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EZB-Sitzung – Wie sind die Erwartungen?

CMC Markets

Heute ab 13:45 Uhr findet die Zinssitzung der EZB statt. Die Europäische Zentralbank wird in diesem Rahmen entscheiden, ob ihr ohnehin schon massiver geldpolitischer Stimulus noch weiter verstärkt werden muss, um Europa aus ihrer tiefsten Rezession seit 70 Jahren herauszuführen. Marktteilnehmer wünschen sich ein mutiges und entschlossenes Vorgehen seitens der EZB.

Worauf wird geschaut?

Die meisten Ökonomen gehen davon aus, dass die EZB ihr 750 Milliarden Euro (842 Milliarden Dollar) umfassendes Pandemie-Notkaufprogramm erhöhen wird und über das Ende dieses Jahres hinaus verlängern wird.

Die EZB hat in den letzten Wochen, darunter auch der Chefökonom Philip Lane, zu verstehen gegeben, dass sie bereit ist auch dann zu handeln, wenn die Wirtschaft erste Anzeichen einer Bodenbildung zeigen würde. Dies soll verhindern, dass die Wirtschaft bei kleineren Unebenheiten wieder im Keim der Erholung erstickt wird.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird sich höchstwahrscheinlich auch zum Gerichtsurteil des Bundesgerichtshofs äußern. Mit Diplomatie wird sie vermutlich versuchen Bedenken zu zerstreuen, dass der finanzielle Spielraum für mehr finanzielle Unterstützung einschränkt werden könnte.

Der EZB-Rat wird seine Entscheidung um 13.45 Uhr in Frankfurt bekannt geben. Es kommt also zu einem Eventrisiko.  In der darauffolgenden Pressekonferenz sind folgende Themen interessant:

Corona-Notfallprogramm

Etwas mehr als zwei Monate nach Beginn des Programms hat die EZB fast ein Drittel des bereit gestellten Geldes für Anleihekäufe ausgegeben. Bei der aktuellen Kaufgeschwindigkeit würde das angedachte Volumen, dass eigentlich bis zum Ende des Jahres reichen sollte nur bis Oktober dieses Jahres reichen.  Aus diesem Grund erwarten also die meisten Beobachter, dass die EZB heute dieses Notfall-Programm um 500 Milliarden Euroausweiten wird. Die würde die Gesamtsumme auf 1,6 Billionen Euro steigen lassen.

Wirtschaftlicher Ausblick

Der beispiellose Wirtschaftsschock, der durch die Abriegelung großer Teile der Wirtschaft und die Ungewissheit darüber, wie schnell sich die Nachfrage angesichts zunehmender Konkurse und Arbeitslosigkeit erholen wird, hat die Prognosen erschwert. Die EZB tendiert derzeit zum pessimistischsten ihrer drei derzeitigen Szenarien, die einen Rückgang der Jahresproduktion in Europa um bis zu 12 % vorsehen.

In der Zwischenzeit ist die Inflation fast zum Stillstand gekommen. Zum größten Teil ist dies auf die gesunkenen Energiekosten zurückzuführen.  

Instrumente der Liquidität

Eine Schlüsselkomponente der Krisenreaktion der EZB war die Vergabe von kurz- und langfristigen Krediten an Banken.

Mit der zunehmenden Liquidität auf den Finanzmärkten wird es für die Kreditgeber immer schwieriger, den negativen Einlagenzins der EZB zu umgehen. Einige Ökonomen erwarten, dass die Zentralbank den Einlagezins von derzeit -0,5 % anheben könnte, um die Banken zu entlasten. Dies wäre ein Schritt, der insbesondere den deutschen Banken, die über die größten Reserven der Eurozone verfügen, helfen würde.

Fiskalische Unterstützung

Parallel zur EZB arbeiten die Regierungen im gesamten Euroraum an Konjunkturplänen, um das Wachstum wieder anzukurbeln. Die Europäische Kommission plant die Aufstockung der Zuschüsse und Darlehen um 750 Milliarden Euro, wobei den am stärksten von der Pandemie betroffenen Ländern besonders geholfen werden soll.

Die EZB hatte die Regierungen monatelang dazu aufgefordert fiskalpolitische Maßnahmen zu ergreifen, da die Geldpolitik alleine auch ihre Grenzen hat. Christine Lagarde wird die aktuellen Ereignisse in Deutschland und anderen Ländern mit Wohlwollen registrieren. Sie könnte daraufhin Zusicherungen an die Regierungen geben, dass die Kosten für die Schuldenfinanzierung niedrig bleiben werden. In der letzten EZB Sitzung, sagte sie: „Angesichts der Pandemie sei der Einsatz von Schulden nicht nur empfehlenswert, sondern der richtige Weg".

 

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