Kennen Sie das nicht auch? Sie gehen in einem Markt long und just ab dem Zeitpunkt, an dem man die Position eröffnet hat, fällt der Kurs. Dabei ist es egal, ob sie einen CFD handeln, die Aktie direkt kaufen oder sich irgendwie anders in einer Position engagieren. Es wird zwangsläufig früher oder später der Zeitpunkt kommen, an dem das Timing des Einstiegs nicht ganz richtig war. 

Jetzt steht eine nervenaufreibende Phase bevor. Auch Profis werden nicht um die bohrende Frage herumkommen, ob das Setup noch passt und ob die Position weiter offengelassen werden oder besser verkauft werden soll. Fakt ist: Die Position, in die Sie investierten, läuft gegen Sie. 

Es gibt nun drei Optionen:

1) Sie beenden den Trade vorzeitig, wenn Sie einen Grund dafür haben. In der Privathändlerausbildung auf CMC Markets haben wir verschiedene valide Gründe für den vorzeitigen Abbruch eines Trades genannt, etwa eine Veränderung der Volatilität gegenüber der Eröffnung des Trades oder veränderte Rahmenbedingungen.

2) Der Trade läuft in den Stop. Der Kurs ist so stark gesunken dass er den zuvor von Ihnen gesetzten Stopkurs erreichte, was zu einer automatischen Beendigung der Position führt. Tipp: Mit garantierten Stoploss-Orders von CMC Markets können Sie auch über das Wochenende bei großen Kurslücken vermeiden, eine schlechte Ausführung bei Stoporders zu erhalten. Mehr dazu finden Sie auf unserer Webseite.

3) Der Kurs sinkt und erholt sich wieder. Er erreicht schließlich wieder den Kurs, zu dem Sie eingestiegen sind.

Der dritte Fall ist für diesen Artikel nun von besonderem Interesse, denn jetzt stehen wichtige Entscheidungen an. Nach einer zeitlich möglicherweise ausgedehnten und anstrengenden Phase, in der der Trade gegen Sie lief haben Sie jetzt zum ersten Mal wieder die Möglichkeit, durch einen Verkauf ihr ursprünglich eingesetztes Kapital wieder zurückzuerhalten.

Sie können sich gegen einen Verkauf entscheiden, tragen dann aber auch das Risiko, dass der Trade erneut gegen Sie läuft und Sie dann die gleiche nervenaufreibende Phase erneut durchlaufen müssen. Sie benötigen viel Vertrauen in den Trade, um ihn an dieser Stelle oder bei einem kleinen Abpraller nach unten nicht sofort zu verkaufen. Die Angst vor erneuten Verlusten (wenngleich unrealisierten Verlusten) ist zum Greifen nahe.

Sie können sich auch entscheiden, den Trade wie geplant fortzusetzen. Dies sollten Sie auch tun, denn schließlich hat sich an ihrem Plan nichts geändert (wenn keine Argumente für einen frühzeitigen Trade-Abbruch genannt werden können). Sie haben damit die Chance, dass der Kurs dieses Mal höher handeln wird als das letzte Mal, als er auf diesem Niveau war.

Das ist eine wichtige Entscheidung, die nicht nur Sie, sondern viele andere Trader, die auf dem gleichen Niveau eingestiegen sind und die das gleiche durchlebten, wie Sie, zu lösen und beantworten haben. 

Das führt uns zu der Frage, ob Charttechnik seriös ist. Die Charttechnik ist in der Lage solche wichtigen, neuralgischen Punkte in einem Chart zu identifizieren. Wo steht in der Zukunft eine derart wichtige Entscheidung für einen Markt an, wie Sie in diesem Artikel beschrieben wurde? Wo sind Marktteilnehmer in einem ähnlichen Maße wie gerade beschrieben gezwungen, ihre Positionen neu zu bewerten?

Die Börsen generieren fortlaufend gefangene Longpositionen und gefangene Shortpositionen. Konsolidierungen, die an Hochs und Tiefs in der Vergangenheit entstanden sind, sind künftig wichtige Widerstände und Unterstützungen, wenn der Kurs das nächste Mal an diese herangehandelt wird.

Die Charttechnik ist also keine Glaskugel und sollte auch nicht als solche verstanden werden. Sie ist jedoch ein seriöses Mittel, um aufgrund empirischer Beobachtungen wahrscheinliche Szenarien für die Zukunft abzuleiten. Als solche sollte sie auch genutzt werden.

Die hier vorgestellten Kommentare und Marktanalysen dienen lediglich der allgemeinen Information uns stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Die Inhalte stellen keine Handelsempfehlung zum Kauf oder Verkauf jeglicher Art von Wertpapieren oder Derivaten dar. In jedem Fall haftet CMC Markets nicht für Verluste, welche Sie direkt oder indirekt durch eine Anlageentscheidung erleiden, die Sie aufgrund der Inhalte getroffen haben.