Immer mehr Unternehmen sprechen von einer schrittweisen Lockerung des Lockdown und damit verlagert sich langsam aber sicher die Aufmerksamkeit der Anleger weg von der ausweglos wirkenden Situation. Auch wenn die Anleger ihre Taschenlampen nach vorne richten müssen um 9:30 Uhr und 10 Uhr heute möglichweise noch einmal grottenschlechte Wirtschaftsdaten verarbeitet werden. Dann werden die Markit Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Eurozone gemeldet. Sie können mit darüber entscheiden, ob eine zwischengeschaltete Bodenbildung im DAX gelingt.

10450 Punkte nachhaltig zu überschreiten hieße, ein 123-Tief zu aktivieren.

Heute Nachmittag bekommen wir dann wieder Arbeitsmarktdaten aus den USA. Das letzte Mal lagen die Konsensschätzungen des Marktes erstaunlich nahe an der gemeldeten Zahl der Ertanträge, man scheint sich also an die Lage ein wenig "eingegrooved" zu haben. Wirtschaftsdaten wirken nur dann als Schock für die Kurse, wenn sie stark vom erwarteten abweichen. Das findet - auch in der laufenden Berichtssaison - immer weniger statt. Rechne mit dem Schlimmsten und Hoffe auf das Beste. Das ist ein wenig das Motto der Anleger, das bislang ganz gut durch die Krise half.

Und natürlich gibt es da noch die Zentralbanken. Die EZB will zum Beispiel jetzt Papiere mit Ramschniveau akzeptieren und greift damit einer möglichen solchen Abstufung des Bonitätsratings Italiens vor. Daher wird es heute wichtiger denn je, dass die fiskalpolitische Stimme eine gemeinsame europäische sein wird, wenn heute um 15 Uhr die Telefonkonferenz der Euro-Minister beginnen wird. Um 9 Uhr gibt es eine Regierungserklärung der Bundeskanzlerin zu Corona, danach eine eineinhalbstündige Debatte.