Die Anhörung der Notenbank-Präsidentin Yellen vor dem Senat brachte im Vergleich zur letzten Pressekonferenz vor einer Woche nicht viel Neues. Nur so viel, die Zinsen in den USA dürften noch eine lange Zeit sehr tief bleiben. Das wäre eigentlich in einer normalen Börsenphase gut für Gold, aber zu stark ist der Drang derzeit in den DAX und Aktien zu investieren, der letzte Woche einen Boden in Form einer Inselumkehr ausbilden konnte und gestern noch einmal eins drauflegte. Also schwimmt jetzt jeder die Bewegung mit, solange sie anhält. Die Aktienmärkte bauen gerade eine Erwartungshaltung auf: Jene, dass Großbritannien EU-Mitglied bleibt. Wird diese enttäuscht, gibt es ein böses Erwachen. Für den Moment kann man aber davon ausgehen, dass der DAX seinen Boden gefunden hat. Der Brexit könnte für die Börsen als Schreckensthema schon durch sein. Jetzt muss man sich einmal den Aufwärtstrend beim S&P 500 Index für amerikanische Standardaktien anschauen. Hier haben wir den Abwärtstrend seit 2015 durchbrochen. Gleichzeitig haben wir ein Trendfortsetzungssignal seit 2009. Und wir haben den Ausbruch mit der Korrektur der letzten zwei Wochen bestätigt. Wenn wir jetzt ein neues Hoch machen im S&P 500 Index wären neue Allzeithochs gut möglich. Auch wenn ich schon wieder darauf hinweise, man muss auch bedenken dass die Fonds weltweit auf den höchsten Barquoten seit dem Jahr 2001 sitzen. Sie sind sogar mehr in Cash als 2007. Das kann aber auch daran liegen, dass Aktien teurer sind als 2007. Und sie sind sogar teurer als im Jahr 2000, dem Hoch der Internetblase. Und daran erinnert uns jetzt ausgerechnet die US-Notenbank, die zuletzt dazu maßgeblich beitrug, dass wir so hoch steigen konnten. Die vorwärts gerichteten Kurs-Gewinn-Verhältnisse am amerikanischen Aktienmarkt seien deutlich über dem Median der letzten drei Jahrzehnte. Aktien seien anfällig für einen Rückgang zu den durchschnittlichen Bewertungen. Wenn man sich ansieht, um das wie vielfache ihrer Umsatzerlöse Unternehmen im S&P 500 Index für amerikanische Standardaktien derzeit bewertet sind dann erhält man einen Wert von knapp über 2.2. Im Jahr 2000 lagen wir bei einem Wert von 1,5, im Jahr 2007 bei 1,7. Der Median dürfte also noch darunter liegen. Wenn wir davon ausgehen dass wir die Bewertungsniveaus des Jahres 2000 wieder erreichen müsste der Markt also um 31% sinken. Das interessiert jetzt aber erst einmal niemanden. Wie die US-Notenbank gestern nämlich bestätigte hat sie die legale Basis für die Einführung von Negativzinsen und die EZB hat seit gestern auch die legale Basis für gezielte Anleihekäufe innerhalb des OMT-Programms, das bislang nie genutzt wurde, jetzt aber die Schlagkraft von Mario Draghi deutlich erhöht, nachdem das Bundesverfassungsgericht sich dem EuGH beugte. Seit es drum. Für den Moment halten Anleger den Risikoknopf ganz durchgedrückt, Gold sinkt, Staatsanleihen sinken, die Zinsen steigen, und auch der BitCoin fällt.