Spezial: Der DAX sucht seinen Boden – Noch etwas Geduld für einen Einstieg könnte sich auszahlen
Die Wall Street als Leitbörse stellt dabei den größten Risikofaktor dar Andreas Paciorek, 26. August 2015 Die vergangen Tage stellten die Nerven der Anleger weltweit auf eine heftige Probe. Dem Bruch der 200-Tage-Linie im Deutschen Aktienindex vor gut einer Woche folgte ein heftiger Abverkauf mit dem vorläufigen Finale eines „schwarzen Montags“ und einem Tief knapp über 9.300 Punkten. Das entspricht einem Kursrutsch von 1.600 Punkten oder rund 15 Prozent innerhalb von nur fünf Handelstagen. Darauf folgte eine schnelle Erholung des DAX auf über 10.000 Punkte. Da verlassen den Index nun aber die Kräfte und er pendelt um diese runde Marke. Auf dem nun verbilligten Niveau finden sich einerseits Schnäppchenjäger, die voller Optimismus die Korrektur für beendet erklären und bei deutschen Aktien zugreifen. Andererseits regieren bei vielen aber auch noch die Vorsicht und die Angst vor nächsten Rücksetzern. Es spricht zwar vieles dafür, dass die Märkte in den vergangenen Tagen mit ihren Reaktionen heftig übertrieben haben und somit rein technisch bedingt in den kommenden Tagen durchaus weitere Kursgewinne folgen. Noch allerdings könnte sich für langfristig orientierte Anleger ein wenig Geduld auszahlen, denn der deutsche Aktienmarkt ist angeschlagen und für weitere Verluste empfänglich. Es muss erst noch schlimmer werden, bevor es besser wird Der Grund für diese Annahme liegt in der schwach ausgefallenen Reaktion der Marktteilnehmer auf die Maßnahmen der chinesischen Zentralbank. Während zuletzt auf solche geldpolitischen Impulse stets Kursgewinne und weitere Kursfantasie folgten, bleibt aktuell eine entsprechende Reaktion aus. Mit den globalen Konjunktursorgen vor Augen erwarten die Investoren mehr von der Regierung und Geldpolitik in China. Sollten sich die Turbulenzen an den Börsen fortsetzen, dürften auch entschiedenere Maßnahmen folgen. Bis dahin aber könnten die Notenbanken weltweit erst einmal abwarten, um nicht zu früh weiteres Pulver zu verschießen. Mit anderen Worten, es muss erst schlimmer werden, bevor es besser wird. Ein Hoffnungsschimmer gibt es allerdings: Die Turbulenzen an den Finanzmärkten werden mit Sicherheit auch eines der bestimmenden Themen auf der morgen beginnenden Jackson-Hole-Konferenz sein. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit nicht sehr hoch, dass die Geldpolitiker hier schon konkrete Maßnahmen angehen. Aber je nachdem, welche Bedeutung sie den jüngsten Börsenbewegungen zumessen, kann man ihre Handlungsbereitschaft erkennen. US-Börsen als Risikofaktor Aus charttechnischer Sicht könnte einer weiteren Erholung des Deutschen Aktienindex insbesondere die Entwicklung der US-Börsen gefährlich werden. Denn während der heimische Leitindex eine kräftigere Erholung von den Abgaben vollziehen und selbst das Freitags-Abwärts-Gap schließen konnte, blieb das entsprechende Gap des Dow Jones bislang unberührt. Insbesondere der gestrige Kurswechsel und starke Rebound vom August-Oktober-Tief gibt zu denken. Zuletzt stieß der Dow Jones um das 23,6%-Retracement und dem 2014-Tief um 15.300 Zähler auf Nachfrage. Hier verläuft auch der 200-Wochen-Durchschnitt. Diese Marke sollte möglichst, sollte es zu einem erneuten Test kommen, gehalten werden, da ansonsten ein Rutsch auf 14.700 Punkte droht. Das könnte auch die DAX-Erholung schnell zunichtemachen und sogar die 8.350-Punkte-Marke, das 2014er Tief, in Reichweite bringen. Bitte beachten Sie: Die Inhalte dieses Marktkommentars dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als maßgebliche Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden. 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