Bitcoin: Das ist passiert

Der Bitcoin ist in wenigen Tagen über 2000 $ gefallen. Der rasante Preisverfall wirft die Frage auf, was die Ursache hinter diesem Rutsch ist, der so plötzlich über den Kryptomarkt hereingebrochen ist. Als Erklärung werden mehrere Gründe angeführt, von dem aus meiner Sicht, aus der Sicht technisch orientierter Trader, nur einer stichhaltig ist.

Kryptos und Bitcoin: Extreme Angst

Der Crypto Fear & Greed Index zeigt eine extreme Verängstigung der Bitcoin Anleger an. Das kann für sich betrachtet als möglicher Kontraindikator verstanden werden. Die Logik dahinter: Wenn alle verängstigt sind, haben auch alle schon verkauft, dann kann es irgendwann keine Verkäufe mehr geben, dann muss der Preis wieder steigen. Das ist die Logik hinter einer antizyklischen Herangehensweise bei der Anlage in sämtliche Kapitalmärkte, auch möglicherweise in den Bitcoin. Einziger Nachteil bei diesem Ansatz ist es, dass man mit der Erhebenung der aktuellen Stimmung der Anleger kein Werkzeug an der Hand hat, um den richtigen und exakten Zeitpunkt finden zu können, ab denen es sich lohnen könnte eine Position in einem Markt einzugehen. Es passt eben nur ungefähr – zwei Wochen früher oder später machen im Bitcoin aber freilich viel aus. Daher ist es ratsam, die Auswertung der Stimmungsdaten der Anleger zu kombinieren mit einem Werkzeug, das besser in der Lage ist, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Was wäre da besser als die Echtzeitdaten, die fortlaufend in Bitcoin rund um die Uhr erzeugt werden? Bewährte Methoden der Charttechnik nutzen diese Echtzeitdaten, um genau dort zu sein, wo der Preis und damit die Information ist. Bei dieser Auswertung über die technische Analyse stößt man dann auch schon auf den ersten möglichen Grund, der genannt wird, um den Einbruch des Kurses in Bitcoin zu erklären.

Warum der Bitcoin gefallen sein könnte

Blickt man auf den Kursverlauf des Bitcoin in den letzten Jahren dann lässt sich in erster Linie ein großes Trendwendemuster erkennen. Dieses Trendwende Muster ist ein 123 Muster, alle notwendigen Grundlagen zu diesem Muster finden Sie hier und hier. Der bei 10.550 $ liegende Punkt Eins dieses Trendwendemusters wurde damals unterschritten und es kam zu einer Korrektur im Preis. Diese Korrektur im Bitcoin stellt eine Verlängerung desjenigen Impulses da, der bis zum Punkt Eins reicht. Man vermisst also die Länge der Strecke und verlängert sie dann um so genannte Fibonacci-Verhältniszahlen, die auch in der Natur vorkommen - etwa bei Wachstumsprozessen von Pflanzen. Diese Wachstumsprozesse gibt es auch bei Trends. Die Idee dahinter: Ein Trend, der entsteht, verlängert sich und tut dies interessanterweise nach den gleichen Fibonacci-Verhältnismäßigkeiten wie sie auch in der Natur vorkommen. So lässt sich die Extension über ein Fibonacci-Preiserweiterung nutzen, um ein mögliches Kursziel für den Bitcoin zu bestimmen. Ein solches lag damals bei 3589 $.

Bodenbildung und neue Rally

Die Erholung des Bitcoin seit dem 14. Dezember 2018 (grüner Kreis) lässt sich als Folge von neuen Käufen ableiten, die auf einen neuen Boden im Bereich dieses Fibonacci-Kursziels entstanden sind. Das Ende vom Lied ist aber im Kontext des großen Trendwendemusters jenes, dass dieses Top reaktiviert wurde, nur zögerte der Bitcoin eine ganze Zeit lang, bis er dann final die Unterstützung bei 9077 $, die mehrere Wochen lang gehalten hatte, durchbrach (roter Punkt). Immer wenn solche prominenten von allen sichtbaren Unterstützungen gebrochen werden wird es hektisch, da Stop-Loss-Orders automatisch zum unlimitierten Verkauf von Bitcoins führen und wie oben bereits angedeutet verschlechtert sich auch die Stimmung der Anleger natürlich abrupt, da Verluste auftreten, da alle gleichzeitig verkaufen wollen, da die Reaktionsgeschwindigkeit von Anlegern die Verluste gemacht haben darüber entscheiden wie viel man konkret verliert. Also kurzum: Es entscheidet die Psychologie in diesen Momenten. Es dauert Zeit, bis sich der Markt neu sortiert, bis er konsolidiert, bis er einen neuen Boden ausgebildet hat.

Eine Erklärmöglichkeit für den Rutsch in Bitcoin ist also die Psychologie. Es ging einfach hart auf hart, als die Unterstützung bei 9077 $ gebrochen wurde.

Warum wurde denn überhaupt verkauft?

Nun lässt es sich nicht nachweisen was die wirklichen Ursachen waren für die Verkäufe oberhalb von 9077 $. Was hat denn so die Anleger dazu bewegt Bitcoins zu verkaufen? Möglicherweise war ein kurzzeitiger Einbruch an den Aktienmärkten und die Angst vor einer Rezession sowie die Unsicherheit über Eingriffe der amerikanischen Notenbank in den heimischen Geldmarkt mit immer größeren Summen, zu dem es eigentlich keine Erklärung gibt, der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte. Es gibt also eine Übereinstimmung zwischen der Nervosität am Aktienmarkt und an den Kapitalmärkten mit dem auf und ab des Bitcoin. Auch wenn die Kryptonwährung digital ist, dezentral gehandelt wird, hat sie doch am Ende mit dem Rest des Kapitalmarktes so viel zu tun, als dass sie am Ende des Tages von den gleichen Menschen mit den gleichen Emotionen gehandelt wird, die ansonsten auch für alle anderen Kapitalmärkte gelten.

Technische Analyse liefert griffigere Ansätze

Eine Möglichkeit, die Schwankungen an den Märkten zu kontextualisieren ist es, die technische Analyse zu bemühen. Die technische Analyse bittet nun auch ganz konkrete Anhaltspunkte, an denen sich Anleger orientieren können. Dies umfasst auch so genannte neuralgische Punkte, zu denen ich hier mehr gesagt habe. An diesen neuralgischen Punkten könnten Anleger dazu gezwungen werden durch ein entsprechendes Verhalten des Bitcoin, ihre Positionen aufzustocken, abzugeben oder in die Gegenrichtung zu drehen. Natürlich ist das alles - deswegen verwende ich den Konjunktiv - spekulativ. An der Börse kann immer alles passieren, auch das Gegenteil, lautet ein bekannter Spruch. Aber es ist immer besser, einen Kontext herzustellen, zu dem, was an den Börsen wirklich passiert. Ein probater Ansatz, diesen Kontext herzustellen, sind für mich die 123 Muster, auf die ich börsentäglich in einer Livestream Sendung bei uns auf dem YouTube Kanal zwischen 9:00 und 10:00 Uhr eingehe. Sehen sie nun folgendes Video, dass einen Auszug aus der Livesendung vom 27. September 2019 darstellt. In diesem Video gehe ich auf die weiteren Aussichten in Bitcoin ein.

Oder wurde der Bitcoin manipuliert?

Natürlich könnte man jetzt eine Menge sagen über mögliche Manipulationen des Bitcoin und ich erinnere mich noch gut an die mit Hingebung geführten Diskussionen über die Manipulation des Goldpreises, als dieser vor gut sechs Jahren eingebrochen war. Das lässt sich allerdings nicht nachweisen und es ist für eine Anlage in den Bitcoin weder hilfreich noch zielführend. Möglicherweise gibt es Bitcoin Whales und Trader, die um diese in diesem Artikel gezeigten neuralgischen Punkte und deren mögliche Bedeutung wissen und wie jeder Trader versuchen, diese zum eigenen Vorteil auszunutzen. Diese Bitcoin Trader haben am Ende des Tages das gleiche im Sinne wie jeder Anleger, der in Bitcoin investiert. Es gibt meiner Ansicht nach keinen Trader, der allumfassend informiert und gleichzeitig mit unendlichen Kapitalmitteln ausgestattet ist, um eine direkte Einflussnahme auf einzelne Märkte nehmen zu können.

Und was ist mit der EZB?

Sie mögen einwenden dass eine solche Einflussnahme doch die europäische Zentralbank ganz gezielt unternähme. Ich muss Ihnen Recht geben, das stimmt: durch die Senkung der Leitzinsen lässt sich etwa eine faire Bewertung des Aktienmarktes überhaupt gar nicht mehr herstellen, denn relativ zu negativen Zinsen wäre nach alten Berechnungsmethoden auch ein DAX von 30.000 immer noch nicht besonders teuer bewertet. Allerdings findet hier keine gezielte manipulative Einflussnahme auf einzelne Märkte statt, wie eine Einflussnahme auf den Bitcoin. Wer also die Märkte handelt, und das ist meine Erfahrung über viele Jahre, der sollte nicht die Schuld bei anderen suchen für eigene Trading-Misserfolge, sondern vielmehr versuchen, den Ursachen auf den Grund zu gehen und am Ende des Tages handelt man an den Kapitalmärkten immer mit anonymen Handelspartnern, so dass man nie sagen kann: Dass ist der eine Grund warum der Preis gestiegen oder gefallen ist! Die Börse ist niemals monokausal und es gibt immer viele Gründe, die dafür oder dagegen sprechen. Daher, auch auf die Gefahr hin dass ich mich wiederhole, plädiere ich für eine Nutzung der technischen Analyse, um willkührlichem und aus dem Bauch heraus motiviertem Handeln an den Börsen vorzubeugen durch die Nutzung von konkreten, kontextbasierten Ansätzen. Denn Behauptungen, das Bauchgefühl, einzelne Meinungen – das sind alles Dinge, die an der Börse keine besonders hohe Trefferquote aufweisen. Natürlich ist auch die technische Analyse keine Glaskugel, aber zumindest ermöglicht sie auch im Vorfeld mögliche Risiken für ein Investment zu erkennen, um dann entsprechend - sollten diese Risiken eintreten - vorbereitet sein zu können. Tauchen Sie mit mir börsentäglich zwischen 9 und 10 Uhr in die Welt des Tradings ein. Schalten Sie ein auf CMC TV!