Marktupdate - DAX fällt unter 9.600 Punkte / US-Gewinnmitnahmen vor beginnender Berichtssaison belasten DAX
Von Andreas Paciorek, Marktanalyst CMC Markets, Stand: 11:52 Uhr Nachdem letzte Woche die Märkte im Vorfeld der EZB-Sitzung und den US-Nonfarm-Payrolls Spannung aufgebaut haben, kam es im späten Freitagshandel zu Gewinnmitnahmen* an den US-Börsen. Insbesondere Technologiewerte führten die Verluste an und zogen den Nasdaq um knapp 2,6 Prozent* nach unten. Anlass könnte unter anderem die diese Woche beginnende Berichtssaison in den USA sein. Viele Analysten haben ihre Gewinnererwartungen für das erste Quartal 2014 nach unten revidiert und so befürchten einige Anleger, dass einige Aktien inzwischen zu hoch bewertet sein könnten. Die Gewinnabgaben setzten sich zu Beginn der Woche auch in Asien* und Europa* fort. Der DAX fällt* am Vormittag auf knapp unter 9.600 Punkte zurück und auch die zweite Reihe aus MDAX und TecDAX können sich dem Abgabedruck nicht entziehen*. Die Berichtssaison beginnt am Dienstag traditionell mit Alcoa, die ihre Zahlen für das erste Quartal 2014 veröffentlichen. Investoren scheinen im Hinblick der Unternehmensergebnisse auch aufgrund des Ausnahmewinters in den USA auf Nummer Sicher gehen zu wollen. Laut FactSet Research könnten die Ergebnisse der S&P 500-Unternehmen im ersten Quartal um 1,2 Prozent zurückgegangen sein, was den ersten Gesamtrückgang seit dem dritten Quartal 2012 markieren würde. Am Morgen vermeldete das Statistische Bundesamt die Zahlen zur deutschen Industrieproduktion im Februar. Demnach hat die Gesamtproduktion der deutschen Industrie mit einem saisonbereinigten Wachstum von 0,4 Prozent** den vierten Monat in Folge zugelegt. Analysten waren im Vorfeld nur von einem Wachstum von 0,2 Prozent*** ausgegangen. Das Statistikamt kommentierte, dass aufgrund der guten Produktionszahlen in den ersten beiden Monaten und einer guten Entwicklung von Bestellungen, der Output des ersten Quartals das des letzten Quartals 2013 spürbar übersteigen könnte. Das Sentix-Anlegersentiment wiederum deutet auf eine Skepsis unter Anlegern bezüglich der wirtschaftlichen Dynamik in Deutschland hin. So fiel das Barometer im April um 1,8 Zähler im Vergleich zum Vormonat auf nun 28,9 Punkte, dem niedrigsten Wert seit Oktober. Für den Euroraum hingegen scheinen Anleger weiterhin optimistisch zu bleiben. Hier konnte der Index leicht um 0,2 Punkte zulegen auf 14,1 Zähler, dem höchsten Wert seit drei Jahren. Am Nachmittag werden noch Zahlen zur Entwicklung der US-Verbraucherkredite für den Monat März erwartet, bevor morgen die US-Berichtssaison beginnt. Am Mittwoch dürften alle Blicke auf die Sitzungsprotokolle der letzten Offenmarktausschuss-Sitzung vom 18. und 19. März gerichtet sein. Investoren werden die Protokolle Buchstaben für Buchstaben nach Hinweisen durchsuchen, wann eine Zinswende in den USA einsetzen könnte und nach welchen Kriterien die amerikanische Notenbank die Qualität der amerikanischen Erholung bewertet. Vorbörslich handelt der Dow Jones und S&P 500 gegenwärtig unter dem jeweiligen Freitagsschlusskurs. * Gegenüber dem Vortagesschlusskurs ** Gegenüber der Vorperiode *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden