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Spekulationsblase: Zwei CMC Analysten - zwei Meinungen – Sind die Märkte in einem Exzess?

In diesem Big Picture geben unsere zwei Analysten, Jochen Stanzl und Konstantin Oldenburger, ihre Meinung zum aktuellen Börsengeschehen wieder. Befinden sich die Börsen in einer Spekulationsblase, wie sie die Welt noch nicht erlebt hat oder sind die Entwicklungen auf eine Art und Weise erklärbar? Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen des aktuellen Big Picture!

So sieht Jochen Stanzl das derzeitige Geschehen:

Die Zahl der amerikanischen Großbanken, die vor einer Spekulationsblase bei Aktien warnen, wächst immer weiter. Während das hilft, sich im Großen und Ganzen zu orientieren, kann diese Erkenntnis im täglichen Handel allerdings nicht helfen, das richtige Timing zu finden. Dazu bedarf es anderen Ansätzen.

MOASS: Ein Raubzug gegen die ganz großen

Auf den Internetforen von Reddit wird es MOASS genannt, die Mutter aller Short Squeezes: Der Anstieg der Gamestop-Aktie von 20,03 USD am 13. Januar auf 159,28 USD gestern. Und es werden Kursziele um 420 Dollar herumgereicht mit Anspielung auf den Polizei-Code für die Erfassung von Straftaten, die mit der Rauschdroge Cannabis in Zusammenhang stehen. Eine Aktie zum Selbstzweck: Privatanleger von Robinhood und anderen Brokern zwingen große Hedgefonds in die Knie. Dabei geht es nicht um Fundamentaldaten sondern nur um Emotionen und vor allem um die Gier: Der wachsende Einfluss von Privatanlegern, die fokussiert zu sein scheinen auf die Märkte, die sich am besten entwickeln kann Ausdruck sein der späten Phase des Bullenmarktes, in der wir uns befinden könnten.

SPAC: Boom an Börsengängen

Neue Abkürzungen und Bewertungskriterien sind etwas, was in jedem Bullenmarkt in der reifen letzten Phase erfunden wird. SPACs sind hingegen nach ihrer Erfindung im Jahr 2007 nicht unbedingt neu, sie wachsen aber gerade wie Pilze aus dem Boden. Was ein SPAC ist hat mein Kollege Konstantin Oldenburger ausführlich erläutert. Derzeit gibt es eine Explosion an SPACs - 59 waren es 2019, 237 im Jahr 2020. Im Jahr 2020 war der Anteil von SPACs am gesamten Volumen an die Börse gegangener Unternehmen bei 50% - beim letzten Hochpunkt im DAX im Jahr 2007 lag der Anteil nur bei 14%

Insgesamt wuchs der Markt für Börsengänge im Jahr 2020 auf den höchsten Stand seit einem Jahrzehnt, wobei 331 Milliarden USD in insgesamt 1591 Börsengängen weltweit erlöst wurden. Das entspricht einem Anstieg um 42% gegenüber 2019.

David Einhorn nennt Faktoren für eine Spekulationsblase

Der Hedgefondsmanager David Einhorn nennt weitere Faktoren für eine Spekulationsblase. So seien Unternehmen aus der zweiten Reihe plötzlich so stark gestiegen dass sie Marktkapitalisierungen erreichen von etablierten Unternehmen aus dem S&P 500 Index. Außerdem ist Einhorn aufgefallen, dass Unternehmen mit einem juristischen Risiko oder Betrugsfälle bei Unternehmen besonderen Anklang bei Anlegern finden, da sie das Risiko von juristischen Folgen unterschätzen und die Geschäftsaussichten des jeweiligen Unternehmens daher besonders gut einschätzen. Hinzu kämen überdimensionale Kursreaktionen auf wirtschaftlich nicht Nutzen stiftende Aktionen wie Aktiensplits. Am Ende stehe außerdem der Anstieg zum Hochpunkt, der sich fast vertikal ereigne.

Die drei Phasen eines Bullenmarktes

Die Dow Theorie ist eine der wichtigen Konzepte aus der technischen Analyse. Nach ihr wird ein Bullenmarkt in mehrere grundsätzliche, sich oft wiederholende Abschnitte unterteilt. Am Anfang steht die Akkumulationsphase, in der gut informierte oft antizyklisch orientierte Anleger in einer Frühphase eines Anstiegs nach einem langen Bärenmarkt anfangen zu kaufen. Auf diese Phase folgt jene der öffentlichen Partizipation: Die Anstiege sprechen sich herum und die Öffentlichkeit nimmt Notiz davon und steigt zögerlich aber kontinuierlich in den Aktienmarkt ein. 

Die Phase der Exzesse beginnt

Nach einer Zeit werden Anleger immer stärker durch Emotionen wie Gier geleitet - die Phase der spekulativen Exzesse beginnt. Diese ist typischerweise kürzer als die Phase der öffentlichen Partizipation, die ihrerseits die längste der drei Phasen ist. Das liegt auch daran, dass steil steigende Trends zur Instabilität und zu rasanten Kurskorrekturen neigen. In der letzten Phase - jene der Exzesse - greift Euphorie  und eine irrationale Bewertung der Fundamentaldaten um sich. Die letzten wenig über die Historie von Märkten informierten Anleger oder von der Gier geleiteten Anleger kaufen noch, bis der letzte Käufer am Hoch gefunden wurde. In dieser exzessiven Phase beginnt das Smart Money, das in der Akkumulationsphase eingestiegen ist, Positionen Schritt für Schritt abzubauen. 

In dieser Phase können die Kursbewegungen immer hektischer werden, die Ausschläge werden größer. Die Volatilität kann plötzlich schlagartig zunehmen. Anleger sollten sich den Anzeichen dieser Phase bewusst sein - wie plötzlich auftretender Verkaufsdruck, steigender Volatilität, tieferen Korrekturen und nachlassender Stärke bei Erholungen inklusive dem Unvermögen des Marktes, neue Hochs auszubilden.

So sieht Konstantin Oldenburger die aktuelle Lage: 

Das Märchen von Amateuren, die Wall Street-Profis in die Knie zwingen oder gar zu Fall bringen taugt für eine gute Titelstory. Es sind jedoch nicht private Trader, die sich zusammenschließen und einen Hedgefonds oder ähnliches zu Fall bringen. Es sind teilweise gut informierte und situierte Privatanleger, teilweise ehemalige Banker und andere Hedgefonds, die eine Schieflage bei einem anderen Hedgefonds ausnutzen und zusätzlich Feuer ins Öl gießen, indem sie die Gegenposition einnehmen. Ganz frei nach dem Spruch von Goerge Soros: „Wenn ich sehe, dass sich eine Blase bildet, stürze ich mich rein und kaufe mehr“. Einen solchen Short-Squeeze wie man in gestern in vielen Aktien in den USA gesehen hat, gab es auch in der Vergangenheit zu bestaunen. Man erinnere sich an die Volkswagen Aktien im Jahr 2007/2008 oder an den Hedgefonds LTCM, der im Zuge der Russlandkrise 1998 unterging. Neu ist möglicherweise die Geschwindigkeit und die Geschlossenheit mit der sich kleinere Investoren-Gruppen zusammenschließen können. Die Mär, dass kleinere Investoren massive Aktienbewegungen auslösen können, ist dabei lediglich eine schöne Geschichte à la Robin Hood nicht mehr. 

"In einem Bullenmarkt muss man den Fehler der prahlenden Ente vermeiden, die nach einem heftigen Regensturm prahlerisch quakt und denkt, dass ihre Schwimmfähigkeiten dazu geführt haben, dass sie in der Welt aufgestiegen ist." - Berkshire Hathaway Letter to Shareholders, 1997. 

Gier als Treiber 

Warum ist Gier in der Finanzwelt so allgegenwärtig?  Man könnte argumentieren, dass es um Geld geht, aber wenn man tiefer gräbt, wird man feststellen, dass Geld nicht die Antwort ist.  Wie sonst könnte man erklären, dass jemand, der zig Millionen (oder Milliarden) Dollar oder Euro besitzt, pleite geht?  Nein, bei der Gier geht es nicht um Geld.  Bei der Gier geht es um Status.  
Der eigentliche Gegenstand der Börse ist nicht das Geld, sondern das Spielen des Spiels selbst.  Wenn also die Preise für eine bestimmte Aktie oder eine bestimmte Anlageklasse in die Höhe schießen, ist es nicht das Geld, das die Menschen anzieht, sondern die wahrgenommene Veränderung ihres Platzes in der Statushierarchie.  Wie Warren Buffett 2018 in einem Interview bereits trefflich sagte: 
„Die Leute beginnen sich für etwas zu interessieren, weil es steigt, nicht weil sie es verstehen oder sonst etwas. Aber der Typ von nebenan, von dem sie wissen, dass er dümmer ist als sie, wird reich und sie nicht“.

Aufwärtstrend langfristig intakt 

Man kann zweifelsohne nicht leugnen, dass sich mache Bereiche des Aktienmarktes in einer Blase bzw. Euphoriephase befinden. Letztendlich lassen sich die Exzesse von einzelnen Aktien oder Bereichen nicht immer auf den gesamten Markt abbilden. In den meisten Fällen ist es wahrscheinlicher, dass sich diese Aktien und Bereiche selbst korrigieren. So passierte dies bei der Bitcoin-Blase im Dezember 2017 oder beim Cannabis-Hype im Jahr 2018. Es platzen andauernd Blasen an der Börse andere bilden sich neu oder kehren zurück, um eine noch größere Blase zu werden. 

Nach klassischen Bewertungskriterien sind die Aktienbewertungen teilweise extrem hoch. Nach Berücksichtigung der niedrigen Zinssätze, die wir jedoch seit vielen Jahren haben, erscheint die, Bewertung unter der durchschnittlichen historischen Betrachtung auf eine Weise aber gerechtfertigt, da es sehr wenige Alternativen dazu gibt. 

Es ist aber nicht nur Sonnenschein und Regenbogen Zeit. Investoren sollten weiterhin die Entwicklungen beobachten und nicht blindlings mit dem Momentum mithandeln. Denn genau hier liegt die Gefahr. 

Bereiche wie erneuerbare Energien, ESG, Technolgie, Cloud und E-Commerce werden ihren Realitäts-Check erhalten. Zu hohe Erwartungen können für die Aktienkurse von operativ glänzende Firmen ebenfalls zu einem Problem werden. 
Sowohl aktive als auch passive Investoren verfolgen diese Themen zunehmend und bringen die Bewertung in einigen Fällen auf ein unangenehmes Niveau. 
Solche Bewertungsverschiebungen können kurzfristig dazu führen, dass einige der Überflieger des letzten Jahres in den nächsten Jahren unterdurchschnittlich abschneiden. 
Und so lässt sich dann der Gedanke mit Warren Buffet abschließen: “ Erst wenn die Flut zurückgeht, merkst du, wer nackt geschwommen ist.“

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Großbritannien 0,08% (mind. GBP 9,00) 5:1 Täglich 09:00-17:30
Kanada 2 Cent (mind. CAD 10) 5:1 Täglich 15:30-22:00

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