Es mag sich verrückt anhören, dass man nach dem Preissturz im Erdöl von einer Spekulationsblase liest. Die Börsen neigen zu Übertreibungen in beide Richtungen. So auch beim Ölpreis. Als der Ölpreis unter 30 Dollar sank, übertrafen sich viele auch große Adressen darin, möglichst tiefe Kursziele für den Ölpreis zu nennen. Noch nie hatten so viele Anleger auf weiter sinkende Ölpreise gesetzt, wie damals. Noch nie war der Pessimismus so groß. Das haben die Russen und Saudis erkannt, die seither – mit Erfolg – psychologisch am Ölmarkt intervenieren, indem sie nicht müde werden, immer wieder auf bald bevorstehende Förderdrosselungenhinzuweisen.

Die Strategie hatte Erfolg. Jetzt kostet ein 159-Liter-Fass Brentöl wieder 45 USD, 65% mehr als zu Jahresbeginn und genauso viel, wie Anfang Dezember 2016. Fundamental hat sich allerdings nicht viel geändert. Die amerikanische Ölproduktion sank zwar zuletzt auf dentiefsten Stand seit fast zwei Jahren, die Zahl aktiver Bohrtürme auf den tiefsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten. Dennoch sind Spekulanten von einer auf die andere Seite des Boots gerannt. Sie wetten zuletzt mit so viel Geld auf weiter steigende Ölpreise wie nie zuvor. Wahrscheinlich handelt es sich bei den aktuellen Preisen also wieder um eine Übertreibung, nur auf der Oberseite.

Die amerikanische Ölproduktion liegt 30% über dem Zeitpunkt vor gut zwei Jahrzehnten, als ähnlich wenige Bohrtürme aktiv waren. Das bedeutet dass sich die Produktivität kräftig erhöht hat. Außerdem hat das Fracking die Funktionsweise des Ölsektors dramatisch verändert. Dauerte es vor zehn Jahren noch viele Jahre, bis ein Ölvorkommen erschlossen wurde, kann ein Fracking-Vorkommen binnen weniger Wochen erschlossen und in Betrieb genommen werden. Viele Hundert Fracking-Vorkommen sind bereits vorbereitet und gebohrt und warten nur darauf, in Betrieb genommen zu werden. Die unterfinanzierten Fracking-Ölkonzerne in den Staaten dürften davon reichlich Gebrauch machen, um ihre Kreditzinsen an die Banken bezahlen zu können. Die Produktionsrückgänge der Staaten könnten also nur temporärer Natur sein.

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