluste noch beschleunigt. Insbesondere die neuen, weniger mit einer fundamentalen Wachstumsstory unterlegten Aktien werden aus dem Schussfeld genommen. Investoren müssen, um auf Nummer Sicher zu gehen oder einer Nachschusspflicht nachzukommen, auf die Blue Chips zurückzugreifen. Ob die Maßnahmen in China greifen werden, um das Anlegervertrauen zurückzubringen, wird sich erst noch zeigen. Die direkte Ansteckungsgefahr für die Realwirtschaft scheint allerdings begrenzt. Einerseits werden 80 Prozent der Anteile der Festlandchina-Aktien von Privatpersonen gehalten. Weitere Kursverluste würden damit sicherlich den Privatkonsum belasten und auch die Stimmung. Institutionelle Investoren hätten allerdings nach wie vor die Möglichkeit, in den Markt zu investieren und auch Kredite zu vergeben. Hinzu kommt, dass selbst nach einem Kurssturz von knapp 27 Prozent seit dem Hoch im Juni im CSI 300-Index auf Jahressicht immer noch ein Plus von knapp 82 Prozent steht, seit Jahresanfang immer noch knapp 7,6 Prozent. Gesunde notwendige Korrektur Weitere Maßnahmen der Regierung dürften folgen und könnten möglicherweise auch ihre Wirkung erzielen, nämlich wieder Vertrauen zu schaffen. Es lohnt sich der Blick auf die Eckdaten der Unternehmen. Insgesamt ist der CSI 300-Index aktuell mit einem KGV von 17 bewertet. Allerdings handeln 30 Prozent der Festlandchina-Aktien mit einem KGVe von 50, 20 Prozent mit einem KGVe von 30. Das bedeutet, dass nach der übertriebenen, kreditfinanzierten Rally aktuell der notwendige Abschlag stattfindet. Insgesamt könnte sich der Markt durchaus wieder fangen. Hang Seng als attraktive Gelegenheit Sollte sich eine Bodenbildung abzeichnen, könnte dies den Startschuss für eine Wiederaufnahme der Rally bedeuten. Das würde dann auch andere Börsen, die stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, wieder befeuern. Betrachtet man die Kursentwicklung im Hang Seng, dann war die nun beobachtbare Korrektur in Höhe von knapp 14 Prozent auch nicht verwunderlich. Nach dem Einbruch vom Hoch im Jahr 2007 auf das Tief im Jahr 2008 benötigte der Index bis zum Beginn dieses Jahres, um nachhaltig über die 61,8%-Retracement-Marke dieser Abwärtsbewegung auszubrechen. Dies setzte Energien frei, die zu einem Run an das 78,6%-Retracement innerhalb nur weniger Monate führte. Aktuell sehen wir den Kurs die Aufwärtstrendlinie vom 2008-Tief testen sowie das ehemalige Ausbruchsniveau. Kann sich der Kurs bereits hier stabilisieren, ist eine Wiederaufnahme der Rally nicht ausgeschlossen. Ein Kursziel aus charttechnische Sicht läge, wenn man den Abstand des Schenkels des steigenden Dreieckes, aus dem der Hang Seng ausgebrochen ist, auf diesen aufrechnet, bei 39.300 Punkten, und damit über dem 2007er Hoch von rund 32.000 Punkten. Kann die Trendlinie allerdings nicht verteidigt werden, wäre dies direkt mit einem weiteren Rückschlagrisiko von weiteren 13 Prozent auf 21.300 Zähler verbunden, wo sich das 50%-Retracement der 2007-2008-Abwärtsbewegung befindet. 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