Vorgestern erst veröffentlichte Goldman Sachs eine Verkaufsempfehlung für Aktien für die kommenden drei Monate, gestern war der Hedgefondsmanager Jeff Gundlach soweit zu sagen, dass man alles verkaufen solle außer Gold, JP Morgan kam später und bezeichnete das mittelfristige Potenzial für Aktien als begrenzt, Aktien würden wahrscheinlich beginnen andere Vermögenswerte in ihrer Wertentwicklung zu untertreffen.

Auch das langfristige Bild sei nicht sonderlich attraktiv, man solle die aktuelle Rally nutzen, um in sie hinein zu verkaufen. Die Berichtssaison für das zweite Quartal sei zwar besser ausgefallen, als erwartet, aber die Erwartungshaltung war eben auch niedrig, und jetzt seien die Prognosen für die zweite Jahreshälfte und 2017 in den Augen von JP Morgan zu optimistisch. Die aktuellen weltweiten Aktienbewertungen würden derzeit wenig Raum lassen für negative Überraschungen – eigentlich sind Aktien in den USA derzeit so hoch bewertet wie in Phasen, in denen die Gewinne der Firmen am schnellsten wachsen, was sie aber eben nicht tun würden.

Die weltweite wirtschaftliche Aktivität sei mau, sollten in den USA aber weiter gute Daten kommen wird gleich wieder darauf spekuliert, dass die Fed die Zinsen anheben könnte, was den Dollar stärkt und eine starke US-Valuta wiederum wirkt wie eine automatische Bremse für Aktien. Sollten die Daten schlecht ausfallen wird gleich darauf spekuliert dass das die Gewinnentwicklung der Firmen negativ beeinflussen könnte. Das sei in den Augen von JP Morgan keine gute Kombination.

Die Bank of America mahnt Trader gestern an, den Ölpreis jetzt engmaschig zu beobachten. Tatsächlich hat der gestern eine Wende nach unten vollzogen und WTI ging unter 40 Dollar – wenn es Öl nicht gelingt 40 Dollar zu halten könnte die Aufmerksamkeit des Marktes schnell wieder auf das Thema schwaches Öl zurückfallen – und dann hätten wir ein ähnliches Szenario wie im Sommer letzten Jahres, wo es eine Zeit lang nur noch um den Ölpreis ging. Sollte der Ölpreis zu keiner glaubwürdigen Gegenbewegung in der Lage sein sind Ölfirmen in den Augen der Bank of America 50% überbewertet.