Marktupdate - DAX dreht ins Plus / Abstand italienischer und deutscher 10-jähriger Anleihen auf tiefstem Stand seit Juli 2011
Marktupdate - 03.01.2014 - Stand: 14:05 Uhr Andreas Paciorek / Marktanalyst CMC Markets UK Plc Das Börsenjahr beginnt spannend. Zuerst eröffnete der DAX gestern den ersten Handelstag mit einem neuen Allzeithoch um dann sogleich um knapp 1,6 Prozent* auf rund 9.400 Punkte abzustürzen. Nach eher drückenden Vorgaben aus den USA und Asien, konnte der DAX heute nach europäischen Wirtschaftsdaten leicht zulegen*. Auch der MDAX und TecDAX verteuern* sich. Die europäische Zentralbank veröffentlichte heute Zahlen zum Geldmengenwachstum und der Kreditvergabe in der Euro-Zone für den Monat November. Dabei zeigte sich, dass trotz rekordniedriger Zinsen die Geldmenge nur langsam wächst und die Kreditvergabe im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar noch um 2,3 Prozent abgenommen hat. Damit bleibt ein größerer Inflationsdruck in der Euro-Zone aus. Heutige Zahlen zur Inflation in Italien zeigten einen Anstieg der Verbraucherpreise im Jahresvergleich von lediglich 0,7 Prozent im Dezember. EZB-Präsident Mario Draghi zeigte sich zuletzt besorgt über die niedrige Inflation im Euro-Raum. Positiv gewertet werden kann allerdings der Rückgang des Abstands zwischen 10-jährigen italienischen Staatsanleihen und entsprechenden deutschen Schulden auf unter 200 Basispunkte. Dies ist der niedrigste Spread seit Juli 2011 und deutet darauf hin, dass die Risikoprämie abnimmt. Für Spanien wurden zudem bessere Arbeitsmarktdaten vermeldet. Das Arbeitsministerium veröffentlichte mit 2,2 Prozent weniger Arbeitslosen den stärksten Rückgang aller Zeiten in einem Dezember. Nach den jüngsten Rekordständen in zahlreichen Indizes kann eine Konsolidierung durchaus als normal angesehen und eventuell sicher auch als gesund erachtet werden. Weitere Abgaben könnten dadurch folgen, ohne das generelle, positive Momentum an den Aktienmärkten einzutrüben. Interessant ist zu beobachten, dass die Nachfrage nach als sicher empfundenen Anlagen seit dem Jahreswechsel zugenommen hat. So stieg beispielsweise zuletzt, insbesondere in Asien, die Nachfrage nach physischem Gold. Auch der japanische Yen konnte zulegen. Es wird sich zeigen müssen, ob hier die Vorläufer zu einer größeren Umschichtung von Aktien hin zu weniger risikoreichen Anlagen erkennbar sind oder es sich einfach um eine technische Gegenreaktion nach den starken Verlusten des Edelmetalls und des japanischen Yen, handelt. So hatte der JPY letztes Jahr knapp 15 Prozent an Wert gegen den USD eingebüßt. Das Edelmetall Gold hatte im Zuge der Aktienrally im Jahre 2013 sogar 28 Prozent abgegeben. Die Abnahme des Spreads zwischen italienischen und deutschen 10-jährigen Anleihen könnte eher für eine technische Gegenreaktion sprechen. Auch charttechnisch ist eine Konsolidierung in den Märkten durchaus nachvollziehbar. So haben sich viele Indizes inzwischen sehr weit von ihren 200-Tages-Durchschnittskursen entfernt. Die Nachrichtenlage aus den USA ist heute relativ dünn. Der ISM Herstellerindex für New York wird gefolgt von dem wöchentlichen Statusbericht zu den Rohölbeständen in den USA. Im Fokus der Investoren könnte die erwartete Rede des amtierenden US-Notenbankpräsidenten Ben Bernanke um 20:30 Uhr deutscher Zeit sein. Die jüngsten Zahlen aus den USA zeichnen das Bild einer fortgesetzten Erholung in der weltgrößten Volkswirtschaft. Vorbörslich handelt der S&P 500 gegenwärtig etwa um den Vortagesschlusskurs, während der Dow Jones knapp 30 Punkte* höher gehandelt wird. * Gegenüber dem Vortagesschlusskurs ** Gegenüber dem Vorquartal *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden