Wie ich vor sechs Tagen schrieb könnte die Summe aller Teile bei Thyssenkrupp mehr wert sein als das Ganze.

Die Euphorie war groß, als die Aktie nach Bekanntwerden der Pläne für einen Börsengang des profitablen Aufzugsgeschäfts am 10. Mai 28% nach oben flog. 

Niemand hatte sich am Ende dieses Tags vorstellen können, dass die Aktie die gesamten Gewinne wieder abgeben wird. 

Immerhin wurde doch diese Rechnung aufgemacht:

Thyssenkrupp ist mit 7,5 Milliarden EUR bewertet. Das Aufzugsgeschäft könnte alleine für sich betrachtet mit dem Doppelten bewertet sein. Also 1+1=3 ? So etwas scheint es nur an der Börse zu geben.

Und dann wurden die gesamten Gewinne abgegeben und noch mehr. Die Aktie macht sogar ein neues Tief, als hätte es die News mit den Börsengangplänen nie gegeben!

Nun wissen wir aber, dass dieser Rückgang wohl nur dafür da war, die gesamte Euphorie abzubauen. Draghis Hinweise gestern und der starke Tag im DAX hat nun einen 123-Boden in der Thyssenkrupp-Aktie entstehen lassen. 

Gegenüber der langen Kerze vom 10. Mai ist jetzt also ein 123-Muster nach Joe Ross entstanden, das sich technisch eingrenzen lässt. Die lange, 25% lange Kerze vom 10. Mai lies sich charttechnisch nicht eingrenzen! Das ist der Unterschied.

Mit dem Tagesschlusskurs über 12,22 EUR aktiviert Thyssenkrupp nun ein 123-Tief mit möglichen Zielen bei 12,95 + 14,14 + 15,33 EUR. Rutscht Thyssenkrupp per Tagesschluss hingegen unter 12,22 EUR, wäre die charttechnische Lage als neutral anzusehen. Rutscht die Aktie sogar unter 11,03 EUR, wäre der entstandene 123-Boden zerstört und die technische Situation würde sich eintrüben.