Jahresendrally im DAX: Startet sie jetzt?

Die Märkte haben wochenlang die Umdrehung der Zinskurve und damit einhergehende Rezessionsrisiken gespielt und jetzt kommen Wirtschaftsdaten, die gar nicht zu einer Rezession passen. Also gibt es Aufbauten von neuen Long-Positionen bei Aktien und das ist auch statistisch das, was erwartbar ist, denn auf eine Umdrehung der Zinskurve folgte in der Vergangenheit oft eine Rally, weil die Kurse nach der ganzen schlechten Stimmung anfangen zu steigen und niemand richtig investiert ist.

Bodenbildung an der Wall Street

Das Resultat ist, dass der DAX und der S&P 500 Index jetzt Böden ausgebildet haben. Der S&P 500 Index steigt dynamisch über den Widerstand bei 2941 und reaktiviert damit ein Broadening Wedge und aktiviert einen 123-Boden, doppelt also aus Sicht der Charttechnik ein bullisches Signal. Das mögliche Ziel aus dem Broadening Wedge liegt über die kommenden Monate bei 3562 Punkten - eine starke Ausdehnung des 123-Tiefs könnte uns sogar bis auf 3634 Punkte führen.

Synthetische Inflation: Was kommt auf uns zu?

Wir haben das Problem, dass die Nachfrage wegen einer immer älter werdenden Weltbevölkerung vor allem im Westen nachlässt. In den letzten Jahrzehnten sorgte eine immer weiter wachsende Nachfrage für Inflation. Jetzt muss sie synthetisch durch die Zentralbanken erzeugt werden. Ist das das, was auf die Märkte zukommt? Eine unglaubliche Geldflut der Zentralbanken? 

DAX bald nahe 15.000 Punkten?

Jedenfalls würde ein Plus im S&P 500 Index bis 3634 Punkte bedeuten, dass der DAX dann bei 14800 Punkten stehen würde, aber halt auch nur, wenn er die Rally in New York im Verhältnis eins zu eins nachbildet, was er nicht so richtig tat in den letzten Monaten.

WTI: Bald bei 62 Dollar?

Der ganze Optimismus rund um die Zentralbanken und wieder aufkommende Konjunkturhoffnungen sorgt jetzt auch beim Ölpreis für zaghafte Versuche einen Boden auszubilden. Wir waren gestern bereits einmal über 57,41 Dollar - schließt WTI da drüber - der Tagesschluss, der zählt, ist 23 Uhr - dann wäre ein 123-Tief aktiviert mit möglichem Ziel bei 62,20 Dollar. 

Pfund: Was will Boris Johnson?

Was man als Trader heute auch im Blick behalten kann ist das britische Pfund, man weiß nicht richtig ob Boris Johnson das in London alles mit Kalkül gegen die Wand fährt, um danach ohne die Kritiker in den eigenen Reihen eine geschlossene neue Regierung zu bilden, oder ob der Brexit gar nicht kommt. In diesem Spannungsfeld bewegt sich GBP/USD, da sind dynamische Kurssprünge oder Einbrüche möglich.

Heute Nachmittag kommen dann noch die Arbeitsmarktdaten aus den USA, ich werde um 14:20 Uhr eine halbe Stunde live sein, um die Situation auf CMC TV zu kommentieren.