Um die Gewinnsituation der Unternehmen steht es gut, die Weltwirtschaft wächst und die Börsen haussieren. Trotzdem bewegen sich die Aktienmärkte seit Jahresbeginn lediglich seitwärts. Das wirft die Frage auf: Kommt ein Bärenmarkt auf uns zu? Es gibt Indikatoren, auf die jeder Anleger achten kann, die zusammen genommen in der Vergangenheit ein recht gutes Indiz dafür waren, dass es jetzt abwärts gehen könnte.

Anleger sind mit sich zufrieden

Wenn die Kurse an den Börsen fallen ist das kein Hinweis mehr, dass der Crash kommt. Jahr für Jahr war das aber genau die Stimmung, die am Markt herrschte. Immer wieder neue Warnungen. Und die Börsen kletterten an dieser Wand der Skepsis nach oben. Das hat sich verändert. Neue Tiefs in der laufenden Korrektur bei Aktien sind lediglich neue „Schnäppchenstufen“, die vermeintlich zum günstigen Einstieg einladen. In diesem Stimmungswechsel liegt eine Gefahr. Die zunehmende Selbstzufriedenheit der Anleger sendet Warnsignale aus der Sentimentanalyse.

Invertierte Zinskurven

Und dann gibt es da noch die Zins-Problematik in den USA. Wenn die Zinsen, die man für die Geldleihe für zwei Jahre bekommt plötzlich höher stehen als die für zehn Jahre dann läuft etwas schief. Dann sehen die Börsen also kurzfristig höherer Risiken als langfristig. Noch ist es nicht soweit. Die Differenz ist aber auch nur noch 0,3 Prozentpunkte groß. Vor einem Jahr war es noch ein ganzer Prozentpunkt. Seit dem zweiten Weltkrieg hat sich die US-Zinskurve achtmal invertiert und achtmal folgte darauf eine Rezession.

Brummender Arbeitsmarkt

Wenn die Menschen nach Arbeit suchen und sie auch finden, dann suchen Unternehmen nach Talenten, die ihnen helfen, ihr Wachstum zu verbessern. Ein brummender Arbeitsmarkt ist also ein Zeichen, dass Firmen optimistisch in die Zukunft blicken. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die immer Donnerstags für die USA veröffentlicht werden, geben zeitnah Einblick in den amerikanischen Arbeitsmarkt. Wenn die Menschen anfangen immer mehr Anträge zu stellen kann das ein Hinweis darauf sein, dass sich dunkle Wolken am Horizont ausbilden. Hier lassen sich aktuell keine Hinweise auf einen steigenden Trend ausmachen.

Mega-Übernahmen

Als America Online (AOL) am 10. Januar 2000 Time Warner für 183 Milliarden USD übernahm war das die größte Firmenübernahme in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Drei Monate später erreichte der Aktienmarkt einen Höhepunkt. Was folgte, war das Platzen der Internetspekulationsblase. Mega-Übernahmen finden also meist dann statt, wenn der Optimismus am größten ist. Danach kann es abwärts gehen. Achten Sie also auf Ankündigungen in dieser Richtung!

Fazit

Der Gaul wird in diesem Bullenmarkt geritten werden, bis er tot umfällt. Wer wollte, dass der Gaul noch schneller rennt, als er es ohnehin schon zehn Jahre lang tat, der hatte im Oktober einen eindrucksvollen Beweis dafür bekommen, dass dies nicht mehr möglich war. Der Gaul bockte, die Kurse an der Wall Street lehnten es ab, ihre Januarhochs zu überwinden. Damit wurde auch – und bis gegenteiliges bewiesen ist muss man davon ausgehen - der Versuch beerdigt, den Bullenmarkt fortzusetzen. Achten Sie von nun an auf die genannten Faktoren, um ihre eigenen Investment-Entscheidungen zu unterstützen.

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