Die Schwankungen, die wir jetzt erleben, passen zur Jahreszeit. Die Schaukelbörse, die wir gerade erleben, kann jetzt gut drei Monate anhalten. In einem solchen Umfeld kann man weiterhin Trading-Chancen finden, man muss aber selektiver sein und die Zeitintervalle und die Haltedauer werden grundsätzlich kürzer, da es keine wirkliche Richtung im Markt gibt. Wie gestern war auch heute der Handel in Asien von wenig Überzeugung geprägt, wir haben es mit gemischten Vorgaben zu tun. Der nächste zentrale mögliche charttechnische Widerstand liegt im Germany 30 Cash CFD bei 10823 Punkten, die nächste größere Unterstützung bei 10142 Punkten. 

US-Präsident Trump verkündet in einer oder zwei Wochen final sagen zu können ob sich China an die Absprachen aus dem Handelsvertrag halte oder nicht. Die South China Morning Post berichtet, dass China noch mehr US-Staatsanleihen verkaufen könnte als Reaktion auf die wachsenden Spannungen mit den USA. Das könnte zu steigenden Zinsen in den USA genau zu der Zeit führen, wo die Neuverschuldung wegen des Coronavirus in die Höhe schnellt. Wäre da nicht die amerikanische Notenbank, die mit einem unendlichen Aufkaufprogramm die Zinsen niedrig hält und diesen Effekt vermutlich auch noch auffangen könnte. Sie wird auch die doppelte Staatsverschuldung der USA vermutlich abfedern können.

Da man diesen Effekt wohl auch attraktiv findet berichtet die South China Morning Post zudem, dass auch Chinas Regierung jetzt darüber nachdenkt, ob die eigene Notenbank nicht spezielle Coronaanleihen direkt kaufen solle, um die wachsenden Ausgaben der chinesischen Regierung direkt zu finanzieren. Helikopter-Geld für die Regierung also.

Die brasilianische Notenbank senkt den Leitzins um 75 Basispunkte auf 3%, weil sie feststellen musste, dass der wirtschaftliche Einbruch weitaus größer ausfällt als erwartet. Brasilien leidet zusätzlich an der geringeren Exportnachfrage nach Rohstoffen, da China nun mehr Rohstoffe statt aus Brasilien aus den USA importiert.

Nachbörslich gab es einen satten Kurssprung bei dem Wirecard-Konkurrenten Paypal von 11%, nachdem das Unternehmen Quartalszahlen präsentierte. Auch bei den Aktien des Uber-Konkurrenten Lyft ging es nach Zahlen nach oben, und zwar um 14%.