Neue Trader, die zu uns kommen und den DAX handeln möchten fragen oft nach der richtigen Chart-Einstellung oder dem richtigen Werkzeug, um einen guten Einstieg in den Markt zu bekommen. Sie begehen damit einen entscheidenden Fehler, denn sie versuchen den zweiten oder dritten Schritt vor dem ersten zu tun. Wäre es nicht besser, eine Google-Tabelle zu öffnen, um sich Gedanken über seinen Handel zu machen, bevor er beginnt? Ich meine schon und möchte das in den folgenden Zeilen mit Argumenten untermauern.

In der Hitze des Gefechts

Wenn es an den Märkten heiß hergeht, die Kurse stark steigen, sich Chancen bieten und Sie schnell im Markt sein müssen, um die Bewegung nicht zu verpassen geht es um Sekunden. Im Vorfeld zu diesen Sekunden, die wir im zweiten Teil der Privathändlerausbildung beschrieben haben, sollten Sie alles getan haben, um sich in diesem Moment ausschließlich auf das Absetzen der Order und den richtigen Zeitpunkt konzentrieren zu können. Diese Checkliste gibt Ihnen einen Überblick zur notwendigen Vorarbeit:

  • Haben Sie Standardeinstellungen für die Anzahl an CFDs getroffen, sodass das Orderticket bereits richtig eingestellt ist?
  • Haben Sie sich Gedanken gemacht, wie groß Ihr maximaler Verlust sein darf?
  • Wissen Sie, wie groß Ihr Stoplossabstand in der Regel ist und wie viel Verlust Sie bei der gehandelten Anzahl bis zum Stop verlieren würden?
  • Für Fortgeschrittene: Haben Sie aktiviert, dass Sie bereits mit einem Klick eine Order platzieren können, die Ihren Standardeinstellungen entspricht?

Wie viel Risiko ist richtig?

Es ist immer eine gute Idee vernünftig zu wirtschaften und zu haushalten. Am Ende müssen Sie als Trader in der Lage sein, auch schlechte Trading-Phasen mit langen Verlustserien mental verarbeiten zu können. Im Kasino kann zehnmal in Folge die Kugel auf schwarz fallen. Im Trading ist es ähnlich: Es wird der Zeitpunkt kommen, wo Sie viele Fehl-Trades in Folge abschließen. 

Diese so genannten Drawdown-Phasen dürfen auf keinen Fall dazu führen, dass sie die Kontrolle verlieren, die Flinte ins Korn werfen oder noch schlimmer: Versuchen durch Aktionismus aufgelaufene Verluste wieder zurückzuholen. Diese Art von "Rachefeldzug"-Trading führt nur dazu, dass Sie Ihre bis dahin aufgelaufenen Verluste einfach noch einmal verdoppeln oder verdreifachen. Sie müssen also vermeiden, aus der Bahn geworfen zu werden, wenn etwas nicht gut läuft. Nur wie soll das gehen?

Lassen Sie uns zur Beantwortung dieser Frage einmal durchrechnen, was mit einem 10.000-Euro-Konto passiert, wenn sie zehnmal in Folge einen Verlust von einem Prozent der Kontogröße realisieren. Dann werden Sie nur noch 9043 Euro auf Ihrem Konto haben (Formel für Google-Tabellen: 10000*0,99^10), also einen Verlust von 956 Euro realisiert haben. Verlieren Sie pro Fehl-Trade nur 0,25%, werden Sie nach zehn Fehlschlägen nur 247 Euro verloren haben. Das ist ein himmelweiter Unterschied und Sie müssen für sich entscheiden, wo ihre Wohlfühlzone liegt und bei welchem Verlust sie beginnen, ihre Contenance zu verlieren, das Trading nicht mehr aufregend zu finden, sondern wenn es beginnt, sie nervös zu machen. Wollen Sie pro Fehl-Trade im Schnitt 95 Euro verlieren oder 24 Euro?

Beantworten Sie diese Frage bitte für sich selbst! Wenn Sie das getan haben müssen wir im nächsten Schritt die Positionsgröße so einstellen, dass pro Trade eben in normalen Marktverhältnissen immer nur dieser Verlust auftreten kann. Sie mögen sich nun fragen: Wie kann ich so etwas im Vorfeld einstellen? Die Antwort lautet, dass Sie dies immer tun können, wenn Sie wissen, an welchem Punkt sie wieder aus dem Markt raus sein wollen, nachdem sie eingestiegen sind. Sie sollten also immer eine entsprechende Order platzieren, die Ihren Trade beendet, wenn ein bestimmter Kurs erreicht wird, der gegen ihre beabsichtigte Trendbewegung steht. Kaufen Sie den Germany 30 Cash bei CMC Markets also bei 12000 Punkten mit einem Ziel bei 12050 Punkten müssen Sie noch bevor sie die Order absetzen wissen, ab welchem Rückgang unter Ihren Einstiegskurs sie denken, dass der Anstieg auf 12050 Punkte wohl eher nicht mehr kommen wird. 

Kein Trade ohne Notausgang

Das ist sicherlich subjektiv, aber das ist es woran man sich gewöhnen muss. Die Zukunft heißt vielleicht und wir als Trader müssen anerkennen dass man keine Kauf- und Verkaufsentscheidungen treffen kann, ohne es mit Unsicherheit zu tun zu haben. Es gibt zahlreiche Methoden, die helfen können Wahrscheinlichkeiten einzugrenzen und helfen, dritt- und zweitklassige Trading-Chancen von erstklassigen Chancen zu trennen. Die Privathändlerausbildung oder das Strategie-Video zur EMA-SMA-Trading-Methode gibt Ihnen Hinweise zu diesen Methoden. Wenn Sie die Privathändlerausbildung durchlaufen haben und wenn Sie sich mit Analysemethoden auseinandergesetzt haben (hier kommen die Charts ins Spiel!) sollten Sie in der Lage sein sagen zu können wo Ihr Stop-Kurs in oben genanntem Beispiel liegen muss, um diesen Stop gegenüber zufälligen Marktbewegungen schützen zu können und dann aus dem Markt zu sein, wenn wichtige, zentrale Supportniveaus verletzt worden sind. Das ist abstrakt und benötigt Zeit, aber es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und es gibt hier auch keine Abkürzungen. Wir helfen Ihnen in der Community auf CMC TV gerne, diesen Weg zu beschreiten. 

Betrachten Sie den Stopkurs als die Feuerleiter, die Ihnen im Notfall das Leben rettet. Sicherlich: Wenn Sie in einem Hochhaus in den 20. Stock fahren dann wird sich der TüV davor darum gekümmert haben, dass Sie einen Fluchtweg im Brandfalle haben. Das ist an den Märkten nicht so. Die Realität ist: Sie sind gänzlich und vollumfänglich auf sich selbst gestellt. Es wird Ihnen im Notfall niemand helfen. Es gibt keinen Alarm und auch keine Feuerleiter, außer, sie haben zuvor eine installiert. Genau das ist der Stop. Ohne den spielen sie sprichwörtlich an den Märkten mit dem Feuer. 

Nun stellt sich grundsätzlich die Frage, ob man mentale Stops oder echte Stops setzen möchte. Fortgeschrittene Trader wählen oft mentale Stops, weil sie einfach bei kurzfristigen Schwankungsspitzen nicht zwingendermaßen aus einer Position gespült werden wollen. Das bedarf einem hohen Maß an Disziplin und vor allem ist es hier nicht möglich, kurz zum Mittagessen zu gehen und die Position ungeschützt weiterlaufen zu lassen. Hier muss man ständig vor dem PC sitzen und aufpassen wie ein Schießhund, was mit der Position passiert. 

Echte Stops wie Sie sie bei CMC Markets aufgeben sind bei uns im System hinterlegt. Wenn Sie eine Stoporder aufgeben können Sie sich auch von der Plattform abmelden, ihr Stop wird weiter aktiv bleiben. 

Abwägungen zum richtigen Stopabstand

Viele gerade neue Trader erleben immer wieder das Phänomen, das Stopkurse erreicht werden, sie aus der Position gekegelt werden, nur um anschließend zu sehen, das sich der Markt dann doch in die richtige, erwartete Richtung bewegt. So etwas lässt sich nie gänzlich vermeiden - das einzige, was es darüber wirklich zu sagen gibt, ist, dass Sie den Markt an dieser Stelle falsch eingesetzt haben. Sie lagen falsch mit der Einschätzung, dass sich bei Ihrem Stop ein neuralgischer Punkt im Markt befunden habe, an dem er mit hinlänglicher Wahrscheinlichkeit erst einmal nicht mehr steigen wird. Das gehört zum Trading dazu. Es ist also absolut notwendig sich mit so vielen Methoden wie möglich auseinanderzusetzen die helfen können, diese neuralgischen Punkte im Markt zu finden und seine Stops möglichst unter (long) oder über (short) diesen neuralgischen Punkten zu platzieren. 

Neben dieser Abwägung geht es immer auch um realistische Erwartungshaltungen. Sie sind der Entscheider über Ihren Eigenhandel, weshalb Sie Ihren Trading-Stil und das, was Sie machen, so gut kennen müssen dass Sie sagen können, wie groß ihre Trefferquote ist. Werten Sie in Google Tabellen also einmal Ihre Trades des vergangenen Jahres aus! Sie werden verwundert sein, welch interessanten und Augen öffnenden Erkenntnisse Sie aus einer solchen Auswertung ziehen können. Nehmen wir einmal an, sie liegen immer zur Hälfte richtig und zur Hälfte falsch. Wenn Sie jetzt jedem Trade 50 Punkte Spielraum bis zum Stop einräumen und im Schnitt 50 Punkte verdienen, dann werden Sie auf Dauer ein ziemlich konstantes Konto haben, das sich weder vermehrt, noch verringert. Sie erleben eine Stagnation Ihres Kontos (wobei das auch nicht sichergestellt ist, denn bei einem Münzwurf können auch 20 Mal in Folge positive Trades entstehen, während jemand anderes 20 Mal "daneben" wirft. Hier gibt es also auch eine potenziell sehr unterschiedliche Verteilung der Ereignisse). 

Die Lehre, die wir daraus ziehen ist jene: Wenn Sie eine Trefferquote von 50% haben müssen Sie pro Trade im Schnitt mehr verdienen als sie verlieren. Setzen Sie einen Stopabstand von 50 Punkten sollten Sie mindestens 51 Punkte verdienen, um über die Zeit profitabel arbeiten zu können. Für Daytrader stellt sich hier aber auch die Frage, wie oft sich der DAX um 51 Punkte aufwärts bewegt oder ob ein Ziel von 15 Punkten bei einem Stopabstand von 14 Punkten nicht eine realistischere Erwartungshaltung ist. Nutzen Sie hierzu die Average True Range, um herauszufinden, welche Schwankungen der Germany 30 Cash im Normalfall pro Intervall hat. Schwankt er über eine Stunde um eine ATR von 30 Punkten, bugsieren Sie sich automatisch in eine Situation, in der Sie es mit einer Soll-Ist-Abweichung zu tun haben. Es ist einfach unwahrscheinlich, dass gerade jetzt, wo Sie am Markt sind, Ihr erwarteter 51-Punkte-Sprung kommen wird. Eine Bewegung um 15 Punkte ist aber durchaus zu erwarten.

Nehmen wir einmal an, dass Sie sich für einen Stopabstand von 14 Punkten entschieden haben. Nehmen wir zusätzlich an, dass Sie sich zuvor bereits dazu entschieden haben, pro Fehl-Trade 0,25% Ihres 10000-Euro-Kontos (24,7 Euro) verlieren zu wollen. Das bedeutet, dass wir nun die mathematische Basis haben, die richtige Zahl an CFDs zu berechnen:

Richtige CFD-Anzahl: 24,7 Euro / 14 = 1,7 Stück

In den Auftragseinstellungen für den Germany 30 können Sie bei CMC Markets nun Ihre Standardeinstellungen treffen. Sie können das Orderticket bei CMC Markets so einstellen, dass es immer mit einer Anzahl von 1,7 CFDs befüllt und dass automatisch ein Stop mit einem Abstand von 14 Punkten und ein Preis für die Gewinnmitnahme gesetzt wird, der 15 Punkte vom aktuellen Preis entfernt ist. Sie müssen also danach nie wieder das Orderticket neu befüllen und können sich ausschließlich auf den Trade und das richtige Timing konzentrieren! Wenn Sie wissen möchten, wie man die Standardeinstellungen auf der Handelsplattform von CMC Markets setzt können Sie uns unter kundenservice@cmcmarkets.de oder telefonisch unter +49 (0) 69 22 22 440 00 kontaktieren.

Zusatz-Video: So nutzen Sie nachlaufende Stoporders (Trailing Stops): https://www.youtube.com/watch?v=PKoh6hptIVo

Bitte beachten Sie:

Die Inhalte dieses Marktkommentars dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar Sie sollten nicht als maßgebliche Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden. Die Inhalte sind niemals dahingehend zu verstehen, dass CMC Markets den Erwerb oder die Veräußerung bestimmter Finanzinstrumente, einen bestimmten Zeitpunkt für eine Anlageentscheidung oder eine bestimmte Anlagestrategie für eine bestimmte Person empfiehlt oder für geeignet hält. Insbesondere berücksichtigen die Inhalte nicht die individuellen Anlageziele oder finanziellen Umstände des einzelnen Investors. Die in den Inhalten wiedergegebenen Bewertungen Schätzungen und Prognosen reflektieren die subjektive Meinung des jeweiligen Autors bzw. der jeweils zitierten Quelle, können jederzeit Änderungen unterliegen und erfolgen ohne Gewähr. In jedem Fall haftet CMC Markets nicht für Verluste, welche Sie direkt oder indirekt durch eine Anlageentscheidung erleiden, die Sie aufgrund der Inhalte getroffen haben.

Ausdrücklich weisen wir auf die bei vielen Anlageformen bestehenden erheblichen Risiken hoher Wertverluste hin. Unsere Produkte unterliegen Kursschwankungen und Sie können Ihr gesamtes investiertes Kapital verlieren. Diese Produkte eignen sich nicht für alle Investoren. Stellen Sie daher bitte sicher, dass Sie die damit verbundenen Risiken verstehen und lassen Sie sich gegebenenfalls von dritter Seite unabhängig beraten. Sie sollten auch unsere Risikowarnungen für die jeweiligen Produkte lesen. Anlageerfolge in der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft.