Was als Zählung von Infektionszahlen in Chinas Hubei-Provinz begann, ist jetzt zu einer weltweiten Zählung geworden. Weltweit gab es vor dem Wochenende 315796 Infektionen und 13593 Todesfälle - jetzt sind es 23386 mehr Infektionen und 1110 mehr Todesfälle. Da die Menschen zuhause bleiben brechen weite Teile der Wirtschaft weg. Gastronomen müssen ihre Restaurants schließen, Flughäfen werden zu Parkplätzen und Vermieter müssen fürchten, dass ihnen bald ihre Mieterträge wegbrechen. Menschen, die in Kurzarbeit gehen, erhalten zwar einen teilweisen Lohnausgleich. Das kann aber auch zu wenig sein, um Rechnungen zu bezahlen, die trotzdem weiter gestellt werden.

Einbruch des US-BIP um 50%?

Die Gesellschaft hat in einen Risikovermeidungsmodus gewechselt. Das sieht man auch an der Börse. Bodenbildungsversuche gibt es - aber keine Bodenbildungen. Die USA drohen zum neuen Epizentrum des Coronaausbruchs zu werden. Goldman Sachs rechnet mit einem Einbruch des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts um 30% im zweiten Quartal. James Bullard von der amerikanischen Notenbank schließt sogar ein Anschnellen der Arbeitslosenquote auf 30% in den USA nicht aus. 

Die wirtschaftspolitisch richtige Antwort auf diese Entwicklungen ist unbekannt. Während der japanische Premierminister von der Möglichkeit einer V-förmigen Erholung nach Eindämmung des Coronavirus spricht, konnte man sich in den USA gestern im Senat nicht auf ein Stützungspaket für die Airlines und andere wirtschaftlich hart getroffene Branchen einigen. Die Unsicherheit ist hoch und steigt wieder, nachdem man am Freitag noch das Szenario einer Beruhigung spielte. Gut abzulesen an Volatility Index April 2020 Forward CFD, der das Trendwendemuster von letzter Woche bei über 67,30 Punkten in Frage stellen könnte. 

Der Dow Jones Index für amerikanische Industrieaktien zeigte am Freitag ein Unvermögen einer Bodenbildung. Der Widerstand im roten Kreis im Chart konnte nicht überwunden werden. Es kam zu einem bärischen Druckaufbau und wir notieren nun auf tieferen Tiefs. Neue Impulse, die Basis sein könnten für einen neuen Bodenbildungsversuch sind nicht zu erkennen.

DAX: Anstieg am Freitag war Bullenfalle?

Ähnlich verhält es sich mit dem DAX. Der Anstieg am Freitag war heikel, da nicht bestätigt durch die US-Indizes. Nun fällt der Index zurück. Droht dem DAX bei 8618 Punkten ein ähnliches Szenario wie im Dow Jones am Freitag? (roter Kreis?). Sollte es der DAX schaffen, diese Marke zu übersteigen, würde die Bodenbildung reaktiviert. Bleibt er darunter und würde er diese Marke als Widerstand bestätigen könnte es zu einem bärischen Druckaufbau und neuen Verkäufen kommen.

Wall Street: Big Picture trübt sich ein

Das Große Bild trübt sich weiter ein. Im Dow Jones Index für amerikanische Industrieaktien könnte am Ende des Monats ein Schlusskurs unter 21494 Punkten den elfjährigen Bullenmarkt beenden. Ein solcher Schlusskurs würde ein umgekehrtes Dreieck als Trendwendeformation aktivieren. Mögliche Ziele daraus liegen bei 18121 und 16036 Punkten. Nun wird es spannend wie sich der US 30 Cash CFD an der 61 8% Fibonnacci Preiserweiterung bei 18121 verhalten wird. Kommt hier ein neuer Bodenbildungsversuch in den Markt? 

Zu beachten ist, dass die US-Futures in der Nacht bereits durch "Limit Down" im Handel nach unten begrenzt wurden. Vor 14:30 Uhr ist also ein allzu starker Absturz der US-Futures nicht möglich. 

Limit Up und Limit Down: Was ist das?

Der elektronische vorbörsliche Handel bei den US-Index-Futures (S&P 500, Dow Jones, Nasdaq) wird bei einer Grenze von 5% Schwankung in die eine oder andere Richtung gegenüber dem Schlusskurs des Vortages im Handel eingegrenzt. Konkret bedeutet das, dass außerhalb dieser Grenzen nicht gehandelt werden kann. Das ist dann erkennbar, wenn Kauf und Verkauf in der Handelsplattform von US SPX 500, US 30 und US NDAQ 100 ausgegraut dargestellt werden. 

Steigt einer dieser Indizes vor der offiziellen US-Börseneröffnung um mehr als fünf Prozent, dann wird der Handel nach oben begrenzt. Es findet darüber kein Handel mehr statt. Fällt der Index wieder unter diese Marke wird der Handel wieder aufgenommen. Dabei handelt es sich um ein so genanntes Limit Up. Im umgekehrten Falle sinkt der Index gegenüber dem vorigen Schlusskurs um 5%. Dann findet unter dieser Grenze kein Handel statt. Steigt der Index wieder über diese Marke, wird der Handel wieder aufgenommen.

Der Handel wird erst wieder nach US-Börseneröffnung aufgenommen. Dann werden Limit Up / Limit Down Grenzen automatisch wieder deaktiviert.

Volatilitätsunterbrechungen im regulären US-Handel

Im regulä ren Handel gibt es ebenfalls Handelsunterbrechungen, die diesen Regeln folgen:

Handelsunterbrechung Level 1: Ab einem Minus von 7% im S&P 500 Index gegenüber dem Kassaschlusskurs des Vortages wird der Handel für 15 Minuten unterbrochen.

Handelsunterbrechung Level 2: Ab einem Minus von 13% im S&P 500 Index gegenüber dem Kassaschlusskurs des Vortages wird der Handel erneut für 15 Minuten unterbrochen.

Handelsunterbrechung Level 3: Ab einem Minus von 20% im S&P 500 Index gegenüber dem Kassaschlusskurs des Vortages wird der Handel für den Rest des Tages beendet.

Die Handelsunterbrechungen 1) und 2) gelten allerdings nur für die Handelszeit VOR 20:25 Uhr (deutsche Sommerzeit). Kommt es danach zu diesen Verlusten wird der Handel bis zum Ende um 21 Uhr fortgesetzt. Wegen Sommerzeitumstellung sind alle US-Zeiten bis zum 29. März eine Stunde früher (zu deutscher Zeit). 

Hohe Spreads: Hier ist die Ursache!

Die derzeit höheren Spreads zwischen Kauf- und Verkaufskurs etwa im Germany 30 Cash CFD aber auch im US 30 Cash CFD sind auf die hohe Volatilität und ein gleichzeitig relatives Austrocknen des Orderbuchvolumens zurückzuführen. Viele elektronische Handelsprogramme können mit der derzeit hohen Volatilität nicht umgehen und nehmen nicht am Handel teil. Viele Anleger schauen sich das Geschehen von der Seitenlinie an und bleiben dem Handel fern. Resultat dessen ist ein höherer Abstand zwischen Kauf- und Verkaufskurs, der Spread geht nach oben. Die Ursache für den höheren Spreads liegen also am Referenzmarkt und müssen von CMC Markets weitergereicht werden. Die umfangreichen Maßnahmen der amerikanischen Notenbank zur Flutung der Märkte mit Liquidität sollen helfen, die ordnungsgemäße Funktion der Märkte sicherzustellen. Für den Moment kann es ratsam sein, über die Nutzung von Limit-Orders im täglichen Handel nachzudenken, um unberechenbaren Spread-Ausweitungen bei einer Market-Order ausweichen zu können.