Beim unsäglichen Drama des griechischen Schuldenschnitts steht heute womöglich eine Entscheidung an. Es wird erwartet, dass Griechenland die angekündigten Zwangsmaßnahmen gegenüber seinen privaten Gläubigern anwenden werden muss und somit als erstes bankrottes Land der Eurozone in die Geschichte eingehen wird. Für eine Abkehr von diesem Szenario ist eine Beteiligung von 75 % der Gläubiger erforderlich, um den Deal noch als "freiwillig" einstufen zu können. Doch ersten Anzeichen zufolge wird diese Teilnahme-Quote augenscheinlich nicht erreicht werden. Sollte es zu den besagten Zwangsmaßnahmen kommen, bliebe der Internationalen Vereinigung von Swap- und Derivatehändlern (ISDA) keine andere Wahl, als eine Staatspleite festzustellen, um nicht einen Run auf den restlichen europäischen Anleihemarkt zu verursachen und somit die Glaubwürdigkeit des Marktes für Kreditausfall-Versicherungen (CDS) aufs Spiel zu setzen.

Bei der heutigen Treffen der Bank of England wird der dritte Jahrestag der neuen Politik der Niedrigzinsen seit der Finanzkrise 2009 begangen. Es sind keine großen Überraschungen zu erwarten, nachdem bereits vergangenen Monat eine Liquiditätsspritze von 50 Mrd. Pfund freigegeben wurde. Der Leitzins wird wohl bei 0,5% beibehalten. Konjunkturelle Zahlen weisen auf eine leichte Erholung der Wirtschaft hin und es bleibt interessant zu sehen, ob einige Gremiumsmitglieder einen weiteren Stimulus für die Märkte vorerst verwerfen, was wiederum weitere geldpolitische Maßnahmen in den kommenden Monat dann umso dringender macht.

Nur 45 Minuten später wird dann die EZB tagen und allem Anschein nach werden auch hier die Zinsen konstant gehalten beim aktuellen Stand von 1% trotz der geradezu besorgniserregenden Wirtschaftsdaten aus der Eurozone. Gestern enttäuschten die Zahlen zu den Auftragseingängen in der deutschen Industrie. Für den Januar wurde ein starker Rückgang um 2,7% verzeichnet. Dieser Wert lag somit deutlich unter dem erwarteten Anstieg von 0,6%. Auch die Situation in Italien, Spanien und Frankreich lässt auf nichts Gutes hoffen und vielmehr einen Rückfall in eine Rezession innerhalb der Eurozone fürchten. Nimmt man die enttäuschenden deutschen Auftragseingänge als Indiz, so könnten auch die heutigen Zahlen zur deutschen Industrieproduktion für den Januar mit nur 1,1% Wachstum ebenfalls für Ernüchterung sorgen.

Nichtsdestotrotz scheint EZB Präsident Draghi keine Notwendigkeit einer Zinssenkung zu sehen insbesondere, weil die EZB zuletzt eine Billion Euro an Liquiditätshilfen für den europäischen Bankensektor bereitstellte. Seine heutige Pressekonferenz wird auf jeden Fall interessant werden und es ist anzunehmen, dass er keine zusätzlichen Maßnahmen angesichts der angespannten Haushaltslage der EZB befürworten wird.

In den USA macht sich auf dem Arbeitsmarkt verhaltene Hoffnung breit. Die Beschäftigungszahlen für Freitag lassen auf eine Erholung der Wirtschaft schließen. Die heutigen neuesten Meldungen zur Erwerbslosigkeit sollten diese Entwicklung bestätigen können. Es wird gehofft, dass sich ein nahezu unveränderter Wert von 351 Tsd. im Vergleich zur Vorwoche ergeben wird.