Japans Notenbank will noch mehr Aktien-ETFs kaufen

Der Yen ist heute Morgen deutlich stärker, da wurde wohl noch mehr in Richtung Absenkung der Leitzinsen tiefer in den negativen Bereich erwartet, was nicht kam. Aktien in Japan notieren zur Minute unverändert nachdem sie ebenfalls kräftig Federn lassen mussten.

Die Credit Suisse hat gestern die Ergebnisse einer spannenden Befragung veröffentlicht. Sie haben ihre aktiven Trader gefragt, wie sie die Märkte derzeit einschätzen und sind zu dem Ergebnis gelangt, dass sie sie kaum jemals in der Vergangenheit so bärisch erlebt hätten wie dieses Mal. Deshalb sind die Credit-Suisse-Trader so skeptisch:

  • Vielen sind Aktien aus fundamentaler Sicht schon zu teuer, in absoluten Begriffen also, wenn man sie nicht mit Anleihen, die durch die Zentralbanken verzerrt sind, bewertet. Das KGV liege tatsächlich 28%  über seinem 50-Jahresschnitt, wenn man das Shiller-KGV heranziehe dann könne man feststellen, dass es sogar 33% über seinem 50-Jahresschnitt liege.
  • Gleichzeitig haben Firmen gerade in den USA wegen dem guten Arbeitsmarkt immer weniger die Möglichkeit, bei Neuanstellungen viel Druck auf die Gehälter zu machen, was den Schluss nahelege, dass der Höhepunkt der Gewinnentwicklung bei den Firmen jetzt schon erreicht ist.
  • Das US-Wachstum zeige sich weiterhin durchwachsen, heißt es bei der Credit Suisse weiter, und die chinesische Regierung gebe zwar offiziell vor, ihre Volkswirtschaft neu auszurichten, tut aber in der Realität herzlich wenig, um das zu erreichen. Vielmehr versuche China durch die Abwertung des Renminbi, der seit Jahresbeginn bereits 2,6% gesunken sei, einen Vorteil auf dem Exportmarkt zu erlangen.
  • Sollte sich die Konjunktur ernsthaft abkühlen würden die Zentralbanken und Regierungen mit dem Rücken zur Wand stehen und hätten nur noch wenig, was sie einer Wachstumsschwäche entgegen setzen könnten.
  • Außerdem hätten sich viele Trader auf das abnormal hohe politische Risiko bezogen, was zu mehr Protektionismus führe, dem Wunsch, Immigration zu verringern und Mindestlöhne einzuführen, um den Wohlstand der Volkswirtschaften zurück in Löhne und weg von den Firmen zu lenken.

Vielleicht ist vor diesem Hintergrund die Annahme, die Zinsen werden längere Zeit tief bleiben die Annahme geworden, die Zinsen werden für immer tief bleiben. Tatsächlich liegen die Nettolongpositionen bei US-Staatsanleihen kombiniert auf dem höchsten Stand seit drei Jahren. In anderen Worten: Die Mehrheit glaubt, die Zinsen werden in den USA noch weiter sinken. Den Hinweisen der US-Notenbank zur Normalisierung der Zinsen mag also niemand wirklich Glauben schenken.