Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben ab heute die Saisonalität auf ihrer Seite. „Sell in May and go away – but remember to come back in September“. Nach dem Schnitt der letzten zehn Jahre liegt zumindest was die Statistik angeht das zyklische Jahrestief jetzt hinter dem Deutschen Aktienindex und der Markt steigt bis zum Jahresende kräftig an.

Jochen Stanzl im Gespräch mit Antje Erhardt von Der Aktionär TV:

Faktor Geldpolitik: Was machen Lagarde und Draghi?

So greifen Käufer im Vorfeld der Sitzung der Europäischen Zentralbank in der kommenden Woche in der Hoffnung auf neue Geldgeschenke jetzt schon bei Aktien zu. Die Hinweise auf Annäherungen im Handelsstreit tragen ebenso zur guten Stimmung an der Börse bei. 

Bodenbildung mit Rally-Signal?

Anders als zu früheren und von Hoffnung getriebenen Episoden bilden der DAX und der amerikanische Index S&P 500 aus technischer Sicht gerade Böden aus. Sie könnten das Fundament für deutliche Kurssteigerungen bis zum Jahresende bilden. Ein mögliches Ziel für den S&P 500 läge daraus bei 3.562 Punkten, also nahezu 20 Prozent über dem aktuellen Niveau. Würde der DAX dieses nachbilden, läge er am Ende der Bewegung bei gut 14.500 Punkten.

Handelskrieg mit China: Hoffnung auf Fortschritte

Mit dem Handelskrieg ist es wie mit der Religion, man muss daran glauben, dass es funktioniert, weil nachweisen, dass es Fortschritte gibt, kann niemand. China hat seit drei Tagen seine Währung nicht weiter abgewertet. Das nährt ein weiteres Mal den Glauben an eine erfolgreiche Wiederaufnahme der Handelsgespräche. Aber auch die Gerüchte über eine Zinssenkung durch die chinesische Notenbank halten sich hartnäckig im Markt. 

Brexit: Kommt er oder nicht?


 
In Großbritannien wurde wohl wieder mal in allerletzter Minute ein Herausstolpern aus der Europäischen Union verhindert. Allerdings bleibt uns der Umstand erhalten, dass wir alle wissen, was die britische Politik nicht will, aber nicht was sie will. Nach dem Gezeter in den vergangenen Jahren beschleicht einen aber immer mehr das Gefühl, dass man selbst in London eine Trennung von Europa gar nicht mehr so richtig will. Und sofern es ein solches in naher Zukunft gäbe, könnte ein neues Referendum auch klar gegen einen Brexit ausgehen.
 
Der Deutsche Aktienindex kann mit diesen positiven Entwicklungen an den politischen Fronten seinen Kurs über 12.000 Punkten halten und sich heute komfortabel von dieser psychologischen Marke absetzen. Heute nun sollte der S&P 500 an der Wall Street seinerseits eine Bodenbildung bestätigen, dann wären im DAX als nächstes kurzfristiges Ziel 12.294 Zähler möglich.