Goldpreis vor Crash? Wo steht Gold 2020?

Wohin man blickt: Die Stimmung ist negativ, die konkreten, harten Wirtschaftsdaten zeichnen ein trübes Bild. Der Handelskonflikt zwischen China und den USA verlangsamt den Welthandel und trifft die deutsche Wirtschaft besonders hart. Der Goldpreis auf Dollarbasis ist seit Mai um 16% gestiegen.  Anleger flüchten sich in Gold, da sie dort einen sicheren Hafen vermuten. Doch was ist, wenn alles plötzlich besser wird?

Goldpreis: Direkt am Widerstand

Das ist eine wichtige Frage für Gold-Anleger. Denn Gold erholt sich seit einiger Zeit. Eine gewisse Fallhöhe könnte also gegeben sein. Der Goldpreis jetzt bei 1532 USD/Unze. Anleger, die schon eine Weile mit dabei sind, kennen diesen Preis. Am 15. April 2013 kam es genau an diesem Preis zu einem historischen Kurseinbruch. Gold brach damals in zwei Tagen um 203 USD/Unze oder 13% ein. Jetzt geht es darum, diesen Schaden zu reparieren. Dazu müsste Gold aber aus Sicht der Charttechnik wieder über 1532 USD/Unze ansteigen. Das gelang nicht.

Warum Anleger heute Gold kaufen

Das Weltwirtschaftswachstum ist schwächer geworden. Die Einkaufsmanager der Unternehmen in den Industriestaaten, aber auch in China und anderen Schwellenländern halten sich zurück. Weniger Bestellungen – weniger Handel: Das lähmt das Wachstum. Anleger kaufen Gold, da sie vermuten, dass die Zentralbanken zur Bekämpfung der Wachstumsschwäche erneut ihre Geldschleusen öffnen werden.

Die Angst vor dem Geldpolitik-Unfall

Viele Goldanleger befürchten auch, dass das immer wieder notwendig erscheinende Aufpeppeln der Wirtschaft mit billigem Geld irgendwann schief geht. Die Angst vor dem geld- oder wirtschaftspolitischen Unfall ist hoch. Angesichts der Datenlage in der Weltwirtschaft könnte die Vorsicht der Anleger gerechtfertigt sein, aber nur, wenn keine Wende in den Daten kommt.

Erste Anzeichen sind da

Zyklische Unternehmen sind jene, deren Gewinne mit dem Wachstumszyklus einer Volkswirtschaft steigen oder fallen. Geht es der Konjunktur gut, sprudeln die Gewinne, geht es der Konjunktur schlecht, gehen die Gewinne zurück und können zu Verlusten werden. Die Aktienkurse so genannter Frühzykliker reagieren dabei als allererstes, wenn sich eine Konjunkturerholung nach einem Abschwung abzeichnet. Frühzykliker sind etwa Bankaktien. Wenn man die Kurse der Deutschen Bank Aktie und der Commerzbank Aktie seit Mitte August betrachtet sieht man dynamische Kurssteigerungen. Sehen Anleger erste Signale einer konjunkturellen Erholung? Ist die Angst vor einer Rezession überzogen?

Gold am charttechnischen Widerstand

Der Goldpreis als Gegenpol zu den Risikovermögenswerten zögert am wichtigen Widerstand von 1532 USD/Unze.

Nachdem Gold am 4. September bei 1557,09 USD/Unze ein neues Mehrjahreshoch erreichte lässt sich bis jetzt keine Top-Bildung feststellen. Es kommt angesichts der jüngsten Ausbruchsbewegungen bei Aktien lediglich zu Gewinnmitnahmen im Goldpreis. Jetzt geht es darum, daraus möglichst kein 123-Top-Muster werden zu lassen. Im Wochenkerzenchart vom Gold ist ein Evening Star Umkehrmuster entstanden. Dieses bestätigt den Widerstand bei 1532 USD/Unze. Technisch liegt hier also das Signal vor, dass die Schäden von damals im Gold noch nicht wieder repariert sind und die Anleger, die diesen Preis wieder gesehen haben, diesen zum Verkauf nutzen. Erst ein Wochenschlusskurs über 1557,09 USD/Unze würde diesen Widerstand knacken, was übergeordnet neues Kurspotenzial freischalten könnte.