Den Anlegern ist gestern im DAX das lachen vergangen weil die klare Botschaft aus dem Kanzleramt jene war, dass wir das Virus zwar verlangsamt aber nicht besiegt haben und dass ein Weg aus dem Shutdown der Wirtschaft ein allmählicher sein wird. Da haben sich wahrscheinlich einige gedanklich schon zu weit vorgewagt und dann kamen gestern auch noch die Einzelhandelsdaten aus den USA, die einen historischen Einbruch zeigten und damit in Erinnerung riefen, dass die Schäden real sind, obwohl vielleicht ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen sein mag. Wir bekommen heute um 11 Uhr Daten zur Industrieproduktion in der Eurozone, die das noch einmal bestätigen könnten.

 

Der DAX ist gestern aus allen Wolken gefallen - oder wenn nicht aus allen Wolken dann zumindest aus einem bärischen Keil. Die Gewinne von mehreren Tagen wurden an einem Tag zu Nichte gemacht. Eine nächste Eskalationsstufe in der jetzt ansgesprungenen Volatilität im DAX könnte erreicht werden, wenn der Index 10142 Punkte unterschreitet, dann wäre nämlich die gesamte Bodenbildung der letzten Wochen plötzlich wieder auf dem Prüfstand. Im Moment sehen wir eine technische Gegenbewegung nach einem erfolgreichen Test dieses technischen Supports.

 

In diesem Prüfstand befindet sich Öl schon seit 39 Handelsstunden. Die gesamte Bodenbildung steht unter Beschuss und über 20 Dollar scheinen Käufer für zeitnahe WTI-Lieferungen rar gesäht zu sein. 19,69 Dollar ist hier eine mögliche technische Unterstützung, unter 19,03 Dollar wäre die Bodenbildung zerstört. Der Umkehrschluss gilt auch. Im Moment haben wir im Ölpreis ein höheres Tief als am 30. März. Es wird aber ein Kraftakt notwendig sein, das Öl wieder über 21,62 Dollar zu hieven. Erst dann wäre der Boden wieder intakt.