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Déjà-vu? DAX-Situation gleich wie 1995?

Das muss man sich einmal vor Augen führen: Im Mai wurden so viele Aktien-ETFs verkauft wie niemals zuvor in einem einzigen Monat. Donald Trump hat die Anleger dermaßen erschreckt, dass sie vor allem das verkauften, was mit China, Technologie und der Konjunktur zu tun hat - das einzige, was noch gekauft wurde, waren Versorger, da die am ehesten einer Anleihe gleichen, also relativ stetige Erträge bei gleichzeitig relativ geringem Einfluss des Streits im Handel zwischen den USA und China. ETFs auf Anleihen, kann man sich denken, profitierten.

Der Zins für zehn Jahre Geldleihe an die US-Regierung liegt bei 2,1% - im September letztes Jahr waren wir da noch bei 3,2%. Und jetzt haben wir Abwägungen, die Anleger treffen müssen. Nehme ich eine BASF-Anleihe und freue mich über 0,3% Zinsen pro Jahr oder kaufe ich die Aktie, die vom Septemberhoch von 81 auf unter 60 EUR gefallen ist und gleichzeitig 5,5% Dividende bringt?

Und genau an diesem Punkt waren wir gestern angelangt: Die Aktien, die am meisten verprügelt wurden, die Autos, die Chemie, die Autozulieferer, Technologie wie NVidia wurden gekauft und dort kam der Short Squeeze her, den wir gestern erlebten. Was nicht profitieren konnte waren die Aktien, auf die sich die Anleger davor gestürzt haben, weil sie einfach gut laufen, wie SAP, Adidas und so weiter.

Also was ich sagen will ist dass wir gestern einen starken Impuls gesehen haben und Impulse sind oft Anfänge von Trends und wir dürfen nicht vergessen, dass das konjunkturelle Umfeld, vor dessen Hintergrund diese Rally jetzt stattfindet, ein sehr schwaches ist. Aber genau das ist der bullische Case für den Markt, denn die Chancen stehen bei 17% dass die Fed deshalb die Zinsen senken wird, wenn sie in genau zwei Wochen tagen wird. Bis zur Sitzung am 31. Juli stehen die Chancen für eine erste Zinssenkung schon bei 53%, bis zur Sitzung am 18. September gilt eine Zinssenkung mittlerweile als ausgemachte Sache, die Chance, dass es dann sogar die zweite Zinssenkung gegeben haben wird steht sogar bei 44%.

Die Situation heute ist ähnlich wie im Jahr 1995. Damals hatte die Fed im Jahr 1994 mehrmals die Zinsen angehoben und im ersten und zweiten Quartal 1995 gab es fast gar kein Wachstum mehr. Und dann hatte die Regierung Clinton Strafzölle erlassen - damals gegen Japan, dessen Autosektor man als große Gefahr betrachtete - Clinton erließ einen saftigen Strafzoll von 100% auf 13 Premium-Automodelle aus Japan und das triggerte die Fed, die Zinsen, die zuvor viel zu stark angehoben wurden, schnell zu senken. Déjà-Vu?


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