13:15, 13 AUGUST 2019

DAX Saisonalität: Schmerzhafter 1000-Punkte-Einbruch voraus?

Dem DAX könnte ein weiterer Absturz drohen. Zumindest wäre das die Botschaft des jahreszeitlichen Verlaufs. Was viele nicht mitbekommen haben: Der DAX war im nächtlichen Handel schon einmal bei 11340 Punkten – also noch einmal gut 200 Punkte tiefer als aktuell. Sehen konnte man das etwa bei CMC Markets. Der Germany 30 Cash CFD ist auch in der Nacht handelbar (Handelszeiten: 0-2 Uhr; 2:15 Uhr – 22:15 Uhr; 22:30-23 Uhr, mehr erfahren). Technisch ließe sich unter bestimmten Bedingungen ein mögliches Ziel bei 10774 Punkten für die kommenden saisonal schwachen Wochen ableiten. Das wäre gut 800 tiefer als heute.

Saisonales Muster: Top-Muster als Bullenfalle

Im saisonalen Verlauf des DAX der vergangenen zehn Jahre ist der 27. April laut dem Researchportal Saisonax der Tag, an dem aktive Anleger Reißaus im DAX nehmen sollten. Seit der Finanzkrise vor zehn Jahren bildete der DAX nämlich im Schnitt an diesem Tag sein Jahreshoch aus. Auch in diesem Jahr dachten die Pessimisten am Markt, das saisonale Hoch im DAX recht gut abgepasst zu haben. Dieses wurde am 3. Mai erreicht, und zwar bei 12450 Punkten. Was folgte war eine Korrektur um 840 Punkte.

Im klaren Kontrast zum typischen jahreszeitlichen Verlauf hat der DAX in diesem Jahr ein weiteres Hoch ausgebildet, und zwar am 3. Juli. Dieses Hoch lag mit 12660 Punkten um 210 Punkte höher als jenes, das exakt zwei Monate zuvor erreicht wurde. Dieses Hoch währte jedoch nicht lange. Was folgte war im ersten Zug ein Kurseinbruch um 365 Punkte – dieser Kursverlust war der Anfangsimpuls einer Abwärtsbewegung, die den DAX bis zum 6. August um weitere 955 Punkte fallen ließ.

Für Chartanalysten besonders spannend: 955 Punkte sind exakt 261,8% mehr als 365 Punkte – eine Fibonacci-Zahl, an der sich Trendausdehnungen orientieren können und mit der man im Vorfeld aus diesem Grund genau jenes nächtliche Tief bestimmen konnte, von dem aus sich der DAX wieder um gut 500 Punkte erholen konnte.

DAX Kurs: Bedrohliche saisonale Divergenz

Was wir jetzt festhalten können: Das Hoch am 3. Juli stellt eine saisonale Abweichung, eine Divergenz dar. Der Ausbruch über das echte saisonale Hoch vom 3. Mai war – das kann man heute ebenfalls festhalten – eine Falle für die Käufer.

Fibonacci: Mögliche Tiefs im Vorfeld identifizieren

Wie oben bereits angesprochen kann man mögliche saisonale Tiefs mit der Kombination von Fibonacci-Preiserweiterungen bestimmen. Der DAX bildet normalerweise saisonal am 5. September ein Tief aus. Also könnte der DAX noch einmal tiefer als 11340 Punkte sinken, bevor das Korrekturtief gefunden sein wird.

DAX: Big Picture Chartanalyse

Folgende DAX Chartanalyse vereinigt die in diesem Artikel gewonnenen Erkenntnisse. Saisonal könnte ein weiteres Tief im DAX entstehen. Um zu eruieren, wo dieses Tief liegen könnte, hilft ein Chart-Pattern, das ich täglich von 9 bis 10 Uhr im Livestream auf YouTube in der Praxis anwende: Ein 123-Muster. Im DAX entstand ein 123-Top, also ein Trendwendemuster, das das Ende eines Aufwärtstrends ankündigt. Das Tief im Germany 30 Cash CFD (Handelszeiten: 0-2 Uhr; 2:15 Uhr – 22:15 Uhr; 22:30-23 Uhr) wurde am 6. August um 1:45 Uhr fast erreicht.

Das Tief lag bei 11340,11 Punkten – die 261,8% Fibonacci-Preiserweiterung des 123-Tops liegt bei 11336,83 Punkten. Das Ziel wurde also quasi erreicht. Von nun an gilt: Ein Tagesschlusskurs (23 Uhr) des Germany 30 Cash CFD unter 11336,83 Punkten könnte den CFD zur 423,6% Fibonacci-Preiserweiterung bei 10774 Punkten führen. Idealerweise tritt dieses Tief um den 5. September herum auf. Das würde zur Saisonalität passen. Merke: Am 12. September tagt die EZB. Sie könnte neue geldpolitische Maßnahmen verkünden. Interessanterweise folgt saisonal auf das Tief am 5. September eine kurze impulsive Aufwärtsbewegung. Diese würde zu einem möglichen Front-Running im Vorfeld der EZB passen.

Es gilt jedoch auch: Vermeidet der DAX tiefere Kurse als das bisher erreichte Nachttief vom 6. August, dann könnte die Erholung seither um gut 500 Punkte Ausgangspunkt für ein 123-Tief sein. Die Bedingung dafür werde ich in der 9-Uhr-Sendung CMC TV für Sie im Blick behalten.

08:25, 13 AUGUST 2019

Ist der DAX im August zu einem Boden fähig?

Die Börse ist wie ein großer Baukasten, nur baut man nicht selbst, sondern schaut andere, anonyme Leute beim Bauen zu und kann darauf setzen, ob die eine oder andere Seite gerade das stabilere Bauwerk errichtet. Überträgt man diese Metapher auf die Börse dann haben wir jetzt eine schöne Möglichkeit für die Bullen, also die Optimisten und Käufer, die Kontrolle an sich zu reißen und zwar wenn der DAX es vermeidet in den kommenden Tagen 11440 Punkte zu unterschreiten und stattdessen über die Hochs von letzter Woche bei 11835 Punkten übersteigt. Die andere bärische Variante wäre damit auch schon erklärt, unter 11336 Punkten auf Tagesschluss wäre möglicherweise die Fahrt frei bis 10744 Punkte.

Gold: Das Fiebertermometer klettert nach oben

Gold ist nicht aufzuhalten und das ist so ein Nebenschauplatz für den DAX, denn warum sollte Gold weiter steigen wenn alles in Ordnung wäre in der Welt. Das ist ziemlich brachial was die Gold-Bullen da im grünen Kreis gebaut haben, ein Monument ihrer Stärke. Offenbar will Gold unbedingt den 6 Jahre alten Widerstand bei 1532 Dollar sehen. Hier geht es um alte Wunden und offene Rechnungen, Goldkäufer, die jahrelang den Bärenmarkt mitgemacht haben, wittern Morgenluft.

China: Licht und Schatten in Fernost

Dollaryuan könnte eine Ursache sein, warum den Leuten der Appetit auf Gold nicht vergeht, China wertet weiter ab, heute Morgen lag das Fixing bei 7,0326 und damit sinkt die chinesische Währung weiter. Micron Technology, ein Chipriese aus den Staaten, sieht eine kräftige Nachfragebelebung, das erwähne ich deshalb hier, weil Chips in allen Technologieprodukten verbaut sind und wenn da die Nachfrage steigt dann oft auch in der Gesamtwirtschaft, wenngleich mit Zeitverzögerung.

Während wir uns also auf den Handelskrieg fokussieren, könnte in der Gesamtwirtschaft langsam aber sicher eine Stabilisierung eintreten, eine Art Gewöhnungseffekt. Vermutlich auch deshalb, weil Chinas Wirtschaft nicht leidet unter den amerikanischen Strafzöllen, jedenfalls wächst der Export Chinas, und wir erfuhren heute Nacht, dass die ausländischen Direktinvestitionen in China um 8,7% im Juli wuchsen, seit Jahresanfang beträgt das Plus 7,3%. Also davon, dass hier Industrie und Investoren abwandern, wie es der US-Präsident behauptet, ist nichts zu sehen.

Zaghafte Bodenbildung bei chinesischen Aktien

Chinas Festlandaktien, hier der China A50 CFD, haben einen Boden im Vierstundenchart ausgebildet. Ist das ein Vorläufer für den DAX? Immerhin hat auch der S&P 500 Index in den USA kein Top ausgebildet. Das ist ein technisch betrachtet bislang ein ganz normaler Rücklauf. Aber hier wird es jetzt auch spannend ob der S&P das alte Hoch von Januar 2018 hält und wenn nicht, ob die darunter in grün verlaufende 200-Tage-Linie verteidigt werden kann.