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Eine neue Trader-Ära: Nullzinsen jetzt auch in den USA

CMC Markets

Die Ära fallender Zinsen hat zur Zeit der Medici im alten Florenz begonnen und hält bis heute an. Auch wenn der damalige Feudalismus nicht mit dem heutigen Kapitalismus vergleichbar ist und der Zins eine andere Funktion hat als damals ist dies eine bezeichnende Entwicklung, die von Karl Marx, Joseph Schopenhauer und John Maynard Keynes auf unterschiedliche Weise vorhergesagt wurde und wo jeder der drei Herren zu unterschiedlichen Prognosen über die Zukunft gelangt.

Wir scheinen in einer Ära angelangt zu sein in der die Menschen von einer Kaufunlust befallen zu sein scheinen, die sich auch durch das Absenken des Zinses durch die Zentralbanken und durch Strafzinsen auf Girokonten nicht ändern lässt. Seit der Großen Finanzkrise vor elf Jahren zeichnen sich in vielen Sektoren der Wirtschaft Erscheinungen der Stagnation ab.

Die Weltwirtschaft ist nicht mehr in der Lage, zusätzliches hohes Umsatzwachstum zu generieren, ohne dass die Zentralbanken stützend nachhelfen und die Regierungen immer neue Schulden machen müssen, um den fehlenden Konsum der Bürger abzufangen. Der Grenznutzen zusätzlicher Schulden auf das Wachstum sinkt dabei immer weiter. Die Schuldenorgie muss immer größer werden, um noch einen Effekt zu haben.

Marx, Schopenhauer, Keynes: Sie sahen es kommen

Karl Marx ging davon aus, dass diese reife Entwicklungsstufe des Kapitalismus in der finalen Ausprägung zu Massenverarmung und hoher Arbeitslosigkeit führen wird, da der Kapitalismus sich irgendwann rund um den Globus ausgebreitet haben wird und keine Rendite mehr auf das Kapital gefunden werden kann

Joseph Schopenhauer sah das auch kommen, seiner Meinung nach würden die Massenmärkte irgendwann gesättigt sein und es würde sich für Unternehmer irgendwann nicht mehr lohnen, in den Aufbau neuer Kapazitäten zu investieren. Aus Dynamik könnte dann eine bürokratische Struktur entstehen, in der das bestehende nur noch verwaltet würde.

John Maynard Keynes glaubte an eine ökonomische Statik - die Menschen arbeiten immer weniger und nutzen die frei werdende Zeit für den Genuss des Lebens, oder eben die Enthaltung vom Konsum, was auch mit einer gesellschaftlichen Verachtung des Strebens des Vermehrens des Kapitals und des grenzenlosen Konsums einher gehen könne.

Reifer Kapitalismus: Überschüsse überall

Ist der Kapitalismus also in einer solchen Kraft strotzenden, reifen Phase angelangt, in der so viel Wohlstand und Kapital geschaffen wurde, dass das Kapital an sich nichts mehr kostet, der Zins also bei Null liegt, in der die Massenmärkte gesättigt und der Konsum brach liegt, weil die Menschen eben schon das allermeiste haben und es sich nicht noch einmal beschaffen müssen?

Weltweit scheint dieser Trend auch in der Bevölkerungspyramide Ausdruck zu finden. In diesem Jahrzehnt wird die Zahl der Menschen im gebärfähigen Alter und die Zahl der jungen Menschen weltweit einen Hochpunkt erreichen. In Deutschland und anderen Industrieländern wie Japan wurde dieser Zenit bereits überschritten. Menschen, die in Rente gehen, investieren nicht mehr, sondern konsumieren ihr Erspartes. Auch das führt zu geringerem Konsum und weniger Wachstum.

Eine neue Art der Produktion

Unternehmen, die in Zukunft bestehen müssen, werden kreativ. Entweder sie arbeiten nach dem alten Modell, nach dem sie in Masse produzieren und das wird dann quasi mit “Gewalt” in den Markt gedrückt - etwa durch Kaufanreize für Wasserstoff- oder Elektroautos, die man vielleicht ansonsten gar nicht benötigen würde. Natürlich sorgt es für zusätzliches Wachstum, wenn man von Gesetzes Wegen die deutsche Fahrzeugflotte von über 50 Millionen Autos ausmustert und durch nicht-fossile Antriebstechnologien ersetzt.

Der zweite Weg ist die individuelle Produktion. Auch daher spielen Big Data und die Analyse von Kundenverhalten eine immer größere Rolle. Die Menschen kaufen, wenn das Produkt ihren Wünschen entspricht, wenn das Produkt, das sie präsentiert bekommen, möglichst auf die individuellen Wünsche angepasst ist. Das Wissen um die Bedürfnisse individueller Kunden über Cookies, Daten-Tracing und die Auswertung des Kundenverhaltens wird zu einer unschätzbar wertvollen Ressource.

Datenschutz: Der Schutz des goldenen Schlüssels zum Konsumverhalten der Bürger

Nicht zufällig drehen sich die Besorgnisse der Datenschützer und Regierungen daher um den Umgang mit privaten Daten und den Schutz selbiger. Der Schlüssel zu Wachstum in der Zukunft liegt nicht in dem Zwang, durch Nullzinsen Menschen zu etwas zu nötigen, was sie eigentlich gar nicht vorhatten. Er liegt in der Produktion der Produkte, die sie haben möchten. Herauszufinden, was das ist, was sie haben wollen - darin liegt der Schlüssel, der auch inmitten wirtschaftlicher Sorgen in der Coronakrise den Nasdaq Technologieindex auf ein neues Rekordhoch bei über 10.000 Punkten steigen lässt.

Individuelle und digitale Produktion sind nicht mehr zwangsläufig kapitalintensiv. Wer ein Autowerk aufbauen will wie es Tesla tut läuft Gefahr, dass der Cash Flow länger negativ bleibt als Investoren neues Kapital nachschießen. Tesla hat es geschafft, die Kuh vom Eis zu holen und hat die Insolvenzgefahren, die noch letztes Jahr gehandelt wurden, abgeschüttelt.

App-Entwickler wie Whatsapp haben es da leichter. Sie programmieren, was in Mode kommt, von Millionen Menschen genutzt wird und haben mit geringem Kapitalaufwand einen Milliardenwert geschaffen. In einem solchen Prozess spielt der Zins eine relativ geringe Rolle.

Die neue Realität, in der die Wall Street in der Post-Lockdown-Realität durch das Coronavirus erwachen wird ist eine des Nullzinses. Die Renditen zweijähriger amerikanische Staatsanleihen sind auf Jahresfrist von 1,8% auf 0,2% gesunken. Mit gewissem Neid blickte der amerikanische Präsident Donald Trump auf die europäischen Staaten, die sich neu verschulden können und dafür mit einem Negativzins quasi auch noch bezahlt werden. Nun hat er das bald selbst. Aber ist damit ein Problem gelöst? Wird das für das Wachstum sorgen, das er anstrebt?

USA: Nullzinsen könnten Wall Street treffen, aber anders als gedacht

Da ist eher fraglich. Vielmehr kommt es bei der nächsten Aktienkurskorrektur zu einem echten Belastungstest. Die Rally der letzten Wochen war eine gute Ablenkung von der Tatsache, dass Nullzinsen nun auch in den USA angelangt sind.

Typischerweise parken Anleger in den USA ihr nicht in Aktien investiertes Geld auf Tagesgeldkonten oder Geldmarktfonds, die vor Corona einen immerhin einigermaßen auskömmlichen Zinsertrag lieferten. Nun ist hier nichts mehr zu holen. Das wird dann auffallen, wenn Aktien korrigieren und Anleger ihrer Gewohnheit nachgehen und wieder in diese Produkte umschichten wollen.

Dann wird sich die Frage beantworten lassen, ob dadurch die Neigung, Aktien zu verkaufen, beeinflusst wird. Immerhin hat der S&P 500 Index vor Corona eine Dividendenrendite von 1,8% generiert, was im Vergleich zu den zweijährigen Renditen bei amerikanischen Staatsanleihen von 0,2% relativ üppig erscheint. Sehen wir also derzeit vor allem auch eine Flucht aus Anleihen in Aktien, weil der Zins so deutlich gesunken ist?

Das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass temporär steigende Zinsen, etwa wegen Sorgen um Ratingagenturen, die die Bonitätsnote der US-Regierung senken könnten, die Wall Street empfindlich treffen könnten. Es könnte daher von nun an sinnvoll sein, die Zinsentwicklung am amerikanischen Aktienmarkt engmaschig im Blick zu behalten.


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