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DAX: Die zweite Welle ist da? (CMC Espresso 14.7.20)

CMC Markets

Gab es bislang nur regionale Lockdowns ist Kalifornien jetzt das erste Beispiel eines Bundesstaats, der den Lockdown wieder zurück in die Aufmerksamkeit der Anleger bringt. Während in Florida inmitten einer grassierenden neuen Infektionswelle Disney versucht, seine Vergnügungsparks wiederzueröffnen schließt Disney in Hongkong seinen Freizeitpark wieder. 

Umso länger dieser Stop-and-Go-Betrieb anhält desto ungeduldiger könnten Anleger an der Börse werden, die aufgrund gestiegener Kurse jetzt eigentlich nur noch gute Nachrichten tolerieren können. Auch wenn eine Totalsperrung ausbleibt, ist eine grüne Welle nicht zu sehen. Immer mehr Anleger nehmen seit einigen Tagen Umleitungen - etwa über Gold oder Silber, die sich stark entwickeln. An der relativen Stärke von Gold und Silber sehen wir ein Verhalten, das ein gewisses Zweifeln an der Nachhaltigkeit der vor allem durch amerikanische Techaktien getriebenen Rally bei Aktien ausdrückt. 

Im Moment etabliert der DAX eine höhere Seitwärtsspanne zwischen 12800 und 12500 Punkten. Wie vergangene Woche könnte ein Rutsch unter 12500 Punkte uns zurück in die alte, tiefer liegende Seitwärtsspanne des Juni bescheren, die bei 12067 Punkten nach unten begrenzt war. Jetzt macht sich jeder gefasst auf die Bilanzen der Banken, einem der am härtesten getroffenen Sektoren der Pandemie. 

Banken müssen mit einer Flut an Kreditausfällen rechnen. Die heutigen Zahlen von Citigroup, JPMorgan Chase und Wells Fargo bilden einen Auftakt für diese Berichtssaison die zu einem Lackmustest für die laufende Rally an den Aktienbörsen werden könnte. Die Zahlen im Finanzsektor werden nochmal gut ein Fünftel schlechter erwartet als im Rest der Wirtschaft. 

Wenn wir jetzt sehen, dass es diesem Sektor weitaus schlechter geht könnte mit dem Beginn der Berichtssaison den Bullen schnell der Wind aus den Segeln genommen werden. Wenn heute die Bankaktien unter die Räder kommen könnte das auch am Gesamtmarkt sichtbare Auswirkungen haben. Die Banken sind das Rückgrat der Wirtschaft. Sie müssen Unternehmen und Konsumenten mit Krediten versorgen, um sie liquide zu halten und gleichzeitig um ihr eigenes wirtschaftliches Überleben kämpfen. Das macht die Quartalszahlen heute besonders interessant.


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