Spezial: Entscheidende Tage am deutschen Aktienmarkt – Möglicher Startschuss für neue Rekorde

Verteidigt der DAX die 200-Tage-Linie erneut, sind in diesem Jahr noch 13.000 Punkte möglich Andreas Paciorek, 18. August 2015 Es ist ein Tanz auf der Rasierklinge, oder technisch ausgedrückt, auf der 200-Tage-Linie, den der Deutsche Aktienindex aktuell vollzieht. Gestern sah nach dem Rutsch bis auf 10.818 Punkte alles danach aus, als würden die Lichter auf dem Börsenparkett ausgehen und ein Absturz auf die runde 10.000er Marke wäre nur noch eine Frage der Zeit. Aber dieses aktuell womöglich letzte Ausschütteln könnte das Startzeichen für eine Rally nach der Sommerpause geben. Schon einmal hat der Durchschnitt der letzten 200 Tage den DAX vor Schlimmerem bewahrt und ihn stattdessen mehr als 1.000 Punkte nach oben befördert. Aber dazu muss der Index die Region um 10.930 Punkte in den kommenden Stunden und Tagen verteidigen. Risikofaktor Weltkonjunktur Fundamental tauchen, nachdem das Thema Griechenland börsentechnisch abgearbeitet wurde, mit Chinas Wachstumssorgen neue dunkle Wolken am Horizont auf. Allerdings könnte es sich auch hier um ein Hitze-Gewitter handeln, nach dessen Vorüberziehen die Luft für weitere Kursgewinne angenehmer ist. Was aber bleibt, ist der Risikofaktor Weltkonjunktur, angestoßen durch die jüngsten Maßnahmen der chinesischen Notenbank zur Abwertung des Yuan, die bei Einigen Sorgenfalten auf die Stirn zaubern, wie schlecht es tatsächlich um den einstigen Wachstumsmotor bestellt ist. Notenbanken haben Arsenal weitgehend verschossen Es mag sein, dass sich nicht mehr viele daran erinnern wollen, dass Aktienkurse in der Regel von steigenden Unternehmensgewinnen getragen und angetrieben werden. Nach den geldpolitischen Exzessen der vergangenen Jahre ist der Fokus da leicht verschoben worden. Findet hier eine Rückbesinnung statt, ist es überhaupt nicht unverständlich, dass zurzeit die Sorgen um eine Abkühlung der weltweiten Wirtschaft einen so stark negativen Einfluss auf die Aktienmärkte haben. Denn die Zeiten und damit die Rahmenbedingungen haben sich in einem Punkt entscheidend verändert. Während sich bis zuletzt bei schwachen Konjunkturdaten die Investoren stets auf konjunkturstimulierende Maßnahmen der Notenbanken und Regierungen verlassen konnten, ist das Arsenal hier langsam verschossen, zumindest was die Zinsen angeht. Keine guten Vorzeichen auf den ersten Blick China wird es schwer haben, sein anvisiertes Wachstumsziel von sieben Prozent in diesem Jahr zu erreichen. In Japan fiel die Wirtschaft im zweiten Quartal wieder zurück und die jüngsten Wachstumszahlen aus der Eurozone können ebenfalls als enttäuschend beschrieben werden. Nicht undenkbar, dass die globale Wirtschaft im Jahresverlauf weiter an Dynamik verliert. Keine guten Vorzeichen also auf den ersten Blick für eine Fortsetzung der Rally am deutschen Aktienmarkt, wie wir sie im ersten Quartal dieses Jahres gesehen haben. Aber an der Börse kommt es oft anders als der erste Eindruck vermitteln mag. Und es gibt auch viele Argumente für einen steigenden DAX im zweiten Halbjahr. Zinswende in den USA als positiver Faktor Mit der zumindest fürs Erste beigelegten Griechenland-Krise rücken für den europäischen Raum wieder die vergleichsweise niedrigen Aktienbewertungen und damit Chancen in den Fokus. Die Yuan-Abwertung und ein möglicher Druck auf die Teuerungsraten in der Eurozone dürften ohnehin die Europäische Zentralbank auf den Plan rufen, ihre Lockerungsmaßnahmen auszuweiten. Kann am Ende China mit der jüngsten Abwertung wieder auf einen stärkeren Wachstumspfad umschwenken, dürfte aus Aktionärssicht trotz des leichten Wettbewerbsverlustes der Eurozonen-Exporteure dennoch die Erleichterung überwiegen. Für zusätzliche Phantasie könnte interessanterweise eine Leitzinserhöhung in den USA sorgen. Zweifelsohne wächst die Unsicherheit vor der ersten Zinsanhebung in den USA seit acht Jahren und der entsprechenden Marktreaktion. Es mehren sich allerdings die Zeichen, dass eine Zinswende in langsam eingepreist ist. Von der dann wahrscheinlichen Aufwertung des US-Dollar wiederum könnten die europäischen Börsen profitieren. 13.000 Punkte in diesem Jahr noch möglich Niedrige Euro-Kurse und Rohölpreise lieferten schon zu Beginn dieses Börsenjahres die Basis für die Rally und das Überholmanöver des DAX gegenüber der Wall Street. Warum also nicht auch im zweiten Halbjahr? Aus charttechnischer Sicht befindet sich der DAX erneut an einem Scheideweg. Die 200-Tage-Durchschnittslinie und darunter das Jahres-Tief um 10.650 Punkte stehen im Fokus. Kann letztere Marke nicht verteidigt werden, würde sich das Chartbild erheblich eintrüben und weitere Kursverluste in die Region von 10.000 Punkten könnten einsetzen. Aktuell verbleibt allerdings die Chance auf eine Erholung von der Abwärtstrendlinie vom Allzeithoch, die dann die Basis für eine Rally sogar in den Bereich von 13.000 Zählern noch dieses Jahr darstellen könnte. Bitte beachten Sie: Die Inhalte dieses Marktkommentars dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als maßgebliche Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden. Die Inhalte sind niemals dahingehend zu verstehen, dass CMC Markets den Erwerb oder die Veräußerung bestimmter Finanzinstrumente, einen bestimmten Zeitpunkt für eine Anlageentscheidung oder eine bestimmte Anlagestrategie für eine bestimmte Person empfiehlt oder für geeignet hält. 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