Am Ende kann ein Handelssystem noch so gut sein – wer sein Geld nicht zusammenhält, wird früher oder später im Trading Schiffbruch erleiden. Erfahrene Trader haben ein festes Regelwerk dafür, wie viel Geld sie pro Trade verlieren dürfen – einige setzen sogar garantierte Stoporders während des laufenden Intraday-Handels ein, um vor unvorhergesehenen Marktereignissen geschützt zu sein. In diesem Artikel möchten wir dem Mysterium des fachlich richtigen Money- und Risiko-Management auf den Grund gehen und die wichtigsten Verhaltensregeln für angehende und erfahrene Trader ableiten.

Verlust-Serien: Stress für Trader

Angehende Trader sollten sich – bevor der Handel beginnt – Gedanken machen über ihren Wohlfühlfaktor. Fakt ist: Trader werden Verluste machen. Das ist Teil des Geschäfts. Nur wer mit den Trades, die aufgehen, mehr Geld verdient, als er mit allen anderen Trades verliert, wird über lange Zeit profitabel sein. Das richtige Handelssystem ist ein wichtiges Element. Doch selbst das beste Handelssystem der Welt wird von Zeit zu Zeit so genannte Drawdown-Phasen erleben. Das sind einfach Phasen, indem es schlecht läuft und zahlreiche Fehlsignale in Folge entstehen, was Nerven und Geld kostet, sich aber nicht vermeiden lässt.

Den Wohlfühlfaktor bestimmen

Werten Sie einmal Ihre Trades der letzten Wochen aus und finden Sie heraus, was die typische Länge Ihrer Drawdown-Phasen ist. Nehmen wir einmal an, dass die typische Drawdown-Länge elf Trades beträgt – Sie haben also herausgefunden, dass Sie wiederholt in der Vergangenheit Phasen in Ihrem Trading erlebt haben, in denen in Serie elf Trades schief gegangen sind. Das ist Ihre Berechnungsgrundlage. Mit ihr können Sie Ihren Wohlfühlfaktor bestimmen. Rechnen Sie hierzu aus, wie viel Geld Sie verloren hätten, wenn Sie elf Trades in Folge in den Sand gesetzt haben, und zwar einmal mit 1%, einmal mit 0,5% und einmal mit 0,25% Risiko pro Trade gerechnet von der Größe des Handelskontos. Berechnungsgrundlage ist eine Kontogröße von 35000 EUR.

Kontowert nach elf Fehltrades und 1% Risiko:

Kontowert nach elf Fehltrades mit 0,5% Risiko:

Kontowert nach elf Fehltrades mit 0,25% Risiko:

Sie sehen also, dass im Falle eines Risikos pro Trade in Höhe von einem Prozent des Handelskontowerts rechnerisch nach elf Fehltrades ein Verlust von rund 3663 Euro entstanden ist, bei einem kleineren Risiko von 0,25% von rund 950 Euro. Beides ist schmerzlich – Sie müssen jedoch für sich entscheiden, mit welchem Verlust Sie sich noch wohl fühlen.

Kurzschluss-Reaktionen vermeiden

Sollte der Verlust bei einer Drawdown-Phase zu groß werden neigen viele Trader dazu, gegen das eigene System zu verstoßen. In der Angst, noch mehr Geld zu verlieren, und in dem Versuch, das verlorene Geld wieder zurückzuholen übernimmt die Angst die Kontrolle über das Trading-Verhalten und Angst und impulsives Trading-Verhalten sorgt in der Regel nur dafür, dass die bereits entstandenen Verluste nur noch größer werden. Daher ist es sehr wichtig die Verluste in einem überschaubaren, im Vorfeld definierten Umfang zu begrenzen, um sicherzustellen, dass man nach dem System tradet, das man im Vorfeld definiert hat.

Bestimmung des Risikos

Zur Bestimmung des Risikos müssen Anleger zunächst einmal wissen, wo Sie einen Stop setzen müssen. Während Trader eine Marktmeinung haben sollten, müssen Sie immer auch wissen, ab welchem Kurs Ihre Meinung sich als nicht zutreffend herausgestellt hat. Wenn der Kurs unter eine wichtige Unterstützung sinkt und die ursprüngliche Trading-Idee dann nicht mehr gilt muss ein Trade beendet werden. Eine Möglichkeit, Positionen automatisch schließen zu lassen, sind Stop-Orders oder mit Kurs-Garantie so genannte garantierte Stop-Loss-Orders. Wie man den DAX in drei Schritten technisch auswerten sowie Unterstützungen und Widerstände finden kann lesen Sie in diesem Artikel.

Wenn Ihr Stop 30 Punkte entfernt ist und Sie sich gemäß obiger Tabelle dazu entschieden haben, 1% Ihres Handelskontos im Wert von 15000 EUR mit dem Trade zu riskieren beträgt Ihre korrekte Handelsgröße für den Germany 30 Cash Index bei CMC Markets 5 CFDs. Denn 1% von 15000 EUR entspricht 150 Euro und wenn Sie 5 CFDs kaufen und 30 Punkte tiefer oder höher ausgestoppt werden entstand ein Verlust von 150 EUR. Wenn Sie lediglich 0,5% Risiko pro Trade eingehen beträgt Ihre CFD-Handelsgröße 2,5 (Sie können Bruchteile von CFDs bei CMC Markets handeln).

Niemals sollten Sie von dieser Berechnungsgrundlage abweichen, auch wenn Sie eine Verlustserie erleben. Das ist einer der häufigsten Trading-Fehler!

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