Die Hauptakteure der französischen Wahlen

Am 23. April und am 7. Mai wählen die Franzosen ihren neuen Präsidenten. Nach dem Brexit-Schock und dem US-Wahlsieg von Donald Trump wird der Wahlausgang erneut beweisen, wie stark die Euroskepsis und die „populistische“ Bewegung wirklich sind.

Zum ersten Mal in der modernen französischen Geschichte hat der derzeitige Präsident, Sozialist François Hollande, entschieden kein zweites Mal zu kandidieren. Doch bei der derzeitigen Wahl ist noch nichts entschieden: vier der Kandidaten liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen und haben alle gleichermaßen die Chance, an der Stichwahl am 7. Mai teilzunehmen – sofern sie ausreichend Stimmen in der ersten Wahl erhalten. Wer also sind die Hauptkandidaten?

MARINE LE PEN – FRONT NATIONAL

Marine Le Pen, 48, ist studierte Rechtsanwältin und leitete die Rechtsabteilung der Partei. In 2004 wurde sie in das Europäische Parlament gewählt und bleibt MEP für den Nordwesten von  Frankreich. Nachdem sie die Rolle ihres Vaters als Parteivorsitzende übernommen hat, modernisierte sie die Partei, behielt jedoch die ausländerfeindlichen Ansichten.

Ihr Wahlprogramm:

  • Verhandlungen mit Brüssel über eine neue EU, gefolgt von einem Referendum
  • Automatische Abschiebung illegaler Einwanderer und begrenzte Aufnahme legaler Einwanderer auf 10.000 pro Jahr
  • Schließung extremistischer Moscheen und Bevorzugung von französischen Staatsbürgern bei Sozialwohnungen
  • Renteneinstiegsalter mit 60 und Beibehalt der 35-Stunden-Arbeitswoche

EMMANUEL MACRON, EN MARCHE!

Emmanuel Macron, 39, ist ein ehemaliger Wirtschaftsminister, der seine Party vor über einem Jahr gegründet hat und noch nie zum Amt gewählt wurde. Derzeit steht er in der Abstimmung mit 23% an zweiter Stelle, und hat damit eine realistische Chance, Frankreichs jüngster Präsident zu werden.

Als Investmentbanker hat Emmanuel Macron als Wirtschaftsberater für Präsident Hollande gearbeitet, bevor er den Posten des Wirtschaftsministers im Jahr 2014 aufnahm. Er ist für die Gründung des "Macron Law" bekannt, ein umstrittenes Reformgesetz, das es den Geschäften erlaubt, häufiger an Sonntagen zu öffnen und einige Branchen liberalisiert. Er glaubt an digitale Start-ups und hat eine Fernbus-Industrie ins Leben gerufen. 

Sein Wahlprogramm:        

  • Öffentlicher Investitionsplan für Berufsausbildung  und den Ausbau erneuerbarer Energien
  • Große Kürzung der Körperschaftsteuer und mehr Spielraum für Unternehmen, um die 35-Stunden-Woche neu zu verhandeln
  • Arbeitslosenquote auf 7% reduzieren (derzeit bei 9,7%)
  • Verbot der Mobiltelefonnutzung in Schulen für unter 15-Jährige und einen Kulturpass im Wert von 500 € für 18-Jährige