Die EU27 haben vergangene Woche klargestellt dass es ohne einen formellen Antrag auf Artikel 50 und darauf folgend die Festlegung eines Punkteplanes durch alle Parteien keine formellen, und auch keine informellen Gespräche geben wird. Da kann Boris Johnson gerne versprechen, dass Großbritannien auch nach einem Austritt aus der EU noch uneingeschränkten Zugang zum EU-Binnenmarkt haben wird, und David Cameron kann auch noch so oft wiederholen, dass sein Nachfolger sehr wohl auch erst noch einmal mit der EU informell sprechen können wird – die Haltung der EU ist klar.

Vielleicht half das auch den Aktien auf die Sprünge. Vor allem Rohstoffwerte waren wieder auf den Gewinnerlisten, es scheinen sich einige dann doch daran zu erinnern trotz aller Brexit-Fokussierung, die die Märkte gerade entwickelt haben, dass die Markttumulte und Wachstumsprobleme für die Wirtschaft die daraus resultieren erst einmal keine Zinswende in den USA geben wird, also dass die Zinsen länger tief bleiben werden, das hilft dem Gold, dass die 1300-Dollar-Marke noch einmal getestet hat – erfolgreich, wie man hinzufügen sollte. Das hilft allen Rohstoffen, weil man davon ausgehen muss, dass der Dollar erst einmal nicht noch weiter aufwerten wird, wie gestern erwähnt steht etwa der brasilianische Aktienmarkt gar nicht mal schlecht da, alle Schwellenländer machen sich bereit für diese Phase neuerlicher Geldfluten der Zentralbanken. Diese Phase wird ihnen helfen, ihre Reformen weiter voranzutreiben, aber der Druck sinkt, dies extrem schnell tun zu müssen, was die Gefahr von politischen Fehlentscheidungen verringert, wie sie doch immer wieder etwa von George Soros oder Kyle Bass als unmittelbar bevorstehend etwa für China ausgerufen wurden. Die Gefahr von  Problemen von dort wird jetzt also erst einmal gesunken sein, und Trader könnten vielleicht einen Swing nach oben mitnehmen.

Das heißt aber erst einmal nicht, dass hier jetzt große neue Wachstumsfantasien eingepreist werden. Es wird lediglich ein Teil der Risikoprämie wieder herausgenommen, oder das könnte passieren, da die Wahrscheinlichkeit für eine Zinswende gesunken ist. Dass Investoren nicht in Jubelarien ausbrechen kann man gut daran sehen, was die Märkte machen, die von Anlegern traditionell angesteuert werden, wenn sie nichts mehr von Risiken wissen wollen: Staatsanleihen etwa. In den vergangenen vier Wochen wuchs das Volumen der Staatsanleihen, die mit negativen Zinsen versehen sind, um unglaubliche 1300 Milliarden Dollar – oder ein Achtel auf 11700 Milliarden Dollar. Investoren stürzen sich also auf sichere Häfen, akzeptieren leichte Dellen und Kratzer, um sich vor noch größeren Einschlägen woanders in Sicherheit zu bringen.

Das bedeutet aber auch: Da sitzt so immens viel Geld in diesen unangenehmen Negativzinspapieren, es muss nur ein Startschuss kommen, der das Geld von dort freisetzt, also eine größere Umschichtung der Fonds auslöst, und die Kurse der Risikopapiere wie Aktien könnten explodieren. Schauen Sie sich einmal den Wochenkerzenchart vom FTSE 100 an, der bildet eine potenzielle Bodenbildung in Form einer inversen SKS aus. Wird die aufgelöst, wären die Jahreshochs das Ziel. Die Frage bleibt, was diesen Impuls nach oben auslösen könnte. 

 

Bitte beachten Sie:

Die Inhalte dieses Marktkommentars dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als maßgebliche Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden. Die Inhalte sind niemals dahingehend zu verstehen, dass CMC Markets den Erwerb oder die Veräußerung bestimmter Finanzinstrumente, einen bestimmten Zeitpunkt für eine Anlageentscheidung oder eine bestimmte Anlagestrategie für eine bestimmte Person empfiehlt oder für geeignet hält. Insbesondere berücksichtigen die Inhalte nicht die individuellen Anlageziele oder finanziellen Umstände des einzelnen Investors. Die in den Inhalten wiedergegebenen Bewertungen, Schätzungen und Prognosen reflektieren die subjektive Meinung des jeweiligen Autors bzw. der jeweils zitierten Quelle, können jederzeit Änderungen unterliegen und erfolgen ohne Gewähr. In jedem Fall haftet CMC Markets nicht für Verluste, welche Sie direkt oder indirekt durch eine Anlageentscheidung erleiden, die Sie aufgrund der Inhalte getroffen haben.

Ausdrücklich weisen wir auf die bei vielen Anlageformen bestehenden erheblichen Risiken hoher Wertverluste hin. Insbesondere CFDs unterliegen Kursschwankungen. Ihr Verlustrisiko ist unbestimmbar und kann Ihre Einlagen in unbegrenzter Höhe übersteigen. Verluste können auch Ihr sonstiges Vermögen betreffen. Binaries und Countdowns unterliegen ebenfalls einem Risiko, da Sie Ihre Einlage verlieren können. Diese Produkte eignen sich nicht für alle Investoren. Stellen Sie daher bitte sicher, dass Sie die damit verbundenen Risiken verstehen und lassen Sie sich gegebenenfalls von dritter Seite unabhängig beraten. Sie sollten auch unsere Risikowarnungen für CFDs lesen. Anlageerfolge in der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft.