Marktupdate: DAX springt über 9.400 Punkte / Draghi beflügelt Märkte, Ifo-Index fällt vierten Monat in Folge
CMC Markets – geschrieben von Andreas Paciorek, Marktanalyst Der DAX startete heute mit einem Sprung von rund 100 Punkten* nach oben optimistisch in die neue Handelswoche. Mit aktuell 9.430 Punkten kann der DAX so auch die charttechnische Hürde von 9.400 Punkten einnehmen und verschafft sich damit etwas Luft nach oben. Ende der letzten Woche stand der deutsche Leitindex noch ganz im Schatten der Ukraine-Krise und der Unsicherheit über die Impulse, die die internationalen Notenbanker auf der Konferenz im US-amerikanischen Jackson Hole aussenden würden. Im Falle der Ukraine-Krise hebt sich angesichts des Ausbleibens einer weiteren Eskalation über das Wochenende die Stimmung unter den Anlegern, nachdem es am Freitag nach den Wirrungen um den eigenmächtigen Eintritt des russischen Hilfskonvois in die Ukraine zu Abgaben gekommen ist. Inzwischen hat Russland einen Großteil seiner Lastwagen wieder aus der Ukraine abgezogen. Ob und wie die Transportgüter in nur einem Tag in dem umkämpften Gebiet abgeladen wurden, bleibt allerdings unklar. AP-Reporter an der Grenze sollen beobachtet haben, dass 40 der Lastwagen leer zurückkehrten. Die Impulse aus dem US-amerikanischen Jackson Hole beflügeln zu Wochenbeginn die Märkte. Bereits die Aktienmärkte in Asien und die Future-Preise der US-Leitindizes konnten über Nacht profitieren und liefern dem DAX damit positive Impulse. Während die Reaktion der Märkte auf die Rede der Fed-Präsidentin Janet Yellen am Freitag eher verhalten blieb, lieferten der EZB-Präsident Mario Draghi und der japanische Notenbankchef Kuroda den Märkten die Aussicht auf zusätzliche geldpolitische Stimuli, auf die die Märkte hofften. US-Zentralbankchefin Janet Yellen bemühte sich in ihrer Ansprache, nach den zuletzt positiven US-Konjunkturdaten, Spekulationen um eine frühere Zinsanhebung in den USA keine zusätzliche Nahrung zu liefern. So sprach sie davon, dass der US-Arbeitsmarkt nach wie vor nicht vollständig sein Potenzial ausschöpfe und ein zu überhastetes Vorgehen die vollständige Erholung gefährden könne. Dennoch ließ sich ein etwas restriktiverer Ton heraushören, da sie eine frühere Zinsanhebung bei einer weiterhin besseren Arbeitsmarkt-Entwicklung als angenommen in Aussicht stellte. Der EZB-Präsident Mario Draghi wiederum gab den Märkten, was sie hören wollten: So erklärte Draghi am Freitag nach Börsenschluss, dass er die niedrige Inflation im Euroraum notfalls mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln steigern will. Im Gegensatz zu den USA deutet die geldpolitische Richtung in Europa eher in Richtung einer weiteren Lockerung. Kaum belastend wirkte heute Vormittag der Rückgang des IFO-Geschäftsklimaindex für den Monat August. Dieser fiel den vierten Monat in Folge auf nun 106,3 Punkte nach 108 Zählern im Vormonat. Analysten hatten lediglich einen Rückgang auf 107 Punkte*** prognostiziert. Auch die Geschäftserwartung trübte sich in den deutschen Chefetagen stärker ein, als Analysten erwarteten hatten. Hier fiel der Wert von 103,4 Punkten auf nun 101,7, gegenüber prognostizierten 102,2 Zählern***. Charttechnisch gesehen hat der kräftige Sprung des DAX über die 9.400 Punkte heute einen Test der charttechnischen Marke von 9.476 Punkten ermöglicht. Dort treffen sich die Abwärtstrendlinie vom 04. Juli und das 50%-Retracement zwischen dem Allzeithoch und Jahrestief. Gleichzeitig findet sich dort auch die obere Trendkanallinie. Sollte ein Knacken der 9.476 Punkte gelingen, könnten die Bullen versucht sein, sich auch an einem Test des 61,8%-Retracement-Levels bei etwa 9.610 Punkten zu wagen. Davor müsste allerdings zuerst auch der 200-Tages-Durchschnitt bei gegenwärtig 9.507 Zählern überwunden werden. Ein negativer Ausbruch des DAX aus dem aktuellen Trendkanal würde das Chartbild erheblich eintrüben und den Kanal als bärische Flagge bestätigen, die auch die 8.900-Punkte-Marke wieder auf den Radar bringen würde. Die Aussicht auf eine divergierende Geldpolitik der USA im Vergleich zum Euroraum und Japan, verteuerte auch heute den USD gegen den EUR und JPY. So fiel der Kurs des EUR/USD-Währungspaares heute unter die 1,32-Marke und damit auf den tiefsten Stand seit dem 9. September 2013. Dem USD/JPY-Wechselkurs gelang zuletzt der Sprung über die 104-JPY-Marke. Aktuell lässt sich allerdings ein kleiner Rebound vom April-Hoch bei etwa 104,10 JPY beobachten. Für zusätzliche Impulse könnten am Nachmittag Daten zum US-Immobilienmarkt sorgen. Dort werden Zahlen zu den Verkäufen neuer Immobilien im Juli erwartet. Volkswirte prognostizieren einen Anstieg der Verkäufe im Monatsvergleich um 5,7 Prozent*** während diese im Juni noch um 8,1 Prozent eingebrochen sind. Sowohl der Dow Jones als auch der S&P 500 handeln aktuell über den jeweiligen Freitagsschlusskursen und deuten damit einen freundlichen Wochenstart an. * Gegenüber dem Vortagesschlusskurs ** Gegenüber der Vorperiode *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden Bitte beachten Sie: Die Inhalte dieses Marktkommentars (nachfolgend: „Inhalte“) sind Bestandteil der Marketing-Kommunikation von CMC Markets, Niederlassung Frankfurt am Main der CMC Markets UK Plc, (nachfolgend “CMC Markets”) und dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als maßgebliche Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden. 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