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Blitzanalyse: Was gerade am Ölmarkt passiert

CMC Markets

Die weltweiten Ölpreise brechen massiv ein - eine Entwicklung, die für viele private Trader unverständlich ist. Die einen sehen darin einen Vorboten eines weltweiten wirtschaftlichen Zusammenbruchs, die anderen rein technische Vorgänge, die auf einen nicht mehr richtig funktionierenden Terminmarkt zurückzuführen sind. Was passiert gerade am Ölmarkt?

Ursache des Ausverkaufs

Sicherlich steht am Anfang der Entwicklungen der akute Nachfrageeinbruch aufgrund des weltweiten Lockdowns, der zur Unterdrückung der Ausbreitung des Coronavirus unternommen wird. Die weltweite Nachfrage ist dadurch um 20-30% eingebrochen. Dennoch verhalten sich die Produzenten sich so, als hätte dieser Einbruch nicht stattgefunden. Sie fördern mehr oder minder so weiter wie zuvor, mit zu schwachen Anpassungen ihrer Produktionsmengen. Die Lager weltweit laufen als Folge voll. Knappheit besteht nicht mehr im Bereich der verfügbaren Ölmengen, sondern im Bereich der Lagerkapazitäten. 

Der spekulative Aspekt

Anleger haben in den vergangenen zwei Wochen versucht, das Tief des Ölpreises abzupassen. Viele rechneten aufgrund des scharfen Preiseinbruchs beim Öl von über 54 USD/Barrel Mitte Februar auf nur noch knapp über 20 USD/Barrel Mitte Februar mit einer Preiserholung, zumal viele von einem temporären Lockdown und der Wiederaufnahme wirtschaftlicher Tätigkeiten später im Jahr ausgehen, was zu einer wieder steigenden Nachfrage nach Erdöl führen könnte.

Kleine und große Investoren, die keinen Zugriff zu Futures haben, investierten in der Spekulation auf eine Preiserholung in den United States Oil ETF, ein Vehikel, das die möglichst nahe Abbildung der US-Ölsorte WTI ermöglichen soll. Der Anteil am gesamten Markt des Juni WTI Future durch diesen ETF war zwischenzeitlich auf 30% gestiegen. Die Nachfrage nach dem ETF ist explodiert, da die Spekulation auf eine Erholung im Ölpreis die Runde machte und jeder mitmischen wollte.

Niemand sah kommen, was kam: Der Ölpreis brach von 20 USD/Barrel auf 10 USD/Barrel und dann auf Null und Minus 40 USD/Barrel ein. Und so kam es wie es kommen musste und alle versuchten gleichzeitig aus ihren Positionen rauszukommen - ein Sell Off von der Wall Street schwappte über die Terminbörse CME und die dort gehandelten WTI-Futures.

Es zeigt sich, dass ETFs vorwiegend Produkte für Bullenmärkte sind: Anleger kaufen sie, um von steigenden Kursen zu profitieren. Wenn die Kurse einbrechen führen gebündelte Verkäufe auch durch unlimitierte Stop-Loss-Aufträge offenbar zu einer konzentrierten Verkaufspanik, die Kurse schnell zum Einbruch bringen können.

Was das jetzt bedeuten könnte

Rohstoffe werden originär an Terminbörsen für standardisierte Qualitäten und Quantitäten gehandelt - es sind Lieferverträge für eine Ware. Der Future mit dem Tickersymbol CL an der Chicagoer Warenterminbörse CME lautet pro Kontrakt auf die Lieferung von 1000 Barrel Rohöl der Sorte WTI, lieferbar in Cushing, Oklahoma, wo Pipeline-Trassen der gesamten Vereinigten Staaten zusammenlaufen. Es gibt mehrere Lieferkontrakte, also Futures, für jeden Monat einen. Der Mai-Kontrakt, der Lieferungen im Mai vorsieht, ist in dieser Woche ausgelaufen. Wer den Mai-Futures-Kontrakt bis zur Endf&auml lligkeit long hält, hat sich um die logistische Organisation der Abnahme seiner gekauften Ölmengen in Cushing zu kümmern, wer die Gegenpartei einnimmt und bis nach Endfälligkeit short ist, muss entsprechend die Ölfässer liefern. 

Nur wollte niemand mehr Öl für Lieferungen im Mai haben. Die Preise für den Mai WTI Future brachen massiv ein. Sie wurden sogar negativ, etwas, was viele Trader gar nicht wussten, dass es überhaupt möglich war - vor allem nicht viele Käufer, die das erste Mal in Öl investierten - etwa durch den United States Oil ETF.

Die Verkäufe haben sich gestern Vormittag dann auch auf den Ende April endfälligen Juni 2020 Brent Future ausgedehnt, am Nachmittag dann auch auf den Mitte Mai fälligen Juni 2020 WTI Future. Wer ist als nächstes dran? Wenn Ölpreise negativ werden können ist das Risiko zu groß - auch wenn die Erholung vielleicht am Ende dennoch kommen könnte. Also verabschieden sich Spekulanten aus ihren Positionen, um sich dem Risiko zu entziehen.

Der Ölpreis schlägt nach jahrelanger Stützung durch das Ölkartell OPEC durch künstliche Verknappung der Produktionsmengen hart auf dem Boden der Realität auf. Die aktuellen Entwicklungen können die Wahrnehmung der Ölpreise für immer verändern.

Was das jetzt für CFD-Trader bedeutet

WTI für Lieferungen im Mai wurde in dieser Woche zeitweise bei Minus 40 USD/Barrel gehandelt - Lieferungen für ein und dieselbe Menge an Öl im Dezember werden aber zu Plus 27 USD/Barrel abgenommen. Bei CMC Markets können Anleger die einzelnen Liefermonate als Forward-CFDs direkt handeln. Geben Sie hierfür einfach "Rohöl" in die Produktsuche ein, um die einzelnen CFDs für Brent und WTI Forwards angezeigt zu bekommen. 

Außerdem gibt es den Cash-CFD, einen Endloskontrakt, der die einzelnen Kontraktmonate zu einem fortlaufenden, ununterbrochenen Chart zusammenführt. Um das zu bewerkstelligen wird im Hintergrund, quasi im Maschinenraum, bei Endfälligkeit immer in den nächsten Kontrakt gerollt. Was im DAX als "Hexensabatt" bekannt ist gibt es also beim Öl genauso.

Das Problem aktuell: Der Juni Future für WTI brach gestern auf 6,54 USD/Barrel ein und einige Anleger befürchten eine Wiederholung der Situation des Mai-Future, der in den negativen Bereich sank. Dies konnte vermieden werden aber niemand kann sagen, ob das auch so bleiben wird. Der Rohöl (WTI) Juni 2020 Forward CFD handelt aktuell bei 10,70 USD/Barrel, ein Minus zum Vortag von 18%. Die Volatilität ist also weiterhin immens. 

WTI Cash: Basis Dezember 2020

Während Trader bei CMC Markets durch den Handel von Forward CFDs keine täglichen Haltekosten berechnet bekommen müssen Trader des Rohöl (WTI) Cash CFD und des Rohöl (Brent) Cash CFD Haltekosten auf der Long-Seite bezahlen, erhalten aber im Gegenzug aufgrund der stark steigenden Terminkurve (zukünftige Lieferungen sind teurer als aktuelle) aktuell Haltekostengutschriften. , CMC Markets hat nun in einen weiter in der Zukunft liegenden, liquide Future-Kontrakt gerollt. 

Im Falle des Rohöl (WTI) Cash CFD ist die Basis, in die nun bei CMC Markets gerollt wurde, der Dezember-Future. Die Haltekosten auf der Long-Seite konnte damit gesenkt werden, sind aber aufgrund der Marktverhältnisse immer noch sehr hoch. Statt im vierstelligen Bereich zu liegen sind sie auf der Long-Seite nun bei 225% p.a., während man auf der Short-Seite Haltekostengutschriften von 220% p.a. erhält. Die Gutschriften gelten für Positionen, die über 23 Uhr deutscher Zeit gehalten werden. Es wird nach Kalendertagen abgerechnet, also die Haltekostensätze werden auf den Tag (1/365) heruntergerechnet und dem Konto täglich belastet bzw. gutgeschrieben.

Diese Strategie des weiten Rollens findet auch im United States Oil ETF statt, der die Strategie wählte, den Juni, Juli und August Future als Basis zu nehmen. Die höchste Liquidität ist derzeit allerdings im Dezember-Future zu finden - die meisten Trader scheinen also dort das derzeit geringste, wenngleich nicht ausgeschlossene Risiko zu sehen, dass die Preise von der aktuellen Verkaufswelle und technischen Dysfunktionalität des Marktes betroffen werden.


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