DAX versucht Stabilisierung über 11.600 / Politische und geldpolitische Sorgen belasten, US-Indizes fallen unter Ausbruchsniveaus zurück
CMC Markets – geschrieben von Andreas Paciorek, Marktanalyst Die europäischen Marktteilnehmer stellen sich aktuell die Frage, ob mit der gestiegenen Aussicht auf eine baldige Zinswende in den USA, einer weiteren US-Dollar-Aufwertung und niedrigeren Rohölpreisen die Konditionen der ersten drei Monate dieses Jahres wieder gegeben sind, die dem DAX zu einer starken Outperformance gegenüber den US-Börsen verhalfen. Aktuell aber überwiegt noch die Sorge, dass der Nackenschlag für die Stimmung an den Börsen durch den Fehlausbruch der US-Indizes auch nach Europa schwappen könnte. Genau wie der US-Zinswendetermin näher rückt, drängt aber auch die Zeit zur Lösungsfindung bei den griechischen Schuldengesprächen. Dabei scheint sowohl unter griechischen Politikern als auch europäischen Geldgebern ein Grexit kein Tabuthema mehr zu sein. Im aktuellen Stadium könnte das lediglich als Drohgebärde dienen, um dem jeweiligen Verhandlungspartner Kompromisse abzuringen. Dabei ergibt sich nach der Regionalwahl in Spanien für die europäischen Geldgeber aber das Problem, dass die Linken die Verhandlungen genau beobachten dürften, ebenso wie die Wähler. Allzu große Geschenke an Griechenland könnten Begehrlichkeiten wecken. Nach dem gestrigen bärischen Ausbruch aus der engen Handelsspanne der letzten Woche stieß der DAX um 11.600 Punkte zunächst auf Nachfrage. Aktuell können leichte Erholungsbemühungen beobachtet werden, wobei die 11.680, 11.750 und darüber etwa 11.800 nun als potenzielle Widerstände fungieren. Sollte der Kurs auf der Unterseite unter 11.580 Zähler zurückfallen, sind weitere Abgaben zunächst auf 11.545 Punkte vorstellbar. Übergeordnet steht auf der Unterseite die 11.450 Punkte-Marke im Fokus, wo in etwa das 61,8%-Retracement der Erholungsbewegung vom Mai-Tief verläuft als auch die nach oben durchbrochene Abwärtstrendlinie vom Allzeithoch, die nun als potenzielle Unterstützung fungiert. Die heute veröffentlichten Sitzungsprotokolle der letzten Bank of Japan-Sitzung könnten dem USD/JPY, der gestern aus der Seitwärstrange, in der er seit Dezember gehandelt wurde, weitere Aufwärtsimpulse geben. So zeigten die Protokolle der Sitzung vom 30. April, dass die Mitglieder bei der Verbraucherpreisentwicklung weiterhin die Gefahren eines erneuten Rückgangs sehen. Zudem wurde die Erwartung an den Zeitpunkt des Erreichens des Inflationsziels nach hinten gerückt. Beide Punkte lassen Spielraum für eine Ausweitung des QE-Programmes dieses Jahr, was den JPY weiter drücken könnte. Demgegenüber steht die wieder gestiegene Erwartung an eine baldige Zinserhöhung in den USA, was dem US-Dollar weiter Auftrieb geben könnte. Das 2007-Hoch bei 124,10 könnte nun als nächste Anlaufstation der Bullen dienen, auf der Unterseite könnte die Zone um 121,80/122 JPY eine potenzielle Unterstützung darstellen. Mit der US-Dollar-Aufwertung geraten aktuell nicht nur Rohstoffe wieder unter Druck, insbesondere Gold musste die vergangenen Tage auch einige Verluste hinnehmen. Aktuell testet der Kurs des Edelmetalls das 50%-Retracement-Level der Erholungsbewegung vom März-Tief um 1.143 USD bis zum letzten Hoch bei knapp 1.232 USD, welches bei knapp 1.187 USD liegt. Bei anhaltendem Druck könnten die Marken um 1.177 USD, dem 61,8%-Retracement und darunter die 1.170-USD-Marke in den Fokus geraten. Nach oben stellen nun die 1.198-USD-Marke und die Trendlinie der Hochs vom 06. und 28. April potenzielle Widerstände dar. Der gestrige Einbruch der US-Indizes S&P 500 und Dow Jones zurück unter die Ausbruchsniveaus von 2.120 beziehungsweise 18.200 Zählern, wirft einen Schatten auf deren Chartbilder. Unterstützungen fanden beide Indizes gestern jeweils an den unteren Dreieckslinien ihrer jeweiligen steigenden Dreiecke. Können sich die Kurse nicht bald stabilisieren droht der jüngste Ausflug in rekordhohe Niveaus sich vollends als Fehlausbruch mit dem Risiko für weitere Abgaben zu entwickeln. Im S&P 500 findet sich um etwa 2.098 Zähler das 50%-Retracement der Rally vom Mai-Tief. Bricht der Kurs darunter könnte als nächstes das 61,8%-Retracement bei 2.091 Punkte in den Fokus rücken. Die Futures auf den Dow Jones und S&P 500 zeigen sich aktuell leicht erholt im Vergleich zu den jeweiligen gestrigen Schlusskursen. * Gegenüber dem Vortagesschlusskurs ** Gegenüber der Vorperiode *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden Bitte beachten Sie: Die Inhalte dieses Marktkommentars dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als maßgebliche Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden. 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