Der Rally-Versuch im DAX gestern war ein Blindgänger. Der heutige Handel steht unter dem Einfluss der Erkenntnis, dass über 12300 Punkten die Verkäufer die Kontrolle über den DAX übernommen haben. Damit sind die Käufer heute Morgen erst einmal in die Defensive gedrängt. Die Anleger werden von den alten Themen des vergangenen Jahres eingeholt.

Die USA brechen die Verhandlungen mit der Europäischen Union über eine Digitalsteuer ab. Hier wächst jetzt die Angst vor Sanktionen oder Repressalien durch die US-Regierung gegen die EU. Die Digitalsteuer ist ein Belastungsfaktor für die Technologiekonzerne, die gerade zu den Zugpferden an der Börse zählen.  Denn sie sind die Gewinner der Krise.

Das zeigt auch die Prognosenerhöhung bei Zalando. Der Internetmodehändler beweist, dass die großen Internethändler nicht alle aus den USA kommen müssen. Auch Deutschland hat mit Zalando einen Gewinner des Internet-Lockdown, in dem die Menschen lieber online shoppen gehen als in die Kaufhäuser zu gehen. Zu den alten Geistern, von denen die Anleger jetzt wieder heimgesucht werden, zählen auch die Spannungen zwischen China und den USA.

Zwar versuchte der amerikanische Außenminister nach seinem Treffen mit dem chinesischen Amtskollegen gute Stimmung zu verbreiten. Gleichzeitig macht aber der amerikanische Handelsberater Lightizer bei der Welthandelsorganisation Druck, die demnächst einen neuen Chef berufen werde. Die Welthandelsorganisation müsse dem Umstand Rechnung tragen, dass mit China eine extrem große, staatlich gelenkte Volkswirtschaft unter den gegenwärtigen WTO-Regeln nicht diszipliniert werden könne.

Die USA drängen also auch auf WTO-Ebene weiter auf Sanktionen gegen China. Von Seiten der Handelspolitik stehen die Zeichen für den DAX heute Morgen nicht gut. Das just zu einem Zeitpunkt, in dem der amerikanische Notenbankchef die US-Wirtschaft in einer kritischen Phase angelangt sieht sorgt Heute Morgen eher für Sorgenfalten auf dem Parkett als für ausgelassene Stimmung.