Die Aktien sind in die neue Woche gesprungen – die Zuwächse konnten den ganzen Handelstag gehalten werden. Der Donnerstag, als die Märkte wie die Deutsche Bank es formulierte effizient aber nicht pietetvoll auf den Mord an Europa-Befüworterin Jo Cox reagierten, setzt sich bis heute fort. Man könnte sagen die Märkte sind mit dem Brexit-Thema schon durch, man setzt darauf, dass daraus nichts wird, weil die öffentliche Meinung in Großbritannien sich gedreht hat. Damit hat der Brexit an den Märkten damit begonnen, dass die Befüworter in den Umfragen an Boden gut machten und er könnte damit geendet haben, als selbige wieder den Rückhalt in der Bevölkerung verloren haben. Es ist ziemlich bezeichnend dass die Aktien der Banken gestern zu den Tagesgewinnern zählten, bei der Deutschen Bank könnte es sich mit dem Rutsch auf ein neues Allzeittief um eine Bärenfalle gehandelt haben. Die Angst ist jetzt erst einmal aus dem Markt, dass ein Brexit kommt, was die Zinsen wieder steigen lässt, der Bund Future muss ordentlich Federn lassen, genauso wie auch das Gold, beides waren sichere Häfen, die jetzt zugunsten höheren Risikos wieder verlassen werden. Jeder wird jetzt trotzdem sprichwörtlich den Atem anhalten bis zum Freitag, wenn wir die finalen Ergebnisse bekommen. Solange die Umfragen bis dahin die Brexit-Gegner im Vorteil zeigt wird der Risikoknopf an den Märkten gedrückt bleiben. Derzeit schaut aber keiner auf die Konjunktur, auf die Gewinnentwicklung der Firmen, oder auf faire Bewertungen. Hier geht es derzeit nur um ein Einpreisen und Auspreisen des wahrscheinlichsten Falls, wie das Referendum in UK ausgehen wird. Achten Sie heute noch auf einen weiteren Termin. Das Bundesverfassungsgericht wird über die Haftbarkeit der Bundesbank hinsichtlich des OMT-Anleihekaufprogramms der EZB abstimmen. Das ganze wird um 10 Uhr erwartet. Vielmehr gehen Juristen und Volkswirte überwiegend davon aus, dass das Bundesverfassungsgericht das OMT nicht ernsthaft beanstanden oder mit prohibitiven Kautelen versehen, sondern es mit einer eigenen Begründung für verfassungsmäßig erklären wird. Damit würde sich das Bundesverfassungsgericht dem EuGH beugen und das OMT-Programm entgegen seiner früheren Einschätzung für vertragsmäßig erklären. Das könnte an den Börsen noch einmal einen Schub der Nachfrage nach Risikoaktiva auslösen. Wir sind ja gleich bei CMC TV bis 16 Uhr dabei für Sie und ich bringe Ihnen heute einen zusätzlichen Service: Die Opening Ranges von EUR/USD, Gold und DAX und Brentöl werde ich in die Beobachtung auf dem Livestream auf CMC TV aufnehmen. Bin gespannt wie das im Chat in unserer Trading-Community ankommen wird.