Opinium, ein Marktforschungsinstitut, zeigte gestern die Brexit-Befürworter einen Prozentpunkt vorne und schon rutschte der DAX 80 Punkte ab. Heute morgen springt er 0,8% ins Plus, weil weitere Umfragen über Nacht Vorsprung für die Bleiben-Kampagne, auch Bremain, genannt zeigen. Dabei gibt es einen Widerspruch zwischen den Wettanbietern und den Umfragen. Die Umfragen zeigten keine Veränderung der öffentlichen Meinung in Großbritannien, die Buchmacher in den Wettbüros tun es. Die neue Opinium-Umfrage von gestern zeigt 44% gegen Brexit, 45% dafür, die Wahrscheinlichkeit bei Ladbrokers, einem Wettbüro, liegt bei 24% UK geht und 76% UK bleibt. Da gibt es jetzt einige die hinter den Buchmacherquoten eine Manipulation vermuten. Letztendlich könnte man mit relativ überschaubaren Wetteinsätzen wenn man denn will die Wahrscheinlichkeiten manipulieren und wie man sieht haben die Märkte darauf massiv reagiert. Tatsächlich sind die Zahl der Wetten für das Brexit-Szenario zahlenmäßig größer, aber wer auf das Bleiben Großbritanniens setzt, hat zumindest bei Ladbrokers, einem Wettanbieter, mit der sechsfachen Summe im Schnitt gewettet. Unsere Kunden bei CMC Markets, das sind rund 50.000 weltweit, sind zu 35% long im Währungspaar Europfund, bedeutet sie setzen auf eine Abwertung des Pfund und damit quasi auf den Austritt. Das sind 35%. Also hier gibt es kein Kopf-an-Kopf-Rennen, 65% der Europfund-Trader bei CMC Markets setzen auf einen sinkenden Europfund, also auf eine Aufwertung des Pfund und damit quasi für den Verbleib Großbritanniens. Ungeachtet all dieser Statistiken bleibt die Situation für Anleger die gleiche. Die Wahllokale haben gerade in dieser Minute erst eröffnet und werden bis 23 Uhr geöffnet bleiben. Danach werden die Stimmen ausgezählt. In der Nacht zum Freitag wird es peu a peu die Ergebnisse aus den einzelnen Wahlbezirken geben, es wird erwartet dass sich ab halb fünf Morgens eine Tendenz abzeichnet. Also bevor der DAX morgen eröffnet wissen wir Bescheid. In der Luft befinden wird sich zum Zeit der Bekanntgabe der Abstimmungsergebnisse aus Großbritannien der japanische Notenbankchef Kuroda, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die japanische Notenbank keine drastischen Maßnahmen ergreifen will, sollte der Brexit kommen. Er wird in den frühen Morgenstunden in der Schweiz ankommen, wo sich in den kommenden Tagen mehrere Zentralbankpräsidenten in mehreren Konferenzen des BIS treffen werden, das ist die Bank für Internationalen Zahlungsverkehr, also quasi die Zentralbank der Zentralbanken. Die Weichen sind jetzt also gestellt und die Zentralbanken stehen parat um im Notfall an den Märkten zu intervenieren. Passen Sie auf Ihr Geld auf sollten Sie heute handeln. Die nächsten 40 Stunden können unberechenbar sein, bevor das Wochenende kommt.