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Robinhood IPO – Was wissen wir bereits?

Der amerikanische Neo-Broker Robinhood plant den Börsengang. Die Community wartet gespannt auf den IPO und versucht bisweilen den Wert des Unternehmens näher zu bestimmen.

Robinhood hat die Brokerage-Branche innerhalb weniger Jahre auf den Kopf gestellt, ohne dabei sein Innenleben oder die tatsächlichen Wachstumsraten des Unternehmens zu verraten. Das alles änderte sich am vergangenen Donnerstag, als es seine Bücher aufgrund des kurz bevorstehenden Börsenganges offen legen musste. Das S-1 Prospekt, dass in den USA bei der Securities and Exchange Commission eingereicht werden musste liest sich dabei sehr spannend.

Das Unternehmen verlor im ersten Quartal zwar 1,4 Milliarden US-Dollar, aber die Anleger interessiert vor allem das Wachstum von Kundenkonten und der jeweilige Umsatz damit, um ihnen bei der Bewertung der Aktie zu helfen.

Hohes Kundenwachstum

Hier sind einige wichtige Zahlen. Das Nutzerwachstum von Robinhood hat mit unglaublicher Geschwindigkeit zugelegt. Robinhood wächst viel schneller als seine Konkurrenten. In den S-1 Unterlagen gab das Unternehmen an, dass es zum 31. März 2021 18 Millionen Konten führte, gegenüber 12,5 Millionen Ende 2020 und 5,1 Millionen Ende 2019. Aus den Daten geht ebenfalls hervor, dass Robinhood insgesamt sogar 31 Millionen Konten führt, die jedoch zum Teil nicht kapitalisiert sind. Das bedeutet, dass Robinhood viele Nutzer hat, die kein Geld auf ihren Konten hat – vielleicht verwenden die App, die Nutzer lediglich die App um den Markt zu verfolgen oder machen derzeit eine Pause. All diese nicht kapitalisierten Konten zeichnen ein verwirrendes Bild von Robinhood – zum Beispiel, obwohl das Unternehmen sagt, dass es 18 Millionen Konten hat, hatte es im Januar mehr als 20 Millionen aktive Benutzer, als der Wahnsinn der Meme-Aktien Einzug hielt. Charles Schwab, der König der Discount-Broker in den USA, meldete zum Ende des ersten Quartals 32,1 Millionen aktive Privatkundenkonten.

Die Nutzer von Robinhood sind im Allgemeinen jünger als die von etablierten Brokerhäusern – im Durchschnitt etwa 31 Jahre alt, wie frühere Unternehmensangaben zeigen.  Der einzige Nachteil dieser Nutzerbasis ist, dass Kunden oft kleinere Kontogrößen haben. Das Unternehmen hat nicht genau aufgeschlüsselt, wie viel der typische Robinhood-Kunde auf seinem Konto hat, Analysten gehen aber davon aus, dass der durchschnittliche Robinhood-Kunde ca. 240 US-Dollar auf seinem Konto hat. Das ist weit entfernt von etablierten Brokerhäusern wie Schwab, bei denen Analysten die durchschnittliche Kontogröße auf mehr als 100.000 US-Dollar schätzen.

Wie hoch könnte die Robinhood Aktie bewertet werden?

Der Umsatz von Robinhood steigt schnell, angetrieben durch einen enormen Anstieg des Trading-Volumens während der Pandemie. Das Unternehmen gab bekannt, dass es im Jahr 2020 einen Umsatz von 959 Millionen Dollar erzielte, gegenüber 278 Millionen Dollar im Jahr 2019. Weiter sagte Robinhood, dass es im ersten Quartal dieses Jahres bereits 522 Millionen Dollar Umsatz machte. Mit 522 Millionen Dollar Umsatz im ersten Quartal hat Robinhood theoretisch eine Run-Rate von mehr als 2 Milliarden Dollar Umsatz für 2021. Das könnte eine Bewertung von mehr als 20 Milliarden Dollar für die Aktie rechtfertigen, wenn man bedenkt, dass andere schnell wachsende Finanztechnologie-Aktien oft mit mehr als dem 10-fachen des Umsatzes gehandelt werden.

Aber es lohnt sich, dieses Wachstum im Vergleich zu den Wettbewerbern des Unternehmens zu betrachten. Denn nicht nur der Neo-Broker wächst schnell. Branchenprimus Charles Schwab meldete im ersten Quartal einen Umsatz von 4,7 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 80 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Schwab ist effektiver als Robinhood, wenn es darum geht, Geld von jedem seiner Benutzer zu verdienen.

Robinhood verdient 80 % seines Geldes mit der sogenannten Zahlung für den Orderflow, der aus der Bezahlung von Market Makern besteht, die Aufträge für Robinhood-Kunden ausführen. Das ist ein Geschäftsmodell, das von einem hohen Handelsvolumen abhängt, und eines, das jetzt negative Aufmerksamkeit von Regulierungsbehörden, einschließlich der SEC, auf sich zieht.

Hinzu kommt, dass Robinhood fast die Hälfte seiner Transaktionseinnahmen im Jahr 2020 aus dem Optionshandel erzielte, der wegen seiner inhärenten Risiken ebenfalls stärker ins Visier der Regulierungsbehörden gerät. Optionen machten 38% der Transaktionseinnahmen im ersten Quartal von Robinhood aus.

Abhängigkeit von Bitcoin, Dogecoin und anderen Kryptowährungen

Robinhood profitiert auch vom Handel mit Kryptowährungen. Im ersten Quartal machte es 17 % der Einnahmen des Unternehmens aus, gegenüber 3 % im Jahr 2020. Krypto macht auch 14 % des verwahrten Vermögens des Unternehmens aus. Da Kryptowährungen volatil sind, handeln Unternehmen, die auch nur einen kleinen Teil ihres Umsatzes mit ihnen erzielen, manchmal im Tandem mit beliebten Münzen wie Bitcoin und Dogecoin. Tatsächlich machte Dogecoin - eine von Elon Musk favorisierte Kryptowährung, ,  im ersten Quartal 34 % der Krypto-Transaktionseinnahmen des Unternehmens aus.

Robinhoods zunehmende Abhängigkeit von Krypto könnte dem Unternehmen helfen, wenn die Branche heiß läuft, aber auch starke Ausschläge nach unten verursachen, wenn es mit dem Kryptomärkten abwärts gehen sollte.

Kritiker des Unternehmens sagen, dass es mittlerweile Anzeichen dafür gibt, dass der rasende Handel, der im Winter seinen Höhepunkt erreichte, mit der Wiedereröffnung der Wirtschaft und der Rückkehr zur präpandemischen Normalität nachgelassen hat. Der Robinhood IPO könnte also einen Art Hochpunkt am Markt ausbilden.

Die Bullen dagegen, die nur darauf warten den, Robinhood IPO handeln zu können, würden auf das weitere Wachstum seines unabhängigen Handelsmodells wetten, anstatt dass Investoren passive Investments verfolgen. Während Robinhood viel davon hält, den Markt für Neuling-Investoren mit begrenzten Mitteln zu öffnen, indem es ihnen erlaubt, Bruchteile ihrer Lieblingsaktien zu kaufen, ist das nicht das Hauptgeschäft. Stattdessen ist es der spekulative Optionshandel, der Anfang dieses Jahres vor allem unter der WallStreetBets-Community explodierte, die bereit war, ein paar Dollar auf billige, kurz vor dem Verfall stehende Calls von Aktien zu setzen und dabei einen Short-Squeeze auszulösen.

Die Anleger dürfen gespannt sein, wie und wann Robinhood die Details des IPOs in den nächsten Wochen bekannt gibt.


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