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DAX BIG PICTURE: Stanzl vs. Oldenburger - wie sehen die zwei Experten den Markt?

CMC Markets

In diesem Big Picture zum DAX möchten treten zwei Analysten "gegeneinander" an - Jochen Stanzl und Konstantin Oldenburger geben ihre Meinung zum DAX zum Besten - aus einer fundamentalen und charttechnischen Sicht. Jochen Stanzl konzentriert sich bei der technischen Analyse auf 123-Muster, Konstantin Oldenburger auf die Elliottwellenanalyse. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen des aktuellen DAX Big Picture!

DAX-Rally: So sieht Jochen Stanzl das Big Picture

Der oft in Marktkommentaren bemühte Ausdruck der "meist gehassten Rally aller Zeiten", um die aktuellen Anstiege im DAX zu erklären, sollten zum Hauptfeind eines Traders werden, denn darin drückt sich ein gefährlicher Bias, eine gefährliche Grundhaltung aus. Jene, dass die aktuellen Kurse einem nicht passen. Man ist bärisch gestimmt und wenn man so seinen Trading-Tag beginnt wird man sich nur schwer anpassen können - man läuft Gefahr gezielt nach Hinweisen zu suchen, die auf fallende Kurse hinweisen - obwohl die Long-Signale möglicherweise überwiegen.

Ob man Kursbewegungen mag oder nicht spielt eigentlich keine Rolle. Als Trader kann man bestimmte Marktphasen lieben oder hassen, aber man hat nichts anderes als den Kurs, mit dem man arbeiten kann, und dabei ist es egal, ob man diesen gut findet oder nicht.

Die Erfahrung zeigt, dass sich Märkte schneller auf neue Situationen einstellen als man das als Mensch tun kann. Wer hätte die Schwere des Pandemie-Ausverkaufs erahnt, wer hätte die scharfe Kurserholung danach prognostizieren können?

Wir möchten Ihnen auf CMC Markets nicht sagen, wo die Kurse morgen stehen. Wir möchten Ihnen aber sehr wohl einen Kontext liefern. Dieser Kontext ist wichtig, um das heutige Kursgeschehen einordnen zu können. Wer lediglich die heutige Kursbewegung versucht zu erklären wird oft in arge Erklärungsnöte kommen. Warum steigt ein Markt, wenn gerade die schlechtesten Nachrichten gemeldet wurden? Die Antwort für uns liegt im Kontext: Wo kommen die Kurse her und gibt das vielleicht ein schlüssigeres Ergebnis, als sich alleinig auf den heutigen Kurs zu konzentrieren? Wir finden ja!

123-Muster: DAX-Analyse im Big Picture

Eine Bodenbildung im großen Bild dauert vorneweg ein halbes Jahr - wenn nicht noch länger. Diese Aussage habe ich inmitten des Ausverkaufs getroffen und beziehe mich dabei auf die Mindestdauer, die eine Bodenbildung im Monatskerzenintervall charttechnisch annehmen muss, um ein sinnvolles 123-Muster auszubilden.

Alle bisherigen in den vergangenen Jahren liegenden 123-Böden wurden durch den Pandemie-Ausverkauf zerstört. Daher sollte sich optimalerweise für eine neue Bodenbildung ein neues 123-Tief ausbilden. Bisland ist lediglich festzuhalten, dass der Pandemie-Ausverkauf einen Impuls nach unten erzeugt hat und die Erholung seit dem Tief ein tieferes Hoch darstellt. Die Erholung seit dem Tief kann also ein neuer Impuls 1 oder ein Unvermögen werden, ein höheres Hoch auszubilden. Es wird aus Sicht der 123-Muster alles entscheidend sein, wie der Rücklauf auf die laufende Rally ausgestaltet sein wird. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Szenarien:

  1. Es kommt zu einer zweiten Ausverkaufswelle mit einem Monatsschlusskurs unter 7966 Punkten, ohne dass der DAX zuvor 13828 Punkte übersteigt. Dann entsteht ein 123-Top mit einer 61,8% Fibonacci-Preiserweiterung bei 4343 Punkten.
  2. Es kommt zu einer zweiten Ausverkaufswelle, aber ein Monatsschlusskurs unter 7966 Punkten wird vermieden. Anschließend wird das in der laufenden Erholungsbewegung gemachte Hoch (noch unbekannt) per Monatsschlusskurs überschritten. Ein 123-Boden würde entstehen. Das könnte der Beginn eines neuen Bullenmarktes sein.

Aus dieser Betrachtung lässt sich leicht erkennen, dass die laufende Rally in einer Art charttechnischem Nirvana stattfindet. Es kann alles aus diesen Kursbewegungen werden - die möglichen Projektionsziele könnten weiter nicht voneinander entfernt liegen. So viel Porzellan wurde durch den Ausverkauf zerbrochen. Der DAX befindet sich weiterhin inmitten einer großen Neuordnungsphase, wohin diese uns führen wird ist bislang im Monatskerzenchart nicht entschieden!

 

 

Anders sieht es im Wochenkerzenintervall aus. Über 10823 Punkten bildet sich bereits ein 123-Boden mit den eingezeichneten Fibonacci-Preiserweiterungsmarken als mögliche Unterstützungen und Widerstände. 10823 Punkte zu unterschreiten würde ein Warnsignal setzen. Dann würde technisch betrachtet die jetzt entstandene Bodenbildung hinterfragt werden und die Volatilität könnte abermals zunehmen. Darüber zu bleiben bedeutet die Bodenbildung zu wahren.

DAX: So sieht Konstantin Oldenburger das aktuelle Big Picture

Getragen von hoffnungsvollen Aussagen bezüglich eines COVID-19 Impfstoffs der US-Biotech Firma Moderna und positiven Kommentaren des Fed-Vorsitzenden Powell setzten die Börsen vergangene Woche erneut zu einem Rallyschub an. Schlechte Wirtschaftsdaten und Rezession artige Zustände (über 30 Millionen Arbeitslose in den USA) sowie steigende Spannungen zwischen den USA und China, scheinen den Enthusiasmus nicht dämpften zu können. An den Börsen sind diese Zahlen bekannt, Wirtschaftskommentatoren können in der losgelösten Situation keine Logik erkennen, dabei hat Börse wenig mit Logik zu tun. 

Sentiment und Stimmung dominieren

Die Welt beginnt langsam aber sicher den Lockdown zu lockern und neue Herausforderungen, die dadurch geschaffen wurden beginnen, in den Vordergrund zu rücken. Dass der Markt bzw. die Börse die schlechten Wirtschaftsdaten außer Acht lässt, ist nicht richtig. Im Rekordtempo von einem Monat korrigierte der Dax von Mitte Februar bis Mitte März über 40%. In dieser Zeit waren Gewinneinbrüche oder das Thema Rezession noch gar nicht auf der Tagesordnung. Der Markt hat zweifelsohne eine Korrektur hinter sich und versucht nun, dass neue hier und jetzt zu adjustieren. Die massiven Hilfspakete der Regierungen, und die Hilfen der Notenbanken. Es handelt sich um einen Markt, der heute mehr von Gefühlen als von Fundamentaldaten bestimmt wird und dessen Volatilität seit dem Schock durch das Coronavirus abnimmt und verdaut wird.

Wenn die Fundamentaldaten so unklar sind wie jetzt, die Korrelationen zwischen den Märkten wegbrechen und die Stimmung/Sentiment der Marktteilnehmer die Oberhand gewinnt, wird dieser Zustand an den Börsen klassischerweise als „technischer Markt" bezeichnet, der in der Regel eine Korrektur oder Konsolidierung darstellt. Da solche Märkte dazu neigen, unberechenbar technisch zu sein, tendieren sie dazu, eine unterdurchschnittliche Performance zu erzielen.  

Seit dem ersten Schock durch Coronavirus haben sich Internetaktien wie Amazon und Netflix besser entwickelt. Dennoch ist es nicht sicher, ob die Technologiewerte auch in Zukunft besser abschneiden, sobald die Lockdown-Phase nachlässt und die Menschen wieder an die Arbeit gehen.

Kann man die Situation vergleichen? 

Für die meisten Marktbeobachter liegt derzeit eine Situation vor, die sich in der Geschichte 1929 oder 1987 bereits ereigneten. Konkret weisen beide Börsenabstürze Abschnitte auf, die im Anschluss zu 50 % oder mehr korrigiert worden sind. Danach gibt es jedoch einen deutlichen Unterschied. Während 1929 nach der ersten Panik und einem 50 % Retracement der Aktienmarkt wieder anfing zu fallen und bis zu 90 % von den Höchstständen (die Große Depression) fiel, kam es 1987 ganz anders. Den Börsen gelang ein nachhaltiger Anstieg zu neuen Hochpunkten und ein neuer Bullenmarkt begann. Dies ging jedoch mit einer Begünstigung der Zinslage einher, als der große Zinssenkungszyklus, der bis heute andauert, begann.

Die aktuellen Bedingungen scheinen jedoch nicht, den beiden Vorgängerevents zu gleichen. Zu entschlossen reagierten die Notenbanken und Regierungen, was sie in den vergangenen Events nicht taten. Durch diesen Einsatz lassen sich die möglichen Schäden für den Aktienmarkt möglicherweise reduzieren und diesen in einer längerfristigen technischen Konsolidierungsphase einkehren.

DAX: Elliottwellen-Analyse im Big Picture

Das deutsche Aktienbarometer DAX kehrte nach einem starken Jahresausklang 2019 und nach einem erneuten Test der 13.600 Punkte Marke schnell und zügig an seine alte Ausbruchsmarke aus den Jahren 2000, 2007 und 2013 zurück. Diese zentrale Unterstützungsmarke liegt zwischen 8100-8300 Punkten.

Obwohl der Abverkauf mit einem Tiefpunkt bei 7.980 Punkten, eine charttechnische Unterstützung erreicht hat und dies potenziell für einen Abschluss der Korrektur reicht, ist der Einfluss des Coronavirus nach 2020 möglich. Dies bedeutet, dass die Korrekturphase zeitlich ausgedehnt werden könnte. Kursschwünge zwischen 8.000 und 13.000 Punkten ohne eine konkrete Trendrichtung. Auf und Ab, persönliche Erfolgsstorys, viele Eintagsfliegen.

Sollten allerdings die 7.970 Punkte Marke nachhaltig unterschritten werden, besteht die Gefahr den Tiefpunkt von 2011 bei 4.964 Punkten anzulaufen.

Fazit

Zwei Analysemethoden - eine Conclusio: Die Situation ist offen. Das Momentum der nach oben laufenden Kurse hat wohl immer weniger mit der fundamentalen Lage zu tun - und Umfragen zeigen, dass Anleger der DAX-Rally misstrauen. Wie wir in dieser Big Picture Analyse gesehen haben ist das große Bild im DAX möglicherweise noch offen. Erst die Ausgestaltung der nächsten Korrektur kann weitere Aussagen zulassen über den weiteren möglichen Verlauf. Wir werden Sie auf unserer Webseite über die Fortentwicklung auf dem Laufenden halten. In der Zwischenzeit begrüßen wir Sie zu unseren täglichen Livestreams auf CMC TV.


Disclaimer: Die Inhalte dieses Marktkommentars dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als maßgebliche Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden. Die Inhalte sind niemals dahingehend zu verstehen, dass CMC Markets den Erwerb oder die Veräußerung bestimmter Finanzinstrumente, einen bestimmten Zeitpunkt für eine Anlageentscheidung oder eine bestimmte Anlagestrategie für eine bestimmte Person empfiehlt oder für geeignet hält. Insbesondere berücksichtigen die Inhalte nicht die individuellen Anlageziele oder finanziellen Umstände des einzelnen Investors. Die in den Inhalten wiedergegebenen Bewertungen, Schätzungen und Prognosen reflektieren die subjektive Meinung des jeweiligen Autors bzw. der jeweils zitierten Quelle, können jederzeit Änderungen unterliegen und erfolgen ohne Gewähr. In jedem Fall haftet CMC Markets nicht für Verluste, welche Sie direkt oder indirekt durch eine Anlageentscheidung erleiden, die Sie aufgrund der Inhalte getroffen haben.

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