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DAX: Bärischer Druckaufbau voraus? Rekordhoch bei US-Corona-Infektionen (Espresso 26.6.20)

DAX: Bärischer Druckaufbau voraus? Rekordhoch bei US-Corona-Infektionen (Espresso 26.6.20)

In Deutschland gibt es gleich zwei Insolvenzfälle, die aber unterschiedlicher nicht sein können. Es kann sein, dass Wirecard eigentlich ein Unternehmen ist, das niemals Gewinne gemacht hat und es nu so hat aussehen lassen, als wäre das der Fall gewesen. Der schwerste Fall von Wirtschaftskriminalität in der jüngsten Vergangenheit hat jetzt dazu geführt, dass Wirecard quasi nichts mehr wert ist - die Aktie ist zum Spielzeug von Kurzfrist-Tradern geworden. 

Was kann man aus Wirecard lernen?

Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen. Wer aber aus der Causa Wirecard lernen möchte, kann zwei Lehren daraus ziehen. Erstens muss man eine Investition schon dann überdenken, wenn einem Unternehmen Bilanzprobleme vorgeworfen werden, die nicht resolut und vollumfänglich ausgeräumt werden können. Zweitens zeigt Wirecard, dass es wichtig ist, eine Aktienanlage zu streuen und nicht alles auf eine Karte zu setzen. Dann ist ein Totalverlust, wie er in der Wirecard-Aktie entstanden ist, zwar immer noch nicht erfreulich, er ist aber auch nicht der Untergang eines Depots.

Lufthansa: Weltweite Sonderstellung?

Eine Insolvenz hätte es auch bei Lufthansa geben können, aber die beiden Fälle könnten nicht unterschiedlicher sein. Die Lufthansa ist ein gesundes Unternehmen, dessen Geschäftsmodell aber quasi durch den Staat "verboten" wurde. Dem Vorstand, der gestern in der außerordentlichen Hauptversammlung erfolgreich für ein staatliches Rettungspaket warb, ist nichts vorzuwerfen, was zu der Krise geführt hätte, in der die Lufthansa jetzt steckt. Jetzt wird es wichtig sein, dass auch die Verdi und die Gewerkschaft der Piloten der Lufthansa entgegenkommen. Stellen sich CV und Verdi quer könnte Lufthansa zu betriebsbedingten Kündigungen gezwungen sein. Einigt man sich käme Lufthansa weltweit in sozialer Hinsicht eine Vorreiterrolle zu: Man könnte durch die Krise kommen ohne dass man große Teile der Belegschaft entlassen muss. Gewerkschaften in den USA schlagen unterdessen Alarm. Hunderttausende Menschen könnten in der Luftfahrtbranche ihren Job verlieren, wenn staatliche Lohnausgleichszahlungen nicht verlängert würden. Ob die Lufthansa in den kommenden Jahren diese sozialen Aspekte mit der Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit wird vereinen können bleibt allerdings abzuwarten. Über 8 Euro ist die Talfahrt der Lufthansa-Aktie im Moment gestoppt.

Deutsche Bank besteht Stresstest

Die Deutsche Bank steigt vorbörslich über ein Prozent, nachdem sie den Bankenstresstest der amerikanischen Notenbank meisterte. Aktienrückkäufe und Gewinnausschüttungen bleiben aber bis mindestens Ende September Tabu. Damit befinden sich die Banken in den USA aus Sicht der Aktionäre auch in einer Art Lockdown-Modus. Die amerikanische Notenbank legt bei ihren Berechnungen eine V- oder U-förmige Erholung der amerikanischen Volkswirtschaft zugrunde. Wenn es nicht dazu kommt sei man gezwungen, die Situation neu zu bewerten, heißt es.

Fast 40.000 Neuinefektionen in den USA - an einem Tag

Der amerikanische Präsident schwelgte in einem Interview gestern auf Fox in der Vergangenheit. Er betonte, dass die wirtschaftliche Lage vor Corona die beste seit langem gewesen sei, und das habe auch für den Arbeitsmarkt gegolten - bis das China-Virus kam, wie er es ausdrückte. China meldete unterdessen 33 neue Infektionen, die USA gestern 39818 - so viele wie nie zuvor. In den USA sind sich Wissenschaftler nicht einig darüber, ob die USA bereits eine zweite Welle erleben oder ober die erste überhaupt irgendwann wirklich endete. 

 

 


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