Marktupdate: DAX springt über 10.000 Punkte / Fed will Zinsen niedrig halten, Irak-Konflikt hält Energiemärkte auf Trab

CMC Markets – geschrieben von Andreas Paciorek, Marktanalyst Das Ergebnis der zweitägigen Sitzung des US-Offenmarktauschusses brachte zwar keine große Überraschung, schaffte es damit allerdings auch die Märkte davon zu überzeugen, dass die Zinsen noch eine ganze Weile niedrig bleiben werden. Fed-Präsidentin Janet Yellen vermied es auf der Pressekonferenz noch einmal den Fehler zu machen, von einem möglichen Anstieg der Zinsen bereits 6 Monate nach Auslaufen des Anleihekaufprogrammes zu sprechen. Wie erwartet beschloss die amerikanische Notenbank das Volumen der monatlichen Anleihekäufe um weitere 10 Milliarden US-Dollar auf nun 35 Milliarden US-Dollar zu reduzieren und beließ den Leitzins unverändert in einer Spanne zwischen 0 – 0,25 Prozent. Den starken Anstieg der Verbraucherpreise im Mai um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat tat Yellen mit einem „Rauschen“ ab und verwies eher auf die Risiken die für eine Volkwirtschaft von einer geringen Inflation ausgehen. Einen Teil des Rückgangs der Arbeitslosenquote verknüpfte Yellen mit der niedrigeren Partizipationsrate, was bedeutet, dass Menschen aufgeben einen Job zu suchen und somit aus der Statistik fallen. Dies impliziert wiederum die Notwendigkeit weiterer staatlicher Stimuli um die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter zu verbessern. Wie zuvor der Internationale Währungsfond, korrigierte auch die US-Notenbank gestern ihre Wachstumsprognose für die US-Wirtschaft für dieses Jahr auf 2,1–2,3 Prozent von 2,8-3 Prozent und passt diese damit der Realität eines sehr schwachen ersten Quartals an. Zusammenfassend unterschieden sich die Äußerungen nicht wesentlich zum letzten Mal. Dass die Fed-Präsidentin Janet Yellen im Gegensatz zum letzten Mal vermied über einen frühen Zeitpunkt einer Zinserhebung zu spekulieren sondern stattdessen unterstrich, dass der Leitzins auch noch eine ganze Weile nach dem Auslaufen des Anleihekaufprogramms nahe Null bleiben werde, erfreute die Märkte, die mit Kursgewinnen reagierten. Nachdem der Dow Jones gestern knapp 0,6 Prozent*, der S&P 500 annähernd 0,8 Prozent* und der Nikkei 225 sogar rund 1,6 Prozent* zulegen konnten, verwandelte der DAX die gute Vorlage in einen Sprung über die 10.000-Punkte-Marke direkt zur Handelseröffnung. Auch der kleine Bruder MDAX zeigt sich heute stärker und stieg wieder über 17.000 Zähler. Kurz vor dem großen Verfallstermin am Freitag haben sich die Bullen im DAX damit in eine relativ gute Ausgangsposition gebracht um den Kampf um einen höheren Abrechnungspreis für sich entscheiden zu können. Die Bären werden es schwer haben, nun noch die Kurse in ihre Richtung zu bewegen. Dennoch werden sie weiterhin nach Möglichkeiten oder Impulsen suchen, die den Index drücken könnten. Charttechnisch gesehen handelt der DAX weiterhin innerhalb der kleinen Konsolidierungsformation in Form eines umgekehrten Dreiecks im tertiären Trend. Ein Befreiungsschlag im DAX könnte erfolgen, wenn der Kurs über die obere Begrenzungslinie bei aktuell knapp 10.075 Punkten ausbricht, dem Kursgewinne bis zur Fibonacci-Projektion bei etwa 10.225 Punkten folgen könnten. Nach unten hin stellt eine bullische Fibonacci-Fächerlinie vom März-Tief eine Unterstützung dar. Ein Bruch dieser würde das Chartbild eintrüben und könnte den häufig genannten Test des Ausbruchsniveaus bei rund 9.800 Punkten einleiten. Da die amerikanische Notenbank keine restriktiveren Töne anschlug, konnte der EUR sich ein wenig von seinen jüngsten Verlusten gegen den USD erholen und den technischen Widerstand bei 1,3585 USD überwinden. Aktuell notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,3635, knapp 25 Pips unter seinem 200-Tages-Durchschnitt. Die anhaltenden Kämpfe im Irak halten den Rohölpreis derweil auf hohem Niveau. Die Terrorgruppe Isis rückt scheinbar ohne Gegenwehr immer weiter vor und hat inzwischen auch die größte Ölraffinerie des Landes weitgehend unter ihre Kontrolle gebracht. Aus den USA stehen heute die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung auf der Agenda, sowie die Philadelphia-Fed-Index zur Industrieproduktion. Analysten erwarten einen Rückgang des Index-Wertes auf 13,3*** im aktuellen Monat, gegenüber einem Stand von 15,4 im Mai. Vorbörslich handelt sowohl der Dow Jones als auch der S&P 500 gegenwärtig kaum verändert zu seinem jeweiligen gestrigen Schlusskurs*. Mit aktuell etwa 16.900 beziehungsweise 1.957 Zählern, handeln beide Leitindizes nun wieder nahe an den psychologischen, runden Marken von 17.000 beziehungsweise 2.000 Punkten, wodurch den Bullen ein Ziel vor Augen gestellt wird. Es wird spannend sein zu beobachten, ob die Bullen diese Marken bald werden knacken können oder die Bären dagegenhalten können. * Gegenüber dem Vortagesschlusskurs ** Gegenüber der Vorperiode *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden Bitte beachten Sie: Die Inhalte dieses Marktkommentars (nachfolgend: „Inhalte“) sind Bestandteil der Marketing-Kommunikation von CMC Markets, Niederlassung Frankfurt am Main der CMC Markets UK Plc, (nachfolgend “CMC Markets”) und dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als maßgebliche Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden. 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