DAX wieder unter 11.900 / Griechenland-Hoffnung muss sich bestätigen, Wartestellung vor morgigem Fed-Entscheid
CMC Markets – geschrieben von Andreas Paciorek, Marktanalyst Gestern verhalfen die Hoffnungen der Investoren auf Fortschritte in der griechischen Schuldenfrage dem Deutschen Aktienindex wieder über die Marke von 12.000 Punkten. Weitreichende Zugeständnisse Griechenlands standen nach einem Medienbericht im Raum. Heute nun aber erhalten diese Hoffnungen einen Dämpfer nach der Aussage des griechischen Premiers Tsipras im Fernsehen, dass es ein Referendum geben müsse, falls die geforderten Reformen den Wahlversprechen widersprächen. Allerdings bleiben die Gewinnmitnahmen der vergangenen Tage auch deshalb auf der Tagesordnung, weil die US-Indizes gestern wieder zurückgefallen sind und so die teils knappen Allzeithochs nicht verteidigen konnten. Auch wenn die Konjunkturdaten in den USA zuletzt immer wieder enttäuschten und damit die Wahrscheinlichkeit eines eher lockeren Tons der US-Notenbank nach der zweitägigen FOMC-Sitzung morgen erhöhen, bleibt man an der Börse lieber erst einmal weiter in Wartestellung. Denn sollten die US-Notenbanker die abflauende Dynamik einem temporären Effekt zuschreiben und die Wahrscheinlichkeit einer frühen Zinswende aufrechterhalten, könnte die Aussicht auf einen weiter starken Greenback die Stimmung eintrüben. Aus charttechnischer Sicht sehen wir beim DAX aktuell einen Abprall an der Abwärtstrendlinie vom Allzeithoch und der charttechnischen Marke von 12.040 Punkten. Potenzielle Unterstützungen liegen nun an der 11.940- und darunter an der 11.880-Zähler-Marke. Können die Bullen diese Terrains verteidigen, stiege die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Tests der Abwärtstrendlinie. Ansonsten dürfte bald wieder nicht nur die 11.800.Punkte-Marke in den Fokus rücken. Im Fokus stand am Vormittag auch die erste Lesung des britischen BIP-Wachstums im ersten Quartal, welches die Prognosen verfehlte. Zwischen Januar und März wuchs die Wirtschaft auf der Insel nur noch um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, während ein Anstieg um 0,5 Prozent erwartet wurde. Das stellt auch das schwächste Quartalswachstum seit dem vierten Quartal 2012 dar. Der GBP der zuletzt wieder kräftig gegen den US-Dollar aufwertete erhielt hier einen kurzfristigen Dämpfer. Aktuell kann er allerdings die charttechnische Marke von 1,52 USD zurückerobern und hält sich damit die Möglichkeit zu einer weiteren Aufwertung in Richtung 1,535 USD offen. Bei einem nachhaltigen Rückfall unter 1,52 USD könnte zunächst wieder die 1,50-USD-Marke in den Fokus rücken. Unter den Einzelwerten konnte heute Daimler mit seinen Geschäftsergebnissen für das erste Quartal die Marktteilnehmer überzeugen die aktuell kräftig zugreifen. Die US-Indizes liefern aus charttechnischer aktuell leichte Warnsignale. So schaffte es der S&P 500 gestern nicht, dass knappe Allzeithoch zu verteidigen, sondern fiel sogar wieder unter die charttechnische Marke von 2.110 Punkten zurück. Und dies trotz guter Apple-Geschäftsergebnisse Die Futures weisen sogar noch auf weitere Abgaben hin, was bei diesem Leitindex die Gefahr eines erneuten Tests der 2.102 Marke eröffnet. Die Marktteilnehmer zeigen sich vor dem morgigen Ergebnis der zweitägigen Offenmarktausschuss-Sitzung vorsichtig. Zwar haben einige US-Notenbanker nach zuletzt schwächeren US-Konjunkturdaten ihre Rhetorik abgemildert. Dennoch bleibt aber die Gefahr, dass die US-Notenbank Fed die abflauende Dynamik nur als temporäre Schwäche erachtet und die Wahrscheinlichkeit an einer frühen Zinswende aufrechterhält. Zusammen mit dem starken US-Dollar könnte dies auf die Stimmung schlagen. Die Futures auf den Dow Jones und S&P 500 werden aktuell mit leichten Abfschlägen zu den jeweiligen Schlusskursen von gestern gehandelt. * Gegenüber dem Vortagesschlusskurs ** Gegenüber der Vorperiode *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden Bitte beachten Sie: Die Inhalte dieses Marktkommentars dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als maßgebliche Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden. Die Inhalte sind niemals dahingehend zu verstehen, dass CMC Markets den Erwerb oder die Veräußerung bestimmter Finanzinstrumente, einen bestimmten Zeitpunkt für eine Anlageentscheidung oder eine bestimmte Anlagestrategie für eine bestimmte Person empfiehlt oder für geeignet hält. 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