Das Wort "herb" muss man wohl in Anführungszeichen setzen, da sich der BitCoin ja stark entwickelt hat. Da ist ein Rückgang wie jetzt noch schwach. Aber es gibt einige Aspekte, die man frühzeitig und jetzt beachten sollte, denn Trends an der Börse entstehen meistens im Stillen und ohne große Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Stehen wir an einem Wendepunkt im BitCoin?

Der BitCoin ist ein Proxy für die akute China-Angst im Markt. Der Preis hat sich in den vergangenen Monaten von 4000 auf fast 9000 Dollar mehr als verdoppelt – gut die Hälfte dieser Bewegung trug sich zu, nachdem die Handelsgespräche zwischen den USA und China zusammengebrochen sind.

Heute sinkt das China-Angst-Thermometer um 7%. Es wird jetzt hier ein bisschen technisch über die angehängten Charts. Was man hier sehen kann:

1) Ein großer Boden im Tageschart von Dezember bis Ende März. Hier haben wir das 423,6%-Fibonacci-Ziel bei 8816 USD erreicht. Also die Norm einer impulsiven Bewegung ist im Ziel erreicht.



2) Im Stundenintervall besteht genau dort jetzt ein 123-Top, das solange aktiv ist, wie 9086 nicht überschritten werden.



War es das mit der akuten China-Angst? Meinem Eindruck nach ist die akute China-Angst engmaschig mit dem US-Dollar gegenüber dem Yuan verwandt. Seit die chinesische Notenbank vor einer Woche wiederholt sagte, sie werde einen Sprung im USD/CNH über 7 nicht tatenlos zusehen und das mit aller Kraft vermeiden hat sich auch die China-Angst aus dem Markt verabschiedet, obwohl wir seither auf beiden Seiten verbales Dauerfeuer haben, das eigentlich zuvor noch größere Schwankungen ausgelöst haben könnte.

Also kurz gesagt: Die China-Anst ist meiner Ansicht nach eine Angst vor einem Yuan-Crash im Format eines Wertverfalls wie wir ihn etwa bei der türkischen Lira gesehen haben und solange das nicht geschieht reagieren die Märkte mit relativer Gelassenheit. Die Rally im BitCoin war meiner Ansicht nach ein Ventil für diejenigen, die sich vor einer Yuan-Abwertung schützen wollten (oder auf eine solche spekulieren wollten).