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Börsencrash: DAX-Crash unter 10.000; US: Einreiseverbot wegen Coronavirus (CMC Espresso 12.3.20)

CMC Markets

Wie die Bundesregierung bereits gestern verlautbarte, wird sich die Mehrheit der Menschen in Deutschland am Ende mit dem Coronavirus infiziert haben. Die Maßnahmen, die jetzt ergriffen werden, dienen alleinig dem Ziel, die Ausbreitung nicht zu einer Überlastung des Gesundheitssystems werden zu lassen, nicht aber dem Versuch, die Ausbreitung zu verhindern. Das scheint nicht mehr möglich zu sein. 

Die panikartigen Verkäufe an den weltweiten Börsen führen zu einer dynamischen Abwärtsbewegung. Ein Ende ist nicht in Sicht. Die Probleme werden intensiviert durch die unvernünftige Entscheidung, gerade jetzt einen Preiskrieg am Ölmarkt loszutreten. Der Ölpreis hat sein Hoch gesehen und ist unter 35 Dollar erneut unter Verkaufsdruck. Ein Unterschreiten der Unterstützungen vom Wochenbeginn bei 29,50 bis 29,05 Dollar könnten neue Tiefs mit sich bringen. Durch diesen Preiskrieg zur Unzeit werden Kreditrisiken zusätzlich verschärft, die ohnehin schon hoch genug sind, da durch den Versuch, die Ausbreitung des Virus weite Teile der Wirtschaft stillstehen oder gerade zum Stillstand gezwungen werden.

Viele Unternehmen haben derzeit nur eine Frage, die sie sich stellen müssen: Überleben wir das? Und wie überleben wir das? Hier geht es jetzt darum, Kosten zu sparen, den Cash Flow positiv zu halten - um jeden Preis, damit das ausbleibende Geschäft nicht die Existenz des gesamten Unternehmens gefärdet. Durch den Rutsch unter 10486 Punkten gibt der DAX ein Signal für ein mögliches Ende des Bullenmarktes und ein Signal für den Beginn eines neuen Bärenmarktes. 

Käufer, die auf geldpolitische Rettungen warteten, um wieder in die Gewinnzone zu kommen werden enttäuscht. Die gut gemeinten Zinssenkungen der englischen und amerikanischen Notenbank sind verpufft. Jeder dieser Entscheidungen hat nicht dazu beigetragen, den Kursen im DAX eine andere Richtung zu geben als abwärts. Jetzt ist der Blick auf die EZB gerichtet aber viele beschleicht der Verdacht, dass auch neue geldpolitische Schritte der EZB wirkungslos verpuffen werden. Dass sich die EU-Staatschefs nicht auf ein einheitliches Vorgehen einigen können ist der eigentliche Skandal. Dass die USA sich jetzt gegen die EU-Einreise abschotten, ist die dazu passende Antwort. Die EU zeigt sich gerade vor der Weltöffentlichkeit als nicht handlungsfähig angesichts der Herausforderungen der Krise. Vielmehr ist der alte Grabenkampf entbrannt - der Norden möchte keine neuen Schulden, der Süden das Gegenteil - am Ende soll jeder für sich etwas machen. Das ist genau das Signal, das die Märkte jetzt nicht wollen!

Die Nervosität am Kapitalmarkt kann man an einem Sprung des VIX auf ein neues Hoch ablesen. Ein VIX über 50 Punkten zeigt massiven Stress am weltweiten Kapitalmarkt an. Niemand kann in einem solchen Umfeld sagen, ob es nicht wieder zu Handelspausen zur US-Börseneröffnung am Nachmittag kommen wird - einem automatischen "Limit Down":

1) Handelsunterbrechung Level 1: Ab einem Minus von 7% im S&P 500 Index gegenüber dem Kassaschlusskurs des Vortages wird der Handel für 15 Minuten unterbrochen.

2) Handelsunterbrechung Level 2: Ab einem Minus von 13% im S&P 500 Index gegenüber dem Kassaschlusskurs des Vortages wird der Handel erneut für 15 Minuten unterbrochen.

3) Handelsunterbrechung Level 3: Ab einem Minus von 20% im S&P 500 Index gegenüber dem Kassaschlusskurs des Vortages wird der Handel für den Rest des Tages beendet.

Die Handelsunterbrechungen 1) und 2) gelten allerdings nur für die Handelszeit VOR 20:25 Uhr (deutsche Sommerzeit). Kommt es danach zu diesen Verlusten wird der Handel bis zum Ende um 21 Uhr fortgesetzt. Wegen Sommerzeitumstellung sind alle US-Zeiten bis zum 29. März eine Stunde früher (zu deutscher Zeit). 

Bei 2854 Punkten gab es im S&P 500 Index kein Vorankommen. Nun müssen Risiken neu bewertet werden. Das alte Ausverkaufstief vom 28. Februar war kein Ende. Vielmehr ist hier jetzt ein Widerstand entstanden. Erst ein Überschreiten des Widerstands könnte die Situation entspannen.

Auch der Goldpreis eine Trendwende unter 1657,55 USD einleitet - es also darunter zu weiter fallenden Goldpreisen zu einer der Fibonacci-Preiserweiterungen kommen könnte - erweist sich Gold als sicherer Hafen. Über der genannten Preismarke kann sich ein bullischer Druckaufbau inklusive der Möglichkeit zu neuen Hochs ergeben.

Der DAX unterschreitet 10486 Punkte und stellt damit die Bodenbildung von 2016 in Frage. Jetzt kann es zu einem bärischen Druckaufbau in Richtung des Tiefs des Bodens bei 8696 Punkten kommen. Erst über 10486 Punkten wäre ein mögliches Signal für eine Entspannung gesetzt.

Das Signal für den bärischen Druckaufbau, der sich nun auch angesichts des gegen die EU seitens der USA ausgesprochenen Reiseverbots nach unten entlädt gab es bereits gestern durch das Scheitern bei dem Versuch, einen Stundenschlusskurs über 10909 Punkten auszubilden.


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