Wir leben in einer Zeit in der schlechte Nachrichten gute Nachrichten sind und so wären doch logischerweise auch sehr schlechte Nachrichten sehr gute Nachrichten oder nicht? Also ein Austritt Großbritanniens aus der EU könnte für die Börsen sogar sehr positiv sein, weil das ja bedeuten würde, dass die Finanzmärkte in derartige Tumulte gestürzt würden, dass die Notenbanken die Geldschleusen noch viel weiter aufdrehen müssen, als ohnehin schon. Dies könnte die Liquiditätsrally weiter befeuern. Aber wäre das vernünftig?

Diese konfuse Realität ist ein Anzeichen dafür, dass die Zentralbanken durch ihre massiven Interventionen die Mechanismen der Finanzmärkte gestört haben. Der Anlagenpreis ergibt sich zwar aus Angebot und Nachfrage, aber der Kurs und die Bewertung bestimmter Anlagen, vorwiegend der Anleihen, spiegeln nicht länger einen Wert wider, der auf wirtschaftlichen Fundamentalfaktoren beruht. Das liegt einfach daran, dass die Zentralbanken als Anleihenkäufer nicht die gleichen Ziele wie die Anleger verfolgen. Ihnen geht es beim Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen um möglichst geringe Kosten für die Finanzierung von Staaten und Privatakteuren. Ihnen geht es nicht um die möglichst faire Bewertung von Anleihen.

Das führt zu einer bizarren Verzerrung der Marktrealitäten. Alle, die darauf setzen, dass Anleihen ihren Bullenmarkt fortsetzen werden, die also davon ausgehen, dass die Zinsen gar nicht steigen können, weil die Wirtschaft und die Staaten das gar nicht bezahlen können, sind im Vorteil. Die zehnjährigen deutschen Bundesanleihen stiegen seit Jahresbeginn um 6%, lange Zeit für unmöglich gehaltene Negativzinsen bei zehnjährigen Bundesanleihens in Realität - der DAX sank seit Jahresbeginn 10%, dazwischen liegt ein bedeutendes Delta von 16 Prozentpunkten.

Eine neue Richtung bei Treasuries in den USA und Bundesanleihen in Deutschland ist erst dann möglich wenn die Volkswirtschaften der beiden Wirtschaftsregionen stark genug geworden sind, um den Zentralbanken eine Normalisierung ihrer Geldpolitik zu ermöglichen. Das Pferd von hinten aufzuzäumen wie die US-Notenbank das mit der ersten Zinsanhebung im Dezember versuchte führte zu den Marktturbulenzen zu Beginn des neuen Jahres, da die Angst vor abträglichen Nebenwirkungen wie einem zu starken Dollar zu einem Börsenkrach in China führte, dessen Eruptionen weltweit zu spüren waren und zu einem Einbruch des Welthandels führten.

Vielleicht liegen die Anleger jetzt also wieder richtig, wenn sie auf einen technischen Ausbruch der Treasuries und Bundesanleihen setzen, wenn sie also auch jetzt nicht glauben dass die Zinsen überhaupt angehoben werden können, weil die Weltwirtschaft viel zu schwach ist. Vielleicht liegen jetzt auch wieder alle richtig, die gerade auf einen großen Ausbruch bei US Treasuries und dem Bund Future setzen. Vielleicht gehen Anleger einfach auf Nummer sicher, da die US-Notenbank ihre Aussagen so schnell ändert, es scheint schon so als wären sie jede Woche neu.

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