Das Vor- und Zurück der Börsen wird bestimmt durch die Hoffnung auf die näher rückende Zeit danach. 

Gestern gab es nachbörslich in den USA einen rasanten Kursanstieg, nachdem Berichte auftauchten über Gilead Sciences - COVID-19-Patienten, die mit dem Präparat namens Remdesivir behandelt wurden, sollen nachlassendes Fieber und nachlassende Atemprobleme gezeigt haben und die meisten seien geheilt worden, hieß es - allerdings nur über eine Nachrichtenseite und dann über die sozialen Medien. 

Basis dessen war ein Video, aufgenommen von Kathleen Mullane, die Spezialistin, die mit der klinischen Erprobung des Gilead-Präparats beauftragt wurde. Das Video wurde schon vorher diese Woche aufgenommen und drang offenbar gestern nach Börsenschluss an die Öffentlichkeit - per Leak an Statnews, eine Internet-Nachrichtenseite für die Pharma- und Biotech-Branche. Das war um 22:30 Uhr und der Dow Jones explodierte auf diesen Info-Leak hin um 908 Punkte. 

Offiziell schob Gilead 3 Stunden und 15 Minuten später dann allerdings nach, dass die Ergebnisse an 125 behandelten Patienten nicht statistisch relevant genug seien, um ein Sicherheits- und Effizienzprofil hinreichend erstellen zu können aber die Hoffnung ist da. Gilead Sciences sprang nachbörslich kräftig nach oben.



Der DAX ist nun wieder dort, wo gestern der Rutsch in den Kursen begann. Kann er 10681 Punkte nicht übersteigen droht eine Wiederholung des gestrigen Szenarios, das 123-Top wä re dann intakt. Ein Übersteigen dieser Marke könnte die charttechnische Situation aufhellen.